Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Kriminalhauptkommissar Jan Seidel und seine Kollegin Elena sollen einen rätselhaften Mord aufklären. Ausgerechnet einen Tag nach einer Lesung mit dem berühmten Kriminalautor Schreck, wird in unmittelbarer Nähe zum Hexenturm, in Rheinbach, die Leiche einer jungen Frau aufgefunden. Drapiert mit einer blonden Perücke unter der die Tote kahl geschoren ist.
Im Zuge der Ermittlungen kristallisiert sich heraus, dass die Tote an einer seltenen, psychischen Krankheit litt, dem Rapunzel-Syndrom. Ist es wirklich nur Zufall, dass der aktuelle Bestseller Schrecks, den Titel „Rapunzelmord“ trägt? Bei ihren Ermittlungen treffen Jan und Elena auf eine äußerst exzentrische Gruppe, einem literarischen Zirkel, zu dem Hobbyautoren, Bücherliebhaber und auch ernstzunehmende angehende Schriftsteller gehören. Alle verbindet die Liebe zum geschriebenen Wort, genau wie die Tote, die am Hexenturm aufgefunden wurde, denn auch sie gehörte zum Literaturkreis.
Doch kann es wirklich sein, dass der Mörder unter ihnen zu finden ist, oder geht womöglich ein sexuell motivierter Serientäter in Rheinbach um?
Jan und Elena ermitteln fieberhaft, doch zunächst kommen sie nur schleppend voran, da sich die Mitglieder des Literaturkreises äußerst zugeknöpft geben. Und auch die Mutter der Ermordeten verhält sich äußerst rätselhaft…

Ich muss zunächst sagen, dass ich die beiden Vorgängerbände der Reihe nicht kannte und nur durch Zufall beim Stöbern auf „Rapunzelgrab“ stieß. Trotzdem kam ich ganz gut in die Geschichte hinein, da die Anspielungen auf den bisherigen Werdegang des Ermittlerduos verständlich vermittelt werden, so dass Vorwissen nicht benötigt wird. Zudem steht, auch wenn private Dinge die das Ermittlerduo betreffen, ebenfalls am Rande Erwähnung finden, der Kriminalfall eindeutig im Fokus des Geschehens. Die Autorin stellt in ihrem Roman zahlreiche Personen vor, die im Dunstkreis des Opfers agierten; dass erforderte zum Teil meine ganze Konzentration beim Lesen, da die Figuren, ihre Verbindungen untereinander und ihre charakterlichen Eigenheiten sehr in den Mittelpunkt gestellt werden. Das ist zum einen sehr löblich, damit man als Leser einen besseren Zugang zu den Figuren finden kann, doch manches Mal auch etwas zäh zu lesen. Vor allem, wenn es sich bei manchen der Figuren um sehr exzentrische, unsympathische Akteure handelt.

Dennoch Ecken und Kanten haben alle zu bieten und auch die Einblicke in das Schriftstellerleben fand ich interessant vermittelt. Auch der Kriminalfall ist ungewöhnlich konzipiert, wenn mich auch die rasche und wie ich fand etwas unspektakuläre Auflösung am Ende etwas enttäuscht hat.
Nichtsdestotrotz lässt sich „Rapunzelgrab“ dank des eingängigen Schreibstils der Autorin gut lesen und hebt sich durchaus aus der breiten Masse an Krimilektüre ab.

Kurz gefasst: Unterhaltsamer Krimi, im Schriftstellermilieu angesiedelt…