Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Nachdem mich Teil 3, "Geheime Lügen", von Marliss Meltons "SEAL Team 12"-Serie, so begeistert zurück gelassen hat, habe ich mich recht hohen Erwartungen an den 4. Teil der Serie "Bittere Vergangenheit" gemacht.
Leider wurden meine hohen Erwartungen nicht zur Gänze erfüllt.

Ich denke, das lag vor allem daran, dass ich anfangs eine lange Anlaufphase brauchte, um mich in die Geschichte einzulesen und die Charaktere anzunehmen. Mir erschien die Hauptfigur Penny als zu gut um war zu sein, ihre Schwester, deren Geschichte in einem Nebenplot erzählt wurde, zu nervig und Joe, der Held des Buches, zu passiv.

Erst nach und nach konnte ich mich mit den Figuren anfreunden, ihre Ecken und Kanten, akzeptieren und ihre Charaktere, wenn auch nicht gänzlich sympathisch finden, so dennoch als stimmig und sehr gut zur Geschichte passend erachten.

Gefallen hat mir auch, dass die beiden Schwestern, die Ermittlungsarbeit, in die sie durch den gewalttätigen Tod ihres Vaters verstrickt waren, diejenigen haben vollziehen lassen, die dafür zuständig sind. Kein kopfloses "sich in gefährliche Situationen" begeben, sondern ganz normal-bürgerliches Verhalten.
Natürlich hat die Autorin ihren Heldinnen, in diesem Fall ganz besonders Penny, trotzdem genug Schneid mitgegeben (um diese zwar in Gefahr zu bringen, in die sie allerdings ohne Verschulden hinein gerät) damit sie nicht komplett den Kopf verliert, doch wirkte es nicht übertrieben, sondern passte einfach zu den Figuren.

Lediglich den etwas aggressiv wirkenden beinahe "Seitensprung" von Penny mit dem Helden des 5.Teiles der Serie passte irgendwie nicht so recht ins Bild. Doch schließlich musste die Autorin ihrem Helden, Joe, einen Anstoß geben, endlich in Action zu treten und nicht weiter passiv zu bleiben. Insofern kann ich diese ein wenig unstimmige Szene trotzdem irgendwie akzeptieren.
(Außerdem hat sie mein Interesse am 5. Teil, "Gefährliche Suche" doch ziemlich angefacht.)

Kurz gefasst: Wegen meiner Einstiegsprobleme in die Geschichte und den Figuren, die mich nicht komplett überzeugen konnten, keine Keeperbewertung. Nichtsdestotrotz gab es auch einiges Gutes, in dem flüssig zu lesenden und durchaus unterhaltsamen Roman zu entdecken.

Chris' Bewertung 05 Sterne.png

Körperlich verletzt und von Schuldgefühlen geplagt kommt der Navy Seal Joe Montgomery aus seinem Einsatz in Afghanistan nach Hause. Dort läuft er seiner Nachbarin Penny über den Weg, die sich um seine Katze und seinen Vorgarten gekümmert hat. Auch wenn Joe sie nicht darum gebeten hat. Überhaupt ist er ihr gegenüber sehr reserviert und lässt Penny und ihre Hilfsbereitschaft mehr als einmal abblitzen.

Penny hingegen ist schon seit Jahren in Joe verknallt. Leider steht der Seal eben nicht auf mittelmäßig aussehende Frauen und sie fällt überhaupt nicht in sein Beuteschema. Doch ihr Bekanntschaft vertieft sich – gezwungenermaßen. Denn Joe landet bei Penny, die in einem Navy Krankenhaus als Physiotherapeutin arbeitet.

Doch Joe ist nicht Pennys einziges ‘Problem’. Ihre Schwester Ophelia ist bei ihr eingezogen und gleichzeitig werden die Schwestern von einem Mann bedroht, den sie für den Mörder ihres Vaters halten. Auch wenn Joe sich aus den Angelegenheiten seiner Nachbarin heraushalten möchte, so wird er immer stärker in Pennys Leben hineingezogen. Und er erkennt ihren Wert und ihre liebenswürdige Persönlichkeit.

Joe und Penny haben mich als Protagonisten mehr als überzeugt. Vor allem Joe, der als einziger Mann einen Kampf überlebt hat und schwer gezeichnet aus dem Einsatz zurück kommt. Doch unter seiner harten Schale steckt ein ziemlich fürsorglicher und auch liebenswerter Mann. Penny erkennt schnell, dass Joe Schlimmes widerfahren ist. Und sie bringt ihn sogar dazu sich ihr anzuvertrauen, ohne dass sie dann jedoch über ihn urteilt.

Penny ist dort weich, wo Joe hart ist. Und obwohl ihre Schwester Ophelia echt oft als Strafe erscheint, steht Penny zu ihrer Schwester und war immer für sie da, ohne sich dabei aufgeopfert zu haben und dabei zu verbittern. Für mich ein wirklich gutes Buch. Spannend, sexy, mit dem richtigen Maß an Crime. Auch wenn die Autorin viel Vokabular aus dem Militär gebraucht hat, waren ihre Erklärungen logisch und nie langatmig.

Kurz gefasst: Eine tolle Geschichte, die ein wenig an das hässliche Entlein erinnert und Protagonisten, die einem sehr schnell ans Herz wachsen.