Rezensionen

Schattens Bewertung 04 Sterne.png

Dies war eins meiner ersten Bücher von Teresa Medeiros.

Die Charaktere sind fast alle rund weg sympathisch. Na ja, außer den Dorfbewohnern die einfach dumm sind ... der Plot an sich ist eigentlich ganz witzig und für mich neu.
Das Buch hat also eindeutig einen gewissen Charme und man kann durchaus mit der Heldin Gwen mitfiebern.

Dennoch habe ich den Witz, den ich vom Schreibstil der Autorin kannte, genauso vermisst, wie eine fesselnde Geschichte, da das Buch doch zum Teil nur so vor sich hin plätschert.

Außerdem fand ich das Ende etwas unrealistisch. Warum regt sich Gwen so auf, wenn sie erkennt, dass ihr Geliebter ihre erste große Liebe ist?! Sie müsste sich doch eigentlich freuen?

Dagegen fand ich die Auflösung um den Verräter wiederum sehr gut und überraschend.

Alles in allem kann ich das Buch leider nur als Mittelmaß bezeichnen; mal abgesehen von der Covergestaltung, die mir sehr positiv aufgefallen ist.

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Einst war Ballybliss ein blühendes Dorf. Nachdem jedoch der Laird Ian MacCullogh mit Bonnie Prince Charlie sympathisiert hatte und er und seine Familie darauf von den Engländern umgebracht wurden, verharrte die Gemeinschaft in ihrem Schrecken, bis ein Drache begonnen hatte, das Dorf zu tyrannisieren und mit seinen Forderungen zur Verzweiflung zu bringen.

Nun sehen ihr Heil nur noch darin, dem Drachen eine Jungfrau zu opfern. Die sind jedoch rar im Dorf - bis auf Gwendolyn, die nichts lieber als ihre Ruhe hat, um ihre Nase in Bücher zu stecken. So findet sich Gwendolyn in einer regnerischen Nacht im zerfallenen Burghof des ehemaligen Lairds wieder, als Opfergabe festgebunden an einen Pfahl.

Der Drache ist mehr als verblüfft eine ohnmächtige Frau in seinem Hof wiederzufinden, hatte er doch eigentlich Whiskey und Lebensmittel gefordert, sowie die 1000 Goldstücke, die für den Verrat an Ian MacCullogh und seiner Familie den Besitzer gewechselt haben. Er darf sich ihr zwar nicht zeigen, doch so einfach wieder laufen lassen will er Gwendolyn nun auch nicht. Zumindest so lange nicht, bis der Verräter gefunden ist.

Ohne es geplant zu haben bin, scheine ich gerade auf Wiederentdeckungs-Tour „alter“ Autorinnen zu sein. Auf meiner Suche nach Titeln mit einem „Beauty and the Beast“-Thema bin ich damit zufällig bei Teresa Medeiros gelandet.

Die Bücher der Autorin zählen zu den ersten historischen Liebesromanen, die ich damals für mich entdeckt habe und dementsprechend lange ist es her, dass ich „Verzauberte Herzen“ gelesen habe. Tatsächlich konnte ich mich schon gar nicht mehr so genau an die Geschichte erinnern - vermutlich deswegen, weil mich damals das Buch nicht so recht für sich gewinnen konnte. Interessant war, dass es mir heute deutlich besser gefallen hat, als ich es in meiner Erinnerung präsent hatte. Ein richtig spannendes Re-Reading also.

Sicher, im Original im Jahr 2000, unter dem Titel „The Bride and the Beast“ veröffentlicht, ist die Geschichte und der Erzählstil ein Produkt seiner Zeit. Doch die von der Autorin so gekonnt erzeugte Märchen-Stimmung, mit dem mittelalterlichen Flair (das Buch spielt jedoch 1761), sowie die Charaktere, der Blaustrumpf Gwendolyn, der düsteren Helden Bernard und sein Freund, der amüsant-sympathische Tubber, haben das Buch für mich zu einem Lesevergnügen gemacht. So war es auch zu verschmerzen, wenn die Dorfgemeinschaft, Gwendolyns Schwestern oder ihr Vater mal wieder etwas anstrengender wurden als von mir gewünscht.

Kurzgefasst: ein märchenhafter Ausflug in die Highlands gefällig? Dann sollte Teresa Medeiros einen Blick wert sein.