Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Die Irin Caitlynn hat einen Sommerjob in einem schottischen Museumsdorf angenommen, um darüber nachzudenken, in welche Richtung ihre Zukunft verlaufen soll. Bei den regelmäßig stattfindenden Festen zur Finanzierung des Museums wird ihr die Aufgabe der Wahrsagerin des Festivals übertragen; und damit kommt ihre Aufgabe ihrer tatsächlichen hellseherischen Gabe recht nahe.

Das scheint jedoch keiner zu merken, außer dem seltsamen Besucher Iain Athenry. Doch bevor Caitlynn noch recht hinterfragen kann, was es mit ihm auf sich haben könnte, findet sie sich an seiner Seite auf der Suche nach einem Familienerbstück der MacDòmhnaills im Schottland des 18. Jahrhundert wieder.

Jeanine Krock habe ich vor vielen Jahren mit ihrer paranormalen „Licht und Schatten“-Serie sehr gefeiert, in der Folge habe ich dann jedoch ihre Bibliografie aus den Augen verloren. Erst mit ihrem magischen Zeitreise-Roman „Das Geheimnis von Hazelfield“ ist sie wieder in meinen Fokus geraten.

Die Autorin beschreibt den Roman als „Magic Time Travel“, womit sie nicht nur die Zeitreise an sich erklärt, sondern auch den pragmatischen Umgang von Caitlynn mit der Situation. Einerseits empfand ich das, als einen recht geschickten Umgang mit dem Thema Zeitreise, andererseits las es sich auch dort ein wenig nüchtern, wo ich mir ein wenig mehr Temperament gewünscht hätte.

Ähnlich erging es mir mit den Beschreibungen der wunderschönen und stimmungsvollen Szenerie, des damaligen Lebens und den vielen anderen beteiligten Charakteren. Obwohl das alles sehr ansprechend, anschaulich und detailreich beschrieben wurde und unterhaltsam zu lesen war, so empfand ich doch auch hier den Anteil des Geschichtsunterrichts, der Landschaftsbeschreibung und der Vielzahl der Protagonisten als zu dominierend und insgesamt etwas zu hölzern.

Insbesondere da ich das Gefühl hatte, dass alles gehe, zulasten meiner Lese-Zeit mit Iain und Caitlynn. Zumal ich für meinen Lese-Geschmack viel zu wenig über Iain erfahren habe. Auch Caitlynns Charakterentwicklung blieb mir fremd und die Liebesgeschichte, der beiden wirkte, zu distanziert auf mich.

Ich möchte jedoch festhalten, dass das Jammern auf sehr hohem Niveau ist. Nach wie vor finde ich, dass Jeanine Krock eine hervorragende Erzählerin ist, die magisches und geschichtliches gekonnt vermischt und dabei eine Atmosphäre zu schaffen weiß, in die ich immer wieder mit Wohlgefühl und Genuss abtauchen kann.

Kurzgefasst: als Zeitreise-Roman mit magischen Elementen sehr unterhaltsam zu lesen, als Liebesroman etwas schwächer.