Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Als der Anwalt ihrer verstorbenen Tante ihr den Vorschlag unterbreitet, sich als Mätresse für den Baron Rothborn zu verdingen, kann Jemima nicht ablehnen. Der einzige Weg, der ihr stattdessen bliebe, wäre den Weg ins Armenhaus. Tatsächlich ist es so, dass ihr diese Möglichkeit auch gar nicht so sehr missfällt, vor allem nicht, nachdem sie den Kriegsveteran Solomon „Solo“ Weston kennenlernt.

Für Solo ist die Lösung eine Mätresse zu nehmen, die einzig praktikable, um in seiner Einsamkeit Gesellschaft und Unterhaltung zu finden. Und er kann sein Glück kaum glaube, weil Jemima zu ihren freundlichen Wesen, auch noch eine Schönheit ist.

Ihm wird aber auch schnell klar, dass Jemima auch eine Lady ist und eigentlich ist er niemand, der die Not einer Lady ausnutzen würde – wäre er nicht so einsam. Denn auch wenn er den Wunsch hätte Jemima zu heiraten, so kann er das nicht. Denn rr hat einen Schwur geleistet, der ihm das unmöglich macht.

Nachdem ich bereits den 6. Teil, wegen mangelndem Interesse an den Protagonisten übersprungen habe, ist dem nun auch der 8. Teil der Serie gefolgt. Was mich direkt zu Buch 9 der „Girls who dare“-Serie gebracht hat, die Geschichte von Jemima und Solo.

Jemima war ein der Charakter, von dem es wenig zu lesen gab. Auch Solo tauchte bisher nur selten auf. Die Beweggründe der Autorin dafür sind nachvollziehbar, da beide Figuren bisher ein zurückgezogenes Leben geführt haben. Im Rahmen der Serie macht es damit die Protagonisten zu etwas Besonderen, sodass sie, für mich als Leser, über das Potenzial verfügen, mich noch überraschen zu können.

Tatsächlich hat die Geschichte auch etwas, was mich reizt. Jemima entscheidet sich für den Weg einer Mätresse. Und scheint sich, nachdem sie sich an den Gedanken gewöhnt hat und bestätigt durch ihre Freundinnen und ihren Hausstand, auch wohl mit diesem Zustand zu fühlen. Dann jedoch entscheidet ausgerechnet der Auftraggeber, dass er Jemima, eine Lady durch und durch, auf keinen Fall entehren kann – und der Hickhack beginnt. Schade, sehr schade. Ich hätte mir einen anderen Ablauf der Geschichte gewünscht. Ich meine mich zu erinnern, dass ich eine ähnliche Geschichte einmal von Mary Balogh gelesen hatte.

Natürlich kann ich es akzeptieren, dass sich die Autorin für einen anderen Weg entschieden hat – wenn sie es geschafft hätte mich damit zu überzeugen, wäre auch alles gut gewesen. Stattdessen empfand ich die zweite Hälfte der Geschichte, in dem Jemima eine Engelsgeduld zeigt und Solo sich einfach nur …. anstrengend verhält, als eher tröge und langatmig. Da hat es mich fast schon nicht mehr interessiert, dass Solo am Ende doch noch gerade so die Kurve bekommt und seinen Verstand zurückbekommt.

Grundsätzlich macht die Autorin Emma V Leech ihre Sache gut. Würde sie sich nicht darauf verstehen unterhaltsame Geschichten erzählen zu können, hätte ich nie bis zu diesem Punkt der Serie durchgehalten.

Kurzgefasst: mir hat die Idee der Geschichte gut gefallen und auch ihre grundsätzlich gefälligen Charaktere. Der Aufbau der Geschichte konnte mich jedoch nicht für sich einnehmen. Ich hätte mir einen anderen Verlauf gewünscht.