Rezensionen

Kas Bewertung 04 Sterne.png

Wayne Scott wurde von seinen Eltern bereits als Kind abgeschoben, weil diese nicht mit den telepathischen Fähigkeiten ihres Sohnes fertig wurden. Vom Psychiater übers Erziehungsheim, hat er so ziemlich alles mitgemacht, ganz zu schweigen von gescheiterten Beziehungen. Erst in der Sonderabteilung des FBI, dem Department of Occult Crimes (D.O.C) hat er Verständnis gegenüber seiner Fähigkeit erfahren. Dort wurde ihm auch klar gemacht, dass sich auf der Erde nicht nur Menschen tummeln. Die beim D.O.C. tätigen Agenten haben außergewöhnliche Begabungen. So auch sein Partner Travis, dem es innerhalb eines bestimmten Zeitfensters möglich ist, Dinge die passiert sind zu "sehen".

Wayne und Travis werden von ihrer Chefin Cecilia O'Hara in den tiefen Süden von Amerika, nach Savannah, geschickt, da dort Unerklärliches geschieht. Plötzlich scheinen Menschen in eine Art Katatonie zu verfallen. Alles deutet darauf hin, das etwas nicht mit gerechten Dingen zugeht. Doch Wayne und Travis stoßen bei den dortigen Behörden zuerst auf Widerwillen, denn die zumeist dunkelhäutigen Beamten misstrauen den weißen FBI-Agenten zutiefst. Als sich Wayne in die Köpfe der in Katatonie gefangenen Menschen einklinkt, trifft er dort auf nichts …

Kianga Renard hat sich nach der Flucht aus Haiti, unter dem Namen Joy Renard, mit Hilfe ihrer Großmutter Alma, eine neue Existenz in Savannah aufgebaut! Umso geschockter ist sie, als sie herausfinden muss, dass sie ein alter Widersacher ausfindig gemacht hat, der sie zurück nach Haiti, zurück zu ihren Wurzeln schleppen will. Alma, eine Mambo, also eine hochrangige VoodooPriesterin, versucht ihre Enkelin zu schützen und gerät so ins Visier von Louis Durant, einem abgrundtief bösen VoodooPriester, der sein Leben den dunklen Mächten geweiht hat.

In dieser explosiven Situation begegnen sich Kia und Wayne. Beide müssen feststellen, dass es sie fast wie ein Blitz trifft, als sie sich das erste Mal sehen. Es ist für beide wie ein nach Hause kommen. Ein Erkennen. Doch die Umstände sprechen gegen eine Verbindung der beiden. Noch dazu scheint alles darauf hinzudeuten, dass Kia in irgendeiner Verbindung zu dem Täter steht, der für die "Katatonie" der Opfer zuständig zu sein scheint. Auch wenn das Herz von Wayne Scott etwas ganz anderes erzählt …

Mara Laues "Schattenspur" wartet mit einer Geschichte auf, die den Leser an einen Ort führt, in dem Voodoo mehr ist als ein "Aberglaube". Sie bringt dem Leser diese Kultur näher, wenn mir auch, ich gestehe das freimütig, der Einstieg in die Rituale, Zaubermittel oder Magie anfangs etwas schwer gefallen ist. Was aber daran liegt, dass ich mich speziell mit Voodoo noch nicht beschäftigt habe - abgesehen von ein paar Filmen. Doch die Autorin bietet im Nachwort dem geneigten Leser gute Erklärungen und Hinweise an. Gekonnt baut Mara Laue Spannung auf und versucht nicht mal den Leser in "Sicherheit" zu wiegen. Teilweise dachte ich während des Lesens, ich folge den Protagonisten durch Savannah!

Die "alten" Damen in "Schattenspur", sei es nun Großmutter Alma oder "Tante" Lavender sind liebenswert gezeichnet und wirken auf den Leser sehr ansprechend und liebevoll skurril. Das Heldenpaar Wayne und Kia, wird sympathisch dargestellt, obwohl mir bei Kia ein bisschen mehr Input bezüglich ihrer Kindheit in Haiti gefallen hätte. Was mich bei den beiden ansprach, war - als alle Ungereimtheiten geklärt waren - wie sie sich des Vertrauens des anderen bewusst waren und entsprechend gehandelt haben, ohne Herumzickerei. Summa summarum eine gelungene, interessante Geschichte, bei der der Leser eine gehörige Portion VoodooMagie vorgesetzt bekommt. Lesenswerte 4 Punkte.

Kurz gefasst: "Schattenspur" ist eine spannende, magische Geschichte mit Voodoo-Elementen, von denen ich so in einem paranormalen Romantic-Thriller noch nicht gelesen habe.