Rezensionen

Tinas Bewertung 05 Sterne.png

Das Leben auf St.Kilda ist arm und auch sehr gefährlich, denn die Vogeljagd, die das Überleben sichert, fordert immer wieder ihren Tribut. Doch auf ihre Weise sind die Bewoher zufrieden mit ihrem Leben.

Die junge Mairi, die St.Kilda innig liebt, ist ein wissbegieriges Mädchen; das bringt ihr jedoch auch so manchmal Ärger ein. Etwa wenn der Lehrer Reverend Muro sie wieder einmal für ihre Neugier bestraft, dann ist Neill Macay für sie da um sie zu trösten. Aber Neill und Mairi verbindet nicht nur eine Freundschaft, sondern auch ein Versprechen.

Ergänzend sollten vielleicht noch Lord Thomas und Lady Eleanor McFinnighan erwähnt werden. Da ich aber nicht zu viel verraten will, hier nur eine kleine Anmerkung dazu: Die McFinnighan nehmen Mairi, die nun Marianne heißt, mit aufs Festland. Dort machen ihr die Kinder der McFinnighans, Susanna und Dorothey, das Leben jedoch nicht gerade leichter. Nur der Sohn des Hauses Alexander hilft ihre beim Eingewöhnen und schafft damit ein besonderes Band zwischen den beiden.

Schon das Cover hat mich neugierig auf das Buch gemacht und der Klappentext tat sein übriges mich für das Buch zu interessieren. Und wow - was für ein tolles Buch habe ich da entdeckt!

Nach den ersten Seiten war ich noch ein wenig zögerlich, dann jedoch hat sich meine Zurückhaltung vollkommen aufgelöst und es war um mich geschehen.

Riccarda Martin hat es verstanden mir die Landschaft, aber auch die Figuren und deren Geschichte, zu nah zu bringen, dass ich mich beim Lesen vollkommen im Kopfkino verloren hatte. Die Autorin schreckt nicht davor zurück, Themen wie Selbstmord oder Tötung aus Notwehr in die Geschichte mit einfließen lassen, sowie Homosexualität; die damals noch unter Strafe und mit Todesstrafe geahndet wurde. Manchmal muss man beim Lesen leise auflachen, hier und da können aber auch mal Tränen fließen. Und die Liebe hat auch hier und da die Finger mit im Spiel.

Mairi ist eine sehr faszinierende Figur, man schließt sie sofort ins Leserherz und ist mir auch nach Beenden des Buches noch lange durch den Kopf gegeistert. Trotz des harten Lebens auf St. Kilda ist sie unbeschwert bis es zu einem Unglück kommt, dass sie von der Insel wegführt und ihr Leben komplett verändert. Am Ende des Buches schließt sich der Kreis und es kommt zu einem Wiedersehen mit alten Bekannten aus St. Kilda, doch nicht alle meinen es gut mit Mairi.

"Insel der verlorenen Liebe" hat mich sehr berührt und ist mir zu Herzen gegangen. St. Kilda und Mari haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Für mich persönlich war Riccarda Martin eine tolle Autorenneuentdeckung, die hoffentlich noch viele Geschichten wie diese erzählen wird.