Rezensionen

Ankes Hörbuch Bewertung 01 05 Sterne.png

Ich gebe immer mit an, dass diese Art zeitgenössischer Frauen-Unterhaltungsroman eigentlich nicht so mein Ding ist, da ich oft einfach nicht mit den Figuren zurecht komme - doch wegen der generellen Unterhaltsamkeit des Genres, immer mal wieder, insbesondere als Hörbuch, darauf zurückgreife.

So oder so, ich scheine dem Genre gegenüber kritisch zu sein, denn anders ist es nicht zu erklären, dass meine Bewertung, in diesem Fall von Karen McQuestions "Eine unerwartete Erbschaft", so anders, so viel negativer ausfällt, als der Groh der vielen anderen Rezensionen.

So chargieren meine Eindrücke der Geschichte über langweilig, absurd, mäßig spannend bis hin zu vorhersehbar. Auch fehlte mir jedes romantische und nachvollziehbare Gefühl, was diese "romantische Liebeskomödie" irgendwie ad absurdum führt.
Doch mit alldem hätte ich vielleicht noch leben können, wenn mich wenigstens die Figuren angesprochen hätten. Leider war dem nicht so.

Eine solche Aneinanderreihung von solchen, in alle Richtungen überzogenen Akteure; mehr Karikaturen, denn ernst zu nehmende Charaktere, denen die dumm-naive Ich-Erzählerin Lola die Krone aufsetzt, habe ich noch nicht erlebt.

Lola ist in jeder Hinsicht ein Loser - aber keiner, den ich verstehen oder mit dem ich gar mitfühlen konnte. Mehr als genervtes Augenrollen und Kopf auf die Tischplatte donnern war an Teilnahme meinerseits für die Figuren nicht drin.

Aber wer weiß, vielleicht wäre es einmal besser gewesen nicht die Hörbuchversion zu wählen, sondern das Buch zu lesen?
Denn die Sprecherin Nora Jokhosha hat zwar eine angenehme und sympathische Stimme. Trotzdem wusste sie mich mit ihrem Vortrag nicht zu überzeugen. Ganz im Gegenteil.

Das lag hauptsächlich an den stoßweise vorgetragenen Sätzen - ich wüsste nicht, wie ich es anders beschreiben sollte - die ich auf Dauer recht anstrengend zu hören fand.
In Verbindung mit der Ich-Erzählerin, der dumm-naiven Lola, in deren Rolle die Sprecherin Nora Jokhosha in diesem Moment ja schlüpft, hörte es sich an, als befände sich diese in dem dauerhaft überdrehten Zustand des Erstaunens über auch noch die schnödeste Nebensächlichkeit; was übrigens meiner Sympathie Lolas Charakter gegenüber nicht gerade förderlich war.

Und nein, ich habe das Hörbuch nicht komplett bis zu Ende gehört, sondern irgendwann im Laufe des letzten Drittels entnervt aufgegeben und dann nur noch stichprobenartig fertig gehört, um mir ein Bild des (viel zu schnellen) Endes der Geschichte zu machen.

Kurz gefasst: Überzogen dargestellte Figuren, die mich eher Kopfschütteln, denn amüsiert zurückgelassen haben, in einer vorhersehbaren Geschichte - für meinen Geschmack, nur mäßig erfreulich als Hörbuch vorgetragen.