Rezensionen

Chris' Bewertung 02 Sterne.png

Um seinen Clan zu schützen, verlobt der Kelte Angus seine Tochter Brenna mit einem jungen Wikinger aus Norwegen. Brenna, die ihr halbes Leben wie ein Junge erzogen wurde, kann sich mit dieser Zwangsverbindung nicht abfinden. Doch dann stirbt ihr Vater und kurz darauf wird der Clan von den Wikingern überfallen. Ausgerechnet von der Familie, in die sie eigentlich einheiraten sollte. Die Wikinger hinterlassen nur Tod und Verwüstung. Brenna und sechs andere Frauen werden von den Wikingern mitgenommen und nach Norwegen, der Heimat des Haardrad Clans verschleppt. Anselm der Emsige, Anführer und Familienoberhaupt des Clans, schenkt Brenna seinem Sohn Garrick. Und Garrick wäre es gewesen, den Brenna heiraten hätte sollen.

Garrick selbst weiss weder von der angeblichen Verlobung, noch von der neuen Sklavin in seinem Haus. Der junge Haardrad war selbst auf Reisen und kommt von einem erfolgreichen Handel zurück in die Heimat. Obwohl er vor Jahren von einer Frau tief enttäuscht wurde und sie eigentlich nur für die Befriedigung seiner Bedürfnisse heranzieht, fasziniert ihn die schlagfertige und temperamentvolle Keltin. Und Brenna selbst hat gar nicht vor sich ihrem Schicksal zu ergeben. Stolz, starrsinnig und auch naiv kämpft sie um ihre Freiheit und um den ihr rechtmäßig zustehenden Platz.

Brenna ist eine wunderschöne Frau mit vielen Gaben und Talenten. Hausarbeit und Frauenarbeit zählen leider nicht dazu. So darf sie einem anderen Sklaven aus ihrem Volk mit den Pferden helfen. Garrick, wie auch Brenna sind extrem temperamentvolle aber auch launische Protagonisten. Die Autorin beschreibt das harte Leben in der Wikingersiedlung und Brennas Eingewöhnung in eine ihr völlig fremde Kultur ziemlich drastisch und phasenweise dramatisch. Hier hält sie sich vermutlich wirklich an die historischen Tatsachen.

Allerdings entgleitet ihr der Plot irgendwann und der eingefleischte Liebesroman-Leser will im Grunde nichts von Vergewaltigungen lesen. Schon gar nicht über welche, die sich zwischen dem eigentlichen Liebespaar abspielen. Wie in jedem Roman von Johanna Lindsey gibt es auch hier wieder viele Missverständnisse und Intrigen. Allerdings war mir persönlich die Entwicklung der Beziehung zwischen Garrick und Brenna einfach zu krass. Zudem beide Protagonisten nicht besonders liebenswürdig oder liebenswert erscheinen.

Mit diesem Buch hat sich die Autorin endgültig von meiner Leseliste verabschiedet. Ja, das Buch ist schon vor vielen Jahren erschienen und der Stil hat sich seither doch verändert. Aber ich persönlich kann mit der Autorin einfach nichts mehr anfangen.

Kurz gefasst: Eine unglaubwürdige Liebesgeschichte mit sehr dramatischen Szenen, die nicht jeder lesen möchte.