Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Beim Lesen kam schnell das Gefühl in mir auf, dass mir evtl. ein Teil Vorwissen fehlen könnte. Ein Blick auf die Homepage der Autorin hat mir das Gefühl bestätigt „Die dunkle Macht des Mondes“ ist bereits der 2. Teil der Roaring Twenties Serie.

So hatte ich zunächst einmal einen recht anstrengenden Einstieg in die Geschichte -
Meiner Meinung hätte hier vielleicht auch einfach ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen aus dem Buch Abhilfe schaffen können? – bis ich mich soweit in der Welt von Susan Krinards Vampiren(/Werwölfen) zurecht gefunden hatte.

Und dann hat es mich gepackt – ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen und war richtig gehend gefesselt und in die Geschichte eingewoben, von der ich mich bei jeder unwillkommen Unterbrechung nur schwerlich lösen konnte.

Ihre Vampire sind dunkle, tödliche Typen, die sich in Mafia ähnlichen Strukturen in Clans organisiert haben. Der Meister, also im Grunde der „Pate“, steht über allen verteilt Rechte und Aufgaben, die sich sie darum drehen, das Geheimnis der Vampire und ihren Machtbereich auf recht blutige Art und Weise zu schützen. Auch untersteht ihm die Entscheidung wer es sich verdient hat einen menschlichen Protegé zu wandeln und diesen somit innerhalb einer besonderen Beziehung an sich zu binden.

Die Geschichte ist düster, geheimnisvoll und fast schon ein bisschen gruselig gehalten. Blut und Leichen, ob von Mensch oder Vampiren füllen genauso die Seiten, wie schaurige Schauplätze und durchgedrehte Fanatiker.
Ein Krimiplot, der für den Leser, in diesem Fall aber bewusst so gewollt, recht schnell durchschaubar wird, durchzieht das Buch mit einem roten Fanden.

Man kennt also das Böse, was vielleicht nicht immer ganz so gut war, denn zumindest ich musste mich dann im Lauf des Buches immer wieder fragen, warum die Charaktere auf das so offensichtliche Böse reinfallen. Dazu kam wahrscheinlich auch, dass ich von den Erklärungen die die Autorin dafür gegeben hat nicht so recht überzeugt war.

Zwar ist der Krimiplot ein wichtiger Bestandteil doch steht viel öfters die Beziehung und die Gefühlsentwicklung von Gwen und Dorian, den Hauptcharakteren, an vorderster Stelle. Diese war im wahrsten Sinne des Wortes überaus geheimnisvoll. Und auch hier habe ich einige Erklärungen der Autorin einfach nicht nachvollziehen können und Gründe für Handlungen blieben für mich im Dunklen.

Betonen möchte ich aber, dass dies meiner Spannung und dem Zwang immer weiter lesen zu wollen keinen Abbruch getan hat, so sehr war ich in die düstere Atmosphäre des Buches verwickelt.

Einzig das „Roaring Twenties“-Feeling hat mir gefehlt. So kommt nie so ganz heraus warum die Autorin diese Zeit für ihre Geschichte gewählt hat, die auch zu jedem anderen Zeitpunkt hätte spielen können. Um ein rechtes Gefühl für die Zeit zu bekommen, reichten einfach die kleinen Hinweise der Autorin dann und wann, zu Kleindung, Flüsterkneipen und der Prohibition und ihrer kriminellen Begleiterscheinungen nicht aus.

Fazit: Eine unglaublich fesselnde und geheimnisvoll düstere Vampirgeschichte, mit kleinen Schwächen.

Kathis Bewertung 03 05 Sterne.png

"Die dunkle Macht des Mondes" ist der 2. Teil der "Roaring Twenties"-Reihe von Susan Krinard. Leider wurde mir bis heute nicht klar, warum genau sie diese Zeit für ihre Erzählung wählte. Meiner Meinung nach hätte die Story dieses Romans in jeder x-beliebigen Zeit spielen können, aber das nur am Rande …

Gwen Murphy ist eine engagierte, junge Frau, die weiß was sie will und für ihre Rechte kämpft. Susan Krinard beschreibt sie sehr intensiv und schafft so eine sympathische Heldin, die jedoch etwas einsam und zurückgezogen wirkt. Auch Dorian – der Held? – ist einsam und lebt zurückgezogen. Doch bei ihm ist das nicht nur ein kleiner "Schatten" auf seinem sonst so "strahlenden" Gemüt. Dorian ist– entschuldigt bitte, aber ich muss es so drastisch ausdrücken – eine nervige Heulsuse, die von Seite zu Seite immer unerträglicher wird. Auch das "Helfersyndrom" der Heldin ist irgendwann nicht mehr liebenswert, sondern nur noch anstrengend.

Ich muss diesem Roman und seiner Autorin, Susan Krinard, zu Gute halten, dass die Idee – die Story an sich – sehr einfallsreich und von düsterer Spannung durchzogen ist. Einige unerwartete Wendungen und die Faszination der bedrohlichen Stimmung waren Anstoß genug, diesen Roman ohne Unterbrechung durchzulesen. Zudem erfreute mich, dass das Happy End nicht "erzwungen" wirkt und es durchaus auch Verluste zu beklagen gibt.

Nichtsdestotrotz ist die Handlung überspült und teils stark "an den Haaren herbei gezogen". Die Charaktere sind dem Leser leider zu fern und auch der flüssige, mitreißende Schreibstil kann den Ärger über sie nicht ganz wett machen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von www.cultural-noise.de.