Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Seitdem ich Lorraine Heaths „Scoundrels of St. James“ und Christi Caldwells „Hell & Sin“-Serien genossen habe, bin ich stets auf der Suche nach dieser Art „von-Gauner-zu-Gentleman“-Geschichten, wie sie die beiden Autorinnen erzählen. Mögen sie auch noch so fern der Realität sein ist mir egal. Schließlich will ich beim Lesen Entspannung und Unterhaltung finden.

Es braucht manchmal wohl einfach eine Überarbeitung der Happy End Buecher Seiten, dass man wieder auf die Autorinnen stößt, die man viel zu lange vernachlässigt hat. So bin ich beim Neu-Sortieren und Überarbeiten des Buchstaben M bei Sarah MacLean hängen geblieben. Weil ich die Autorin vor ein paar Jahren, als der CORA Verlag die ersten beiden Teile ihrer „Love by Numbers“-Serie ins Deutsche übersetzt hat und ich den 1. Teil der Serie „Mit neun verruchten Dingen einen Lord bezwingen“ so überschwänglich gefeiert habe, dann aber vergessen habe.

Immerhin habe ich so die Gelegenheit bekommen, sie erneut für mich entdecken zu dürfen; diesmal mit ihrer 2018 gestarteten „Bareknuckle Bastards“-Serie.

Die drei Bastard-Brüder, Devon, Whit und Ewan, des mittlerweile verstorbenen Duke of Marwicks persönliche Nachfolger-Produktion, nachdem dieser keinen ehelichen Erben Zeugen konnte, lediglich eine Tochter, alle zur selben Zeit geboren, haben bereits in jungen Jahren einen Pakt geschlossen. Egal wer von ihnen das Erbe und den Titel des Duke of Marwick für sich gewinnen kann (mehr über diesen zweifelhaften „Wettbewerb“ erfährt man im Buch), mit ihnen soll die Linie des Duke of Marwick aussterben.

Dann aber taucht Ewan, „Duke“, der den Titel für sich beanspruchen konnte, in London auf, maßgeblich auf der Suche nach Ehefrau und Erbe.

Während Ewan auf dem Land blieb, haben sich Devon, „Devil“ und Whit „Beast“ daran gemacht, die Kings of Covent Garden zu werden und eine Organisation, die ihres gleichen sucht, aufzuziehen und dabei nicht zurückhaltend mit ihren bloßen Fäusten vorzugehen; „Bareknuckle Bastards“ eben; ist nun nichts wichtiger als Duke in seinem Vorhaben zu stoppen.

Während Whit mehr dafür ist, die Fäuste sprechen zu lassen und Duke in die Schranken zu verweisen, sieht Devils Plan vor mögliche Gattinnen einfach so lange „unter Ewan weg“ verführen, bis dieser aufgibt. Und Felicity Faircloth, die ein erstaunliches Talent zum Schlösser knacken hat und eine Tendenz, bei Verärgerung, die Wahrheit etwas zu überstrapazieren, spielt ihm dabei in die Hände.

Dumm nur, dass ausgerechnet die designierte adelige Braut, Felicity, eine nahezu magisch-anziehende Wirkung auf Devil ausübt. Er mag es sich noch nicht eingestehen, aber dass jemand anderer, als er, ein Anrecht auf Felicity haben oder es ihm egal sein könnte, was mit einer gefallen Frau passiert, sagt ihm überhaupt nicht zu.

Die Autorin erwähnt übrigens zu Anfang des Buches, dass die Geschichte der Schwester zu einem anderen Zeitpunkt erzählt wird. Doch in „Wicked and the Wallflower“ ist zunächst Devil, Devon Culm, an der Reihe.

Doch, wo soll ich nun anfangen das Vergnügen zu beschreiben, dass ich beim Lesen erfahren konnte? Insbesondere angesichts dessen, dass ich in dieser Rezension schon so viele Worte gebraucht habe? Vielleicht halte ich es in diesem Fall einfach mit meinem Urteil: wer die Geschichte nicht liest, ist selber schuld.

Kurz gefasst: „Wicked and the Wallflower“, biete all das, was ich von einer guter Liebesroman-Unterhaltung erwarte: eine fluffig, leichte und romantisch, amüsante Geschichte. Eine Heldin mit Schneid, Herz und Verstand und ein sich bedenkt und geheimnisvoll haltender Held, der über seine eigenen Pläne stolpert. Typ: raue Schale, überraschend weicher Kern.