Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Die Freunde seit Kindheitstagen, Leo Gallo (Sohn Sebastian und Yelena Gallo, ihre Geschichte wird in „Heavy Crown“ erzählt) und Anna Wilk (Tochter von Mikolaj und Nessa Wilk, deren Geschichte in „Stolen Heir“ erzählt wird), starten in ihr Freshman-Jahr am „Kingmakers“-College. Auch Dimitry „Dean“ Yenin (Cousin von Leo, seine Tante ist Yelena Gallo) beginnt seine Ausbildung als Mafia-Erbe am College. Und Dean hasst die Gallos und Leo (der Grund sind Familiengeschichten, die auch in „Heavy Crown“ eine Rolle spielen), weil es alles hat und er nichts. Doch alle Manipulation und Sabotage scheint Leo nicht anhaben zu können und Dean plant zu einer endgültigeren Lösung zu greifen.

Anmerkung: ich habe die Serie im englischen Original gelesen, für ku (kindle unlimited) wird aber auch eine deutsche Übersetzung angeboten.

Ein geheimes College ausschließlich für den Nachwuchs der Mafia, unterteilt auf vier Wohnhäuser (Heirs, Accountants, Spies und Enforcers)? Hört sich das bekannt an? Jepp, als Vorbild für „Kingmakers“ dient nichts Geringeres als „Hogwards“, das Internat aus JK Rowlings Harry Potter-Serie. So dürfte es auch nicht verwundern, dass wir hier auf Figuren treffen, die uns vom Typus her recht bekannt sein dürften: die kluge Anna, der strahlenden Held Leo, der arme Underdog Ares, der mit den beiden eng befreundet ist und den manipulativen Dean. (By the way, ich stimme der Autorin zu, die gesagt hat, dass sie Draco Malfoy schon immer in einer anderen Charakter-Entwicklung gesehen hat!)

Doch damit hört dann der Vergleich auch auf, schließlich geht es dem „Kingmakers“ darum, eine neue Generation der kriminellen Halb- und Unterwelt auszubilden. Doch weil die „Kingmakers“-Bücher irgendwie noch „Young Adults“ sind, bewegt sich „The Heir“ lediglich im Feld von Hinterzimmer-Kriminalität, einer eher gezähmten Brutalität und einer College-Romanze. Für mich bedeutet es, dass mir die Serie deutlich mehr liegt als andere Mafia-Romances, in die ich bereits reingeschnuppert habe und die für meinen eher zartbesaiteten Lesegeschmack allesamt etwas „too much“ waren.

Sophie Larks „The Heir“ wird aus drei Perspektiven erzählt, der von Leo, Anna und Dean. Und diese Erzählform beherrscht die Autorin meisterhaft, wie ich finde. Was vermutlich auch der Grund dafür war, warum ich förmlich durch das Buch „geflogen“ bin – und dabei waren Anna und Leo noch nicht mal die Charaktere, die mich am meistens interessieren.

Ich kann nun den Hype um die Bücher der Autorin nachvollziehen und muss zugeben, dass auch mich nun das „Kingmakers“-Fieber gepackt hat und ich unbedingt mehr von der Serie lesen will.

Kurzgefasst: gerade noch dunkel und aggressiv genug, um mich anzuziehen, aber nicht zu sehr, um mich abzustoßen.