Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Eigentlich ist der Navy SEAL Sean Harlan, nur ihr Vermieter, doch mit seiner Unterstützung und seiner offenen Zuneigung zu ihren Kindern hat es sich längst in ihr Herz gestohlen. Dass da noch mehr sein könnte, verbietet sich Ellie Stuart zu denken. Sean ist einfach nicht der Typ für eine feste Beziehung und schon gar nicht für eine 4-köpfige Familie.

Eigentlich sieht das Sean auch so, auch wenn er nichts von Ellie Gedankengängen weiß. Doch er kann sich weder von Ellie, noch von ihren Jungs fernhalten. Deswegen eilt er ihr auch zur Hilfe, als ihre Kinder entführt werden.

Doch gemeinsam auf der Suche nach ihnen, kommen sie nicht nur langsam aber sicher dem Entführer auf die Spur, sondern nähern sich auch gegenseitig an. Und so sehr es Sean auch zunächst erschreckt, Ellie und ihre Jungs sind bereits viel mehr für ihn geworden, als er je zulassen wollte - sie sind seine Familie geworden.

Ich verfolge die "SEAL-Team 12" der Autorin Marliss Melton schon eine ganze Weile. Dabei sind meine Leseerfahrungen wechselhaft. Da bisher jedoch zwischen schwächeren Teilen, auch immer wieder eine tolle Leseerfahrung kamen, habe ich die Serie bisher noch nie aufgegeben.

"Im letzten Augenblick" jedoch zählt meiner Meinung nach zu den nicht so guten Büchern der Serie, auch wenn ich ihm letztendlich 4 Punkte gegeben habe; andere Romane aus der Serie konnten nicht so viel erreichen.

Dieser 7. Teil kommt mir ein wenig schnell hingeschrieben vor, dabei nutzt die Autorin den von ihr bevorzugen und erprobten Inhalt und Erzählstil; was ich als durchaus positiv finde.
Denn so schafft die Autorin eine recht spannende Verschwörungs- und Korruptions-Story als Hintergrund, in der ordentlich was los ist.

So sind eine ganze Reihe ihrer Figuren an der Story beteiligt. Oh, deswegen will ich mich nicht beklagen, es ist schon klasse hier Hauptcharaktere aus vorangegangen Geschichten wieder zu treffen und zu lesen, dass sie sich immer noch streiten und lieben, aber dieses Buch ist nicht ihre Geschichte, sondern die von Ellie und Sean.

Die eigentlichen Hauptfiguren bekommen einfach keinen Raum sich und ihre Geschichte entwickeln zu lassen. Wie sagt man so schön? Hund und Kinder stehlen jedem die Show! Nun hier ist das auf jeden Fall passiert. Ellie und Sean bleiben blass, man erfährt viel zu wenig von ihnen als Charaktere, ihrer gegenseitigen Anziehungskraft wird lediglich angedeutet und ihre Wandlung hin zu Partnern, die es gleich mit Familie aufnehmen, wird für meinen Geschmack nicht erklärt.

Und dann ist da noch was, was mich gewurmt hat: Alle Fiction in Ehren, aber bei einer dreifachen Mutter, die ein hartes Leben im Trailer hinter sich hat und zu ihren drei Kindern auch einst noch ihre Neffen bei sich aufgenommen hatte und einen saufenden, sie betrügenden Ehemann ihr eigen nannte, bleiben nicht nur seelische, sondern auch körperliche Spuren zurück. Da ist es einfach nicht realistisch, sie wie ein Model zu beschreiben. "Knackig" und "drei Kinder" passen einfach nicht zusammen. Natürlich kann auch eine dreifache Mutter eine schöne Frau sein und auch körperlich deswegen nicht weniger anziehend, aber ihr Erscheinungsbild sollte schon zu ihrem Schicksal passen, um ein wenig Glaubwürdigkeit zu erzeugen.

Kurz gefasst: Ein nettes, kurzweiliges und actionreiches Romantic Suspense Lesevergnügen, das leider seine Figuren und deren Entwicklung sehr nachlässig behandelt.