Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Nach einem Schlag auf den Kopf erwacht Saviour Whittington, für gute Freunde „Whit“, ansonsten respektvoll „Beast“ genannt, in einer Kutsche zu Füßen einer Fremden, die ihm erklärt, dass sie so überhaupt keine Zeit für ihn hätte, ihn dann küsst – und aus der Kutsche wirft.

Keine Frage, dass er umgehend die Verfolgung aufnimmt. Zumal die Lady genau die Verbindung sein könnte, die ihm zur Aufklärung der Überfälle seiner Warentransporte fehlt. Einen Verdächtigen hat er bereits, seinen Halbbruder „Duke“,  Ewan aka „Robert, Lord Marwick“. Doch welche Rolle spielt die anziehende Lady dabei?

Lady Henrietta Sedley ist höchst ungehalten, der einzige, der einen Fremden in ihrer Kutsche abgelegt haben könnte, ist ihr dämlicher Bruder. Der hat, bisher mit mehr Glück als Verstand, die „Bareknuckel Bastards“ ausgeraubt, um seine Handelsverluste vor seinem Vater zu verstecken. Und dann, weil es gerade so gut lief weiter gemacht.

Und genau hier sieht Lady Henrietta Sedley ihre Chance. Sie einigt sich mit ihrem Bruder darüber, dass sie sich um „Beast“ kümmern und ihm die Warenwerte ersetzten wird, wenn er, ihr Bruder, im Gegenzug ein gutes Wort für sie bei ihrem Vater einlegt. Denn der ist zwar von ihrem kaufmännischen Können überzeugt, will jedoch einer Frau keine Führungsposition, in der von ihm gegründeten Firma anvertrauen.

Obwohl ich höchst motiviert war und noch immer vom 1. Teil berauscht, bin ich nicht so enthusiastisch in „Brazen and the Beast“ getaucht, wie in „Wicked and the Wallflower“. Schuld dran, so würde ich sagen waren folgende Punkte:

Ich mochte Henrietta wirklich gerne, ein toller Charakter, den die Autorin wirklich sehr schön und stimmig in Szene gesetzt hat. Ich fand jedoch, dass sie nicht so perfekt zu Whit gepasst hat, wie Devil zu Felicity (aus „Wicked and the Wallflower“). Ich kann mir nicht helfen, aber für Whit hätte ich mir einen gleichgeschlechtlichen Partner gewünscht. Ich hätte in „Brazen and the Beast“ einen wunderbaren Gay-Romance gesehen.

Sicher für Whit war es wichtig, einen starken und unabhängigen Partner zu bekommen und diese Eigenschaft erfüllt Henrietta absolut. Insofern wurde meine Erwartungen durchaus erfüllt, aber dennoch stimme es für mich einfach nicht so ganz.

Und dann hat mich Whits „ich muss die schützen, die zu mir gehört“ sehr viel mehr gestört, als ich das bei Devil gelesen habe. Auch in seiner Geschichte ist das ein Thema, aber anderes als zu Devil, passt das einfach nicht so gut zu dem draufgängerischen, aber auch sensibleren Whit.

Ja, und dann hatte ich das Gefühl, dass die Autorin bei Whit zunächst nicht so genau wusste, wohin ihn seine Geschichte führen wird. Für mein Lese-Gefühl hat diese Spekulation zur Folge, dass sich die Geschichte (insbesondere zu anfangs) nicht so geschmeidig las.

Kurz gefasst: Ich kann zwar „nur“ 3,5 Punkte vergeben, nichtsdestotrotz habe ich es geliebt, in einem weiteren Teil, in die Welt von Sarah MacLeans „Bareknuckel Bastard“ tauchen zu können. Und ich freue mich wirklich sehr, auf die Geschichte von Ewan aka Robert.