Rezensionen

Tinas Bewertung 03 05 Sterne.png

„Inselkoller inklusive“ ist ein Roman, der es in sich hat, aber vor allem ist er auch dann geeignet, wenn man einen Stadt- oder Landkoller hat.

Mike Schulz schreibt flüssig zu lesen und sehr detailreich, was ganz besonders auf die Fast- Ex- Ehefrau Uli, von Sebastian Blum, sowie ihren Goldkettchen-Liebhaber Klaus zutrifft, die dem armen Ex das Leben so schwer machen. Man kann gar nicht anders, als sich darüber köstlich zu amüsieren.
So versteht es der Autor natürlich auch gekonnt, das Desaster, in dem der Autor Sebastian steckt, dem Leser näher zu bringen. Und so bizarr die Situationen auch erscheinen, man kann sich ganz wunderbar in sie hineinversetzen.

Doch trotz der vielen Lacher, bin ich mit der Geschichte einfach nicht warm geworden, zumal sie, für mein Empfinden, einfach zu lange brauchte, um mich zu packen. Auch fand ich die „liebe“ Uli ein wenig zu dick auftragen, sodass ich sie schon bald nicht mehr amüsant fand, sondern fürchterlich anstrengend, mit ihrer Suche nach Geld, Liebe und Aufmerksamkeit.

Kurz gefasst: Ein „Inselkoller“, der für viele lustige Momente sorgen kann, aber manchmal auch die Grenze zum „too much“ übertritt, warum ich letztendlich dann zu viel Zeit benötigte, um damit warm zu werden.

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

"Inselkoller inklusive" ist eine leicht, locker und unterhaltsam zu lesende, schwarz-humorig gefärbte Inselgeschichte.

Für die Geschichte schöpft der Autor Mike Schulz aus dem Vollen und mutet seinen Protagonisten, während einiger sturmgepeitschter Tage, so einiges zu. Dazu baut er aus, einzeln besehen, eher undramatischen Ereignissen, wie etwa einen Fanbrief an einen Autoren, einen Schluckauf oder ein Spracherkennungsprogramm auf einem Laptop, auf geschickte Art ein herrliches Durcheinander und setzt dann seine Figuren mitten rein.
Keine Frage, dass sich daraus sicher einmal erstklassiges Seemannsgarn für kommende stürmische Abende ergibt.

Die Charaktere reichen von sympathisch bis witzig-skurril, dabei sind typische Klischees genauso vertreten, wie amüsante Schrulligkeiten. Doch alle sind sehr liebevoll beschrieben, sodass es großes Vergnügen macht, sie kennenzulernen und zu begleiten.

Ein wenig irritierend fand ich, die hier und da eingestreute Mundart. Ich bin kein Insulaner und als hoch deutschsprechender Süd-Hesse auch weit davon entfernt, mir ein Urteil über den richtigen Gebrauch plattdeutscher Sprache zu bilden, doch empfand ich diese Parts manchmal als etwas zu steif, aufgesetzt und ein wenig unharmonisch eingestreut. Dann jedoch wieder passten sie richtig gut und saßen an der richtigen Stelle um mich zum Schmunzeln zu bringen.

Zugegeben gegen Ende wirkte die Geschichte auf mich etwas zu überdreht - aber wie der Titel es so schön erklärt: Inselkoller inklusive. Dafür gelingt es dem Autor alle Fäden aufzulösen und für alle Figuren einen passenden Abschluss zu finden. Ich finde, dann darf es auch mal hoch hergehen.

Kurz gefasst: Schwarzhumorige Unterhaltung, leicht und locker serviert.