Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Cassandra „Cassie“ Stuart verfügt über ein großes Herz. Doch die damit verbundene Eigenschaft, alle Menschen glücklich zu sehen und sich in ihre Angelegenheiten einzumischen kommt nicht bei jedem gut an. Für dieses Mal hat sie es geschafft, gleich zwei benachbarte Familien gegen sich aufzubringen. Und das nicht zu wenig.

Da alle anderen Versuche bisher misslungen sind die Situation zu beruhigen, wendet sich Cassie an Mr.Prickens, den geeigneten Mann Frieden zu stiften. Dumm nur, dass dieser verhindert ist und stattdessen jemanden schickt, sich der Sache anzunehmen, der unpassender nicht sein könnte: ausgerechnet der als „Engel des Todes“ berüchtigte Revolverheld Angel.

Als Angel vor Cassie steht, erkennt sie, dass das nur schiefgehen kann. Aber mehr noch, nicht nur, dass dieser enervierende Mann, düster und gefährlich wirkt, er bringt sie auch völlig durcheinander. Aber auch Angel weiß nicht was genau ihn da treibt, Cassie auf jeden Fall beschützen zu wollen und sich für sie als Vermittler zu betätigen. Doch erst als die beiden plötzlich mit vorgehaltener Waffe vor dem Traualtar stehen und Angel, das eigentlich ganz recht so ist, versteht er sich selber nicht mehr.

Ganz gegen meine Gewohnheit habe ich mit „Rebellion des Herzens“ den dritten Teil einer Serie als erstes Buch gelesen. Doch da ich diesem Buch meine „Johanna Lindsey-re-read-Reihe“ gestartet habe, war es mich wichtig zu einem Buch zu greifen, dessen Klappentext mich an stärksten anspricht. Und ein „Revolverheld“ namens „Angel“ steht da natürlich weit oben auf meiner Liste.

Wie bereits erwähnt ist das nicht meine erste Bekanntschaft mit der leider bereits verstorbenen Autorin, sondern vielmehr eine Auffrischung einer alten Liebe. Und doch ist es immer wieder spannend zu erfahren, wie sich so eine Beziehung möglicherweise gewandelt hat.

In Johanna Lindsey, bzw. in „Rebellion des Herzens“, habe ich mich jedoch sofort wieder verliebt. Beim Lesen kam es mir vor als schlüpfe ich in einen bequemen Schuh, von dem ich vergessen hat, wie gut er mir passt.

Ich habe mich beim Lesen großartig mit Cassie und Angel amüsiert, zwei Figuren, die so perplex über ihre Gefühle waren, dass sie nicht verstehen konnten, was mit ihnen passiert. Ja, ich fand sogar die Lindsey-typische arrogante Art ihrer Helden und die Schwierigkeiten, in die ihre Heldinnen sehenden Auges immerzu hineinrennen und die ich bestimmt schon irgendwann einmal kritisiert habe, irgendwie heimelig. Gleichzeitig hat mir aber auch gefallen, dass sich Cassie eben nicht alles gefallen lässt, gute Gründe für ihren eigenen Kopf hat, und nur dann weich wird, wenn sie es auch möchte. Der durchaus etwas störrische Angel hingegen, ist einfach nur köstlich zu beobachten, in seiner Fassungslosigkeit über die Postkutsche, die in da gerade überrollt hat.

Kurz gefasst: Wenn man bedenkt, dass „Angel“ im Original 1992 und in der deutschen Ausgabe 1995 veröffentlicht wurde, so finde ich, dass dieser Western Romance auch nach über 25 Jahre immer noch höchst empfehlenswert zu lesen ist. Johanna Lindsey ist absolut eine Reise in den Wilden Westen wert!