Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Lady Grace Wyatt hat ihrem kranken Vater das Versprechen gegeben, schnellstmöglich zu heiraten. Und Grace hat da auch schon einen Kandidaten im Kopf. Allerdings scheint der sie überhaupt nicht wahrzunehmen. Ehrlicherweise tut sich Grace auch nicht so einfach, mit ihn in Kontakt zu kommen und himmelt ihn lieber aus der Ferne an.

Mit ihrem Freund und Studien-Kollegen Mr. Sebastian Holloway hat sie diese Probleme jedoch nicht. Mehr noch, er könnte genau der Richtige Eifersucht und Begehren in dem anderen zu schüren – wenn er nur ein bisschen mehr Lebemann und weniger Gelehrter wäre.

Sebastian ist es gar nicht recht als Lockvogel zu dienen, vor allem wenn es darum geht Grace einen Ehemann zu beschaffen. Viel lieber wäre er selber an dieser Stelle, doch das scheint ihm unmöglich. Weil er jedoch Grace nichts abschlagen kann, macht er sich mithilfe seines Freundes, dem Duke of Rotherby an die eigene Verwandlung. Mit Erfolg, und zur vollkommenen Verwirrung von Grace. Die hegt schon seit Jahren große Zuneigung zu Sebastian, aber als romantischen Partner hat auch sie ihn bisher übersehen.

Auf Eva Leigh aufmerksam geworden bin ich, weil es ein Pseudonym der Autorin Zoë Archer ist, deren „Jenseits des Horizonts“, dem 1. Teil der „Blades of the Rose“-Serie, ich vor vielen Jahren so sehr gefeiert habe. Zudem wurde die Serie „Union of the Rakes“, dessen 1. Teil „My Fake Rake“ ist, nach Angaben der Autorin vom „The Breakfast Club“ und anderen Filmen der 80er inspiriert. Zwei Argumente, die für mich absolut für eine Serie sprechen.

So treffen im Prolog tatsächlich junge Männer beim gemeinsamen Nachsitzen aufeinander, schließen Freundschaft fürs Leben und nennen sich fortan „Union of the Rakes“. Der Charme der romantischen 80er Komödien lässt sich darüber hinaus, aber auch in der Geschichte wiederfinden. Das färbt sich jedoch auch auf die Geschichte ab, deren Stil recht modern wirkt und es historisch nicht so genau nimmt.

Für mich geht das in der Regel in Ordnung, vor allem, wenn mir die Charaktere zusagen und mich die Geschichte unterhält. Beides war gegeben, wenn auch mit kleinen Abstrichen bei den Hauptfiguren. Die sind zuckersüß, sympathisch und anbetungswürdig nerdig - doch in all dem leider etwas zu perfekt geraten. Zumindest ist das meine Erklärung, warum ich mich beim Lesen zwar gut unterhalten habe, aber doch nicht so sehr von der Geschichte gefesselt war, wie ich es mir angesichts des Inhaltes erhofft hätte. Und bedauerlicherweise entscheidet sich die Autorin am Ende der Geschichte dann auch noch für etwas hin und her zwischen den Charakteren. Etwas, was mir so gar nicht liegt. Stattdessen hätte ich diese vertanen Zeilen lieber in den Ausbau von prickelnder Spannung zwischen den Protagonisten eingetauscht.

Kurzgefasst: ein unterhaltsamer Serienauftakt, mit sympathischen Charakteren und dem Flair romantischer Komödien aus den 80er.