Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

"Aliens in Armani" war eines der Bücher, das vom Inhalt her auch meinen Mann gelockt hat. Leider ist er wenig diskussionsfähig, wenn es um die Beurteilung eines Buches geht, so hat er, als für ihn eine sehr typische Ein-Wort-Bewertung folgendes dazu abgegeben: Das Buch war irgendwie ... seltsam.

Nun, da kann ich ihm im Grunde nicht widersprechen, will aber doch versuchen "seltsam" ein weniger genauer zu begründen.

"Aliens in Armani" wird flott und actionreich erzählt. Die Sprüche fliegen nur so zwischen den Protagonisten hin und her und verleiten immer wieder zum Schmunzeln und Lachen. Vor allem Katherines Geplänkel mit dem Alien-Agenten Jeff Martini war sehr amüsant zu lesen.

Doch natürlich ist es mit dem Humor so eine Sache. Auch wenn ich ihn großenteils amüsant fand, so kam er für meinen Geschmack dann doch auch teilweise recht überdreht daher.
Ob er an Ende gefällt liegt wohl ganz im Auge des Betrachters oder besser ausgedrückt "im Humor der Lesers". Aber zumindest, wenn der Leser auf derselben Wellenlänge liegt, dann kann man sich auf ein höchst amüsantes und kurzweiliges Lesevergnügen freuen.

Die agile Katherine "Kitty" Katt treibt den Leser mit ihrer großen Klappe und in rasantem Tempo durch die Geschichte, sodass ich meine Liebe Mühe und Not damit hatte ihr zu folgen.

Die Ich-Erzählerin dominiert die Geschichte in jeder Hinsicht. So kam es mir so vor, als bestünde das Buch beinahe hauptsächlich aus Monologen von Kitty, die sowohl die Fragen stellt, als sich auch gleich die Antworten zu geben scheint.
Vielleicht war dieser Eindruck, ob er nun falsch oder richtig ist, bei mir auch dafür verantwortlich, dass ich das Gefühl hatte die Figuren blieben allesamt etwas farblos.

Wirklich irritiert hat mich jedoch, dass Kitty das alles so problemlos hinnimmt und dass die brandneue Agentin, schon gleich wie ein Professor daherkommt und damit langjährige geschulte Mitstreiter in den Schatten stellt.

Sehr amüsant fand ich, auf welch liebevolle und fantasiereiche Art Gini Koch das ganze "Alien-UFO-Area 51-Ding" auf die Schippe nimmt. Zwar fand ich die Logik dahinter manchmal etwas verquer, amüsant durchaus, aber doch auch "seltsam" (da haben wir das Wort wieder!) verdreht. Nachvollziehen konnte ich sie nicht wirklich, obwohl ich sehr angetan von dem Fantasie-Feuerwerk der Autorin war.

Doch dafür erhält der Leser eine recht detaillierte Erklärung für beinahe alles und jeden. Es gibt keine Geheimnistuerei, keine Missverständnisse, die Fronten sind praktisch von Anfang an geklärt - ein Erzählstil, den ich als sehr wohltuend empfand und der mir gut gefallen hat.

Aliens in Armani ist eine abgefahrene, überdrehte, actiongeladene, phantastische MIB-Verschwörungs-Alien-Geschichte, die aber auch ein bisschen "seltsam" war.