Rezensionen

Chris' Bewertung 04 Sterne.png

Hals über Kopf verlässt die PR-Managerin Jeanne Stewart Chicago und macht sich auf die Reise zu ihrem Bruder, der in Oregon lebt und arbeitet. Mit im Gepäck hat Jeanne eine kaputte Beziehung, eine Klage ihres Ex wegen Körperverletzung, ihre Alkohol-Krankheit und der Tod ihrer geliebten Mutter macht der Enddreißigerin auch noch zu schaffen. Außerdem gibt es da noch einen Verlust in Jeannes Vergangenheit, den sie nie bewältigt hat.

Ganz schön viel Stoff und Katastrophen, die Jeanne da in sich trägt. Sie ist körperlich, wie mental am Ende und erleidet – nachdem sie vom Betrug ihres Ex’ erfahren und sich ziemlich obskur an ihm gerächt hat – einen ziemlich spektakulären Nervenzusammenbruch. Als Jeanne flieht, macht sie einen radikalen Schnitt. Tauscht ihr schnittiges Auto gegen eine heruntergekommene Schüssel ein und lässt ihr Haus und ihre Habseligkeiten verkaufen.

In einem kleinen Kaff in Oregon endet ihre Reise jedoch überraschend. Irgendwie gerät sie in die ‘Fänge’ von Donovan, einem alten Opernsänger, und Rosvita, die eine schnuckelige Pension betreibt. Rosvita, ein absoluter Putzteufel und Spezialistin für Keime, Krankheiten und Bakterien aller Art, nimmt sich Jeannes an. In ihrer Pension kommt Jeanne langsam zur Ruhe, auch wenn sie sich Abend für Abend die Kante gibt und wie ein Loch säuft.

Während sich Jeanne also einrichtet, erkundet sie die Gegend und absolviert auch ein Anti-Aggressionstraining in Oregon. Das soll ihr später helfen, wenn es zum Prozess gegen Jared kommt. Dort trifft Jeanne auf Soman, Becky und Bradon und die Therapeutin Emmaline. Außerdem gibt Jeanne dem Drängen ihres Bruders nach und bewirbt sich um eine Stelle im Wahlkampfteam des Gouverneurs Jay.

Obwohl die Protagonistin so viel erlebt, durchgemacht und erlitten hat, liest sich der Roman sehr leicht und ist stellenweise so witzig geschrieben, dass ich laut lachen musste. Allerdings ist das Buch auch ziemlich überladen. Mit Problemen und Nebenprotagonisten, die ich hier gar nicht aufgeführt habe. Das ist ein Schwachpunkt des Buches. Und auch, dass man in weiterer Folge so wenig vom neuen Mann in Jeannes Leben erfährt. Auch die Sache mit der Leiche fand ich nicht ganz in Ordnung. Neugierig geworden? Dann bitte lesen, es lohnt sich dennoch dieses Buch zu lesen und mit Jeanne zu lachen, aber auch zu weinen.

Kurz gefasst: Ein sehr emotionales, aber auch witziges Buch über einen Neuanfang.