Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Ausgerechnet Tia, Violets Freundin lässt auf sich warten, als Violet pünktlich zu Tinas neuer Therapie-Gruppe erscheint. Zu Violets Ärger hält man sie in der Gruppe nun für eine sexsüchtige junge Frau, da Violet in der Eile keine Ausrede für ihr Erscheinen dort parat hat. Doch Jet, einer der Jungs in der Gruppe, hat bereits ein Auge auf Violet geworfen. Er findet Violets eigentlich schüchterne Ausstrahlung sehr sexy, zumal er ja noch glaubt, dass sie in Wirklichkeit einen regen Männerverschleiß hat. Jet kennt sich aus mit willigen Frauen, denn er ist Rocksänger in einer Band und glaubte eigentlich, dass ihn diese Sorte Frauen mittlerweile kaum noch anmachen würde, wenn nicht gerade pures Bühnenadrenalin durch ihn hindurchgepumpt wird.

Unter dem Vorwand, jemanden aus der Gruppe als Vertrauten zu benötigen, um gewisse kritische Tage durchstehen zu können, bittet er Violet schließlich darum, dass sie sich mit ihm während eines Gigs trifft. Doch der Abend geht anders aus, als es Jet dachte, denn die ernsthafte und vor allem tiefgründige Violet geht ihm unter die Haut. Vor allem, als er erfährt, dass die gelernte Sozialarbeiterin ein Herz für Schwache und Kranke hat und allein mit ihrem alkoholkranken Vater alle Hände voll zu tun hat.
Obwohl Jet genau weiß, dass er Violet eigentlich die Wahrheit darüber sagen müsste, wieso er sich in der Therapiegruppe für Sexsüchtige befindet, schweigt er sich ihr gegenüber aus. Zu lange?

Da mich Romane, in denen Rocksänger ihr Unwesen treiben, schon von jeher immer neugierig machen konnten und ich M. Leightons ersten Teil der „Wild Ones“ Reihe kürzlich las, den ich ganz nett fand, entschloss ich noch einen weiteren Versuch mit der Reihe zu starten. Erst einmal vorweg erwähnt; man kann diesen Roman auch gut als stand alone lesen- muss also keinerlei Vorkenntnisse bezüglich Vorgängerpaaren und deren Geschichten besitzen, um hier gut einsteigen zu können. Im Gegensatz zum ersten Teil „Verführung“ der die Gefühle der Protagonisten ein wenig schablonenhaft und etwas übertrieben für meinen Geschmack, zeichnete, vermochte es M. Leighton mit ihrem nun 3. Teil der Reihe „Verheißung“ diesen von mir gewünschten gewissen Tiefgang zu schaffen. Die Dialoge des Heldenpaars zeichnen sich durch Sensibilität aus, so dass man sich sehr gut in die Figuren hineindenken kann.

Während Violet ein ziemliches Helfersyndrom besitzt, es durch ihre gutmütige Ader jedem versucht recht zu machen, ist Jet auf den ersten Blick ein absolut kaltblütiger Bursche, der sich seinem guten Aussehen und seiner Wirkung auf Frauen durchaus bewusst ist. Doch schnell erfährt man dann aber auch mehr über Jets Seelenleben und begreift, dass er gar nicht so „bad“ ist, wie er glaubt zu sein. Und hier sind dann auch die Gemeinsamkeiten, die Violet und Jet besitzen: beide sind praktisch Opfer familiärer Schwierigkeiten, haben jedoch, so paradox es auch klingen mag, einen ausgeprägten Familiensinn.

Ich fand es sehr spannend zu lesen, ob sich Violet und Jet nicht nur auf sexueller, sondern auch auf zwischenmenschlicher Ebene ineinander verlieben würden und fand die Lösung, die M. Leighton ihren Lesern anbietet, sehr überzeugend. Die Love Story wird untermalt von sehr prickelnden, heißen Liebesszenen, so dass nicht nur Fans des New Adult Genres hier voll auf ihre Kosten kommen werden. Erzählt wird der Roman, im Wechsel, aus gleich zwei Erzählperspektiven, die es einem ermöglichen, sich gut in die Hauptcharaktere hineindenken zu können. Lediglich hätte ich mir gewünscht, dass Jet sich Violet gegenüber gegen Ende des Romans nicht so pubertär verhält; hier meine ich vor allem sein Geheimnis. Ansonsten hat mir M. Leightons „Verheißung“ sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gerne weiter.

Kurz gefasst: Prickelnder, sexy New Adult mit Tiefgang.