Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Nachdem der New Yorker Geldadel, die „400“, seine Schwester brüskiert hat und nicht zu ihrem Debüt erschienen ist, sinnt der Ire Trevor Bryne Sheridan auf Rache und fügt den „400“ signifikanten finanziellen Schaden zu. Seine Rache trifft auch Alice Diana „Alana“ Van Alen.

Sie jedoch war die Einzige, die tatsächlich zu Mara Sheridans Debüt kommen wollte, weil sie das Mädchen mag und das Tun der „400“ heimlich ablehnt. Ihr bösartiger Onkel, und Vormund, sieht ihre versuchte Rebellion jedoch anders. Aus Zorn (auf Alana und Trevor) lädt er Alana vor Sheridans Haus ab, um sie loszuwerden und sie seiner Wut zu überlassen.

Doch Trevor erkennt in Alana die Chance, seine geliebte Schwester doch noch in die Gesellschaft einführen zu können. Sie soll mit ihm eine zeitlich begrenzte geschäftlich-basierte Ehe eingehen, Mara helfen und sich damit ein finanzielles Polster und eine Annullierung der Ehe verdienen. Alana sieht sich gezwungen auf den Deal einzugehen, da sich für die Sicherheit ihrer gesundheitlich angeschlagenen Schwester alles tun würde.

Es ist schon viele Jahre her, als ich eine Ausgabe von „Der Gigant und die Lady“, heute als ebook unter „Der Rebell und die Lady“ veröffentlicht, gelesen habe. Hätte man mich vor dem Lesen nach dem Inhalt gefragt, wäre es mir schwergefallen, dieses zusammenzufassen, doch mit dem Lesen konnte ich mich wieder an vieles erinnern (und daran, dass mir dieser Teil der „Van Alen Sister“-Serie, weniger gut gefallen hat als der Folgeteil über Alanas Schwester Christabel).

Die Autorin Meagan McKinney hat in diesem 1. Teil der „Van Alen Sister“-Serie eine schwierige Ausgangssituation für ihre Protagonisten geschaffen. Interessant und lösbar, aber schwierig, vor allem, weil sie praktisch bis zur letzten Seite wartet, um ihren Charakteren ein HEA zu verschaffen. Dann aber kommt es ziemlich „dicke“, denn die Autorin bringt aus heiterem Himmel noch zwei weitere Paare, Trevors Schwester, Mara und einen englischen Duke und Trevors Bruder, Eagan, mit einer irisch-stämmigen Reinigungskraft mit Baby, zu einem glücklichen Ende ins Spiel - während sich in den 300 Seiten davor gefühlstechnisch (im Hinblick auf ein HEA) kaum etwas zwischen den Hauptfiguren tut. Nun ja, sie streiten sich, beleidigen sich und sich ignorieren sich ausgiebig.

Immerhin sind sie sich damit ebenbürtig und Alana hat genauso viele Haare auf den Zähen, wie Trevor. Doch während er durchgehend als wütend beschrieben wird, vergießt Alana bei jeder Gelegenheit Tränen, typisch für Liebesromane aus den 80er, aber über die Dauer von mehr als 300 Seiten recht anstrengend.

Dass ich das Buch dennoch relativ gut bewertet habe, lag vor allem am angenehmen Erzählstil und der gut recherchierten Geschichte, die sich atmosphärisch dicht anfühlte und mich ins Zeitalter des „Gilded Age“ versetzt hat. Damit habe ich mich trotz der etwas schwierigen Charaktere von der Geschichte gut unterhalten gefühlt.

Kurzgefasst: eine zu redselige Heldin, mit zu vielen Tränen, ein zu schweigsamer Held, mit zu viel Wut, eine zu langsame Charakterentwicklung und ein zu schnelles Happy End.