Rezensionen

Kas Bewertung 04 05 Sterne.png

"Unheiliger Engel" von Andrea Mertz beginnt mit großen Worten aus einer längst vergangenen Zeit. Zitat Anfang: "Es gab einst eine Zeit, da war ich göttliches Licht, nächtlicher Sternenglanz, das Strahlen der Sonne, der helle Schein des Mondes, zuckender Blitz und tosender Donner. Ich war eins mit dem Himmel und den Elementen, ein Teil der Sphären und Universen." Zitat Ende. (Zitat entnommen aus dem hier rezensierten Buch, COPYRIGHT © 2012 Sieben Verlag).

Und dann wird der geneigte Leser plötzlich ins kalte Hamburg des Jahres 2011 katapultiert, in dem es mehr als dämonisch zugeht. Der Held, Sergej Nikolaj Kasamarov ist unsterblich. Er lebt das Leben eines reichen Playboys. Er weiß, dass er unsterblich ist. Doch er weiß nicht, woher er ursprünglich gekommen ist. Seine längst vergangene Vergangenheit liegt absolut im Dunklen. Sein bis dato unangetasteter Leumund, bekommt eine tiefe Kerbe, als alles darauf hindeutet, dass er angeblich eine junge Frau durch einen bestialischen Mord getötet hat. Alle Beweise deuten auf ihn als Täter hin.

Die junge Polizeikommissarin Elaine Jäger wird auf den Fall angesetzt. Sie ist bewandert mit Wissen um dämonische Mythologie und ist sich schnell darüber im Klaren, dass es sich bei dem vorliegenden Mord um einen Ritualmord handelt. Doch je näher sie sich mit Sergej beschäftigt, desto sicherer ist sich Elaine, das er nicht der Mörder sein kann. Unverhofft taucht auf einem Ball, den Sergej für seine Geschäftspartner hat ausrichten lassen, eine alte verhasste Widersacherin auf: Anna. Anna sieht in Sergej denjenigen welchen, mit dessen Hilfe sie die absolute Macht über die Menschheit gewinnen kann. Ihr ist jedes Mittel recht um an ihr Ziel zu kommen.

Spätestens hier beweist die Autorin, dass sie eingehend in Sachen teuflischem und dämonischem Wissen recherchiert hat! Was mich hierbei jedoch ein wenig gestört hat, war die Tatsache, dass auch noch der "Mayakalender" zur unterstützenden Hilfe hinzugezogen wurde - das war dann doch ein bisschen "zu viel des Guten". Andrea Mertz hat es jedoch gekonnt geschafft, eine düstere Spannung aufzubauen, die mir beim Lesen das ein oder andere Mal einen gruseligen Schauer über den Rücken gejagt hat.

Sehr schön fand ich die Gespräche beschrieben, die Elaine und Sergej miteinander geführt haben, sie verleihen der Geschichte Tiefe und sind einfach schön. Was beim Lesen einen besonderen Kick bereitet, ist die Tatsache, dass der geneigte Leser ob des Geheimnisses der Herkunft Sergejs weiß. Er selbst aber im Dunkeln tappt. Gerne vergebe ich "Unheiliger Engel" 4,5 zufriedene Lesepunkte.

Kurz gefasst: "Unheiliger Engel" ist paranormal-dämonische Unterhaltung die in die Tiefe geht. Kein Buch, das sich so nebenbei lesen lässt.