Rezensionen

Tinas Bewertung 05 Sterne.png

"Zeit für Eisblumen" besticht durch ein wunderschönes Cover, das sich dem Vorgänger "Aussicht auf Sternschnuppen" wunderbar anpasst. Und ganz ehrlich, ich habe auf diese Fortsetzung hingefiebert und sage es erstmal nur mit einem Wort: "Wow"!

Zunächst noch eine kleine Ergänzung zum Klappentext: Fee wirkt auf den ersten Blick immer perfekt, doch ihr Leben gerät aus den Fugen. Sam und sie sind nicht mehr auf derselben Ebene und das führt zu Reibereien, die es in sich haben. Fee sehnt sich nach Ruhe und ihrem alten Leben und vor allem nach David, den sie in Irland suchen will.

Mit "Zeit für Eisblumen“ nimmt die Autorin Katrin Koppold ihre Leser erneut mit auf eine Reise, die es in sich hat.
Sie beschreibt in ihrer Geschichte das Leben einer Karrierefrau, das plötzlich aus den Fugen gerät. Dabei geht sowohl darum, wie die Figuren selber darauf reagieren, als auch um deren Umwelt.
Und Irland aus der Sicht von Katrin Koppolds Feder zu sehen, bzw. zu lesen war ein ganz besonderes Schmankerl für mich, das ich sehr genossen habe.

Fees Geschichte ist vom Grundtenor her ernster als die Geschichte rund um Helga. Doch Katrin Koppolds Figuren wirken auch entsprechend erwachsener, sodass die Geschichte ebenso stimmig wirkt, wie die von Helga.
Beim Lesen beschäftigten mich Fragen wie: Warum Fee nicht über ihren Schatten zu springen vermag oder warum Sam nicht merkt, wie sehr die Frau an seiner Seite leidet?
Das alles hat mir gezeigt, wie wandelbar die Autorin ist und dass sie die ernsteren und nachdenklichen Töne genauso beherrscht, wie die amüsanten und leichten.

Ich persönlich freue mich schon sehr auf mehr aus der Feder von Katrin Koppold und hoffe, dass die Geschichten rund um die Familie Baum noch lange nicht auserzählt sind.

Kurz gefasst: Eine Reise durch Irland, eine Frau, die erkennen muss, dass nicht immer alles perfekt sein muss. Eine Geschichte, die Lust auf mehr macht. Absolute Leseempfehlung.

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Felicitas "Fee" mag es sich noch nicht recht eingestehen, aber ihr Körper zeigt ihr, dass sie seelisch und geistig am Ende ist. Erst die schwere Geburt ihres Sohnes Paul, der viel zu rasche Wiedereinstieg ins Berufsleben und nun auch noch die Trennung von ihrem Freund Sam.

Als ihr Chef ihr eine Zwangspause verordnet, muss Fee raus - und beschließt David, einen irischen Studenten, zu suchen, mit dem sie einst eine aufregende Nacht erlebt hat.

Mit ihrem Sohn Paul und ihrer Mutter Milla im Schlepptau, macht sie sich im Winter auf den Weg zur grünen Insel.

Nachdem ich mich mit Katrin Koppolds Roman "Aussicht auf Sternschnuppen", das die Geschichte von Helga, Fees älterer Schwester erzählt, richtig gut unterhalten hatte, habe ich gleich im Anschluss zu "Zeit für Eisblumen" gegriffen - und dabei etwas anderes gefunden als im ersten Moment erwartet.

Fee ist grundsätzlich kein Charakter, der mir je sympathisch werden könnte. Gerade deswegen finde ich es so besonders, wie die Autorin es trotzdem geschafft hat, mir die Figur näherzubringen, Verständnis und Mitgefühl für sie zu schaffen.

Nicht zuletzt liegt das natürlich auch an dem Thema, was sich als roter Fanden durch das Buch zieht: Postpartale Depression. Auch ich litt lange und unbehandelt darunter, weil ich es verstand und so erzogen worden war, dass ich mich"lange zusammenreißen konnte", kam mein Zusammenbruch erst sehr viel später, als der von Fee in dieser Geschichte.

Die Gefühle und Empfindungen, die mich umtrieben und die auch Fee belasten, sind von der Autorin wirklich hervorragend beschrieben und exakt auf den Punkt gebracht und haben mich beim Lesen sehr bewegt, sodass "Zeit für Eisblumen" für mich weit entfernt von locker, leichter und sehr unterhaltsam zu lesender Lektüre lief.

Aber auch genau diese Lesevergnügen bietet das Buch. Es erzählt an der Oberfläche von einer erfolgreichen Luxus-Zicke, die ganz in ihren Beruf aufgeht, nun aber erkennt, dass es andere Dinge gibt im Leben, die viel wichtiger sind als belanglose Reportagen über Designer-Klamotten und teure Schuhe und das Leben eben Veränderung bedeutet und solche nicht zwangsläufig schlecht sind.

Kurz gefasst: Je nach persönlicher Erfahrung eines Lesers, kann dieses Buch sowohl amüsante und kurzweilige Unterhaltung bieten, als auch eine berührende und intensive Leseerfahrung. Meine Empfehlung.