Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Als sich ihr Bruder Michael nicht mehr von seiner Segeltour in der Karibik meldet weiß Harper Winston, dass etwas passiert sein muss. Um dem auf den Grund zu gehen, engagiert sie den „Maximum Security“-Chef Chase Garrett, der einst ein enger Freund ihres Bruders war.

Obwohl sich Chase alles andere als sicher ist, ob Michael nicht wieder auf die schiefe Bahn geraten und abgetaucht ist, so reist er doch zusammen mit Harper, für die er schon seit ihrer Jugend ein Faible hat, in die Karibik.

Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Michael und stoßen dabei in ein gefährliches Wespennest.

Ich habe mich mit dem Lesen von „The Conspiracy“ unendlich schwergetan und eine ganze Weile war mir nicht einmal klar warum. Denn augenscheinlich bietet der Roman alles was mein Romantic Suspense-Leser-Herz begehrt.

Der bisher nur im englischen Original veröffentliche Roman, ist wirklich sehr einfach und angenehm flüssig zu lesen. Die Story schreitet stets voran und bietet nahezu auf jeder Seite neue Aktion. Charaktere gibt es zu Hauf und dem Leser werden gleich zwei Liebesgeschichten angeboten, die von Harper und Chase und die von Michael und Pia, seiner Reisebekanntschaft. Und eine exotische Kulisse gibt es obendrauf.

Ich kann also gut nachvollziehen, warum der Roman und die bisher erschienen „Maximum Security“-Teile so gut bei den Fans der Autorin ankommen.

Es mag sein, dass ich, der sich noch nie wirklich der Autorin annähern konnte, hier ein wenig zu kritisch bin, aber für meinen Lesegeschmack verliert sich die Geschichte, trotz Aktion, diversen Erzählsträngen und seinen vielen darin agierenden Figuren, relativ schnell in Bedeutungslosigkeit.

Zum einen mag das daran liegen, dass mich die Liebesgeschichte von Harper und Chase einfach nicht mitreißen konnte. Oh sicher, die intimen Szenen sind durchaus „steamy hot“, doch die Liebesgeschichte wirkte auf mich viel zu steril und innerhalb der Story irgendwie deplatziert.

Zu anderen ist die Geschichte einfach zu vollgepackt. Für meinen Lesegeschmack hätte vermutlich die Hälfte der Aktion vollkommen ausgereicht und ein paar weniger Charaktere im Spiel hätte ich auch von Vorteil gefunden.

Ja, und dann wäre da noch das „Macho-Ding“ - gegen das ich grundsätzlich nichts einzuwenden habe, mitunter finde ich das ganz amüsant und unterhaltsam. Beim Lesen von „The Conspiracy“ hat es mir jedoch mehr als ein Augenrollen entlockt.

Weniger Tolerant bin ich hingegen mit naiven Heldinnen, insbesondere solchen, die mir zunächst als kluge, mutige und selbstständige Frauen vorgestellt werden und dann angesichts eines bloßen Oberkörpers zu naiven Weibchen mutieren. Aber ehrlicherweise war ich auch von Chase „hungry eyes“ irgendwann nur noch genervt.

Kurz gefasst: „The Conspiracy“ liest sich wie ein älterer Roman von Suzanne Brockmann. Sehr gefällig geschrieben, (leider) sehr routiniert erzählt, mit (leider) mehr „Suspense“ als „Romantic“ und (leider) vollgepackt mit Stereotypen.