Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Phoebe Barringtons hervorhebende Eigenschaften, die eine selbstständige und unabhängige Frau ausmachen, wurden von ihren Adoptiveltern stets gefördert. Dass sie darüber hinaus auch noch Fähigkeiten gelernt hat, die nur wenig Damenhaft sind, lag zwar nicht unbedingt im Interesse ihrer Eltern, doch entsprechen sie ganz und gar Phoebes Wesen. Doch ausgerechnet diese Fähigkeiten haben Phoebe nun in Schwierigkeiten gebracht und sie wurde in den Diebstahl eines Gemäldes verwickelt.

Die Rettung ereilt sie in Gestalt von Maximillian Carmichael, Earl of Ellisborough. Ein Freund ihres Vaters, der, nach einer, in jungen Jahren geschlossenen katastrophalen Ehe, seit einiger Zeit verwitwet ist und Phoebes dafürhalten viel zu langweilige ist, um interessant zu sein. Um Phoebe zu schützen, verkündet Max ihre Verlobung; eine Entscheidung, die ihm nicht schwerfällt, ist der doch schon lange von Phoebe bezaubert und zu der er sogar die Gunst und das Vertrauen von Phoebes Vater genießt. Nur Phoebe scheint ihn einfach nicht zu sehen.

Und mit einem Mal findet sich Max in Phoebes Begleitung auf der Jagd nach einem flüchtigen Dieb auf dem Kontinent, während sie erkennen muss, dass Max doch nicht so langweilig ist, wie sie dachte.

Im Voranschreiten der 12-teiligen „Girls who dare“-Serie, habe ich nur noch die Teile gelesen, deren Protagonisten mich angesprochen haben; nur Phoebe hat dabei einen Sonderstatus erhalten. Vermutlich lag es daran, dass „To hunt a Hunter“, die Geschichte ihrer Eltern, für mich der krönende Abschluss dieser Serie dargestellt hat, in der Phoebe eine wichtige Rolle einnimmt.

Und ich bin froh, dass ich sie bereits als Kind kennengelernt hatte, ansonsten wäre ich vermutlich nicht so glücklich mit ihrem Charakter geworden. Ohne ihre Hintergrundgeschichte so genau zu kennen, wäre ich vermutlich zu dem Schluss gekommen, dass das die junge Frau nervt und Max schlicht zu gut und zu geduldig ist, um wahr zu sein. Vermutlich hätte mich die turbulente Geschichte auch dann noch unterhalten können, doch mit ihren Figuren wäre ich evtl. nicht warm geworden.

Mit dem vollständigen Wissen, vorangegangener Teile der Serie, um die Hintergründe, hat sich mir ein durchaus harmonisches Bild präsentiert, wobei es der Autorin erneut gelungen ist gerade noch so die Kurve zu bekommen, um mir die Geschehnisse nachvollziehbar verkaufen zu können.

Übrigens, nicht minder geschickt stellt sich die Autorin darin an, mithilfe der Entwicklungen von „To Dance until Dawn“, den Weg für ihre „Daring Daughters“- Serie zubereiten, die die Geschichten der Kinder der „Girls who dare“-Paare erzählt. Die hat mich also in jeder Hinsicht am Harken.

Kurzgefasst: sehr geschickt verknüpft Emma V Leech in diesem „Überleitungsteil“ die Generationen, die in „Girls who dare“ ihren Ursprung haben und in „Daring Daughters“ ihre Weiterführung finden. Phoebe und Max gehen dabei fast ein bisschen unter. Und doch war es unterhaltsam diesen turbulenten Teil zu lesen.