Rezensionen

Kas Bewertung 04 Sterne.png

Es ist kaum zu glauben! Schon, als ich "Mond der Unsterblichkeit" gelesen hatte, habe ich mir vorgenommen "Mond der verlorenen Seelen" am Tage zu lesen. Doch wer hat dazu schon Zeit? Also, habe ich das Lesen auf die Nachtstunden verschoben. Und wieder hat das Gruseln mich gepackt. Gänsehautfieber!

Elke Meyer versteht es, den Leser gekonnt in ihre fiktive Welt aus Druiden, Vampiren, Werwölfen, Aufsitzdämonen und anderen Schattenwesen zu entführen. Man lässt sich regelrecht in diese Schattenwelt hineinziehen.

Amber und Aidan haben es sehr schwer. Nachdem die beiden sich am Ende des ersten Teiles gefunden hatten, gehen jetzt die Probleme umso stärker weiter. Lord Revenant hat Aidan zu seinem "Warrior", also Krieger, auserkoren. Das dunkle Flüstern, dem Aidan ausgesetzt wird, wirkt immer stärker auf ihn ein. Aidan fühlt eine Verwandlung in sich, der er sich kaum entziehen kann. Zu verlockend ist der Durst nach Blut bzw. zu sinnlich das Töten. Doch die menschliche Seite in ihm ist erschüttert über seine Umtriebe. Aber zu süß ist das Flüstern in seinen Ohren.

Amber fühlt mehr und mehr, dass Aidan ihr entgleitet. Sogar optisch verändert er sich: Seine Haut wird immer blasser, bei Erregungszuständen zeigen sich seine Vampirzähne und er hat plötzlich übermenschliche Fähigkeiten. Doch auch Amber entwickelt sich. Aus der jungen Frau, die anfangs noch mit ihrer Gabe hadert, entwickelt sich eine Druidin, die ihre Fähigkeiten immer sicherer handhabt. Sie ist die Tochter des Windes - also der Urgewalten und kann neben Wind, auch Feuer, Erde und Wasser für sich nutzbar machen. Mit Hilfe von ihrem alten Lehrmeister Hermit, festigt sie ihre Gabe. Doch immer tiefer gerät sie in den Sog des Dämonischen.

Amber und Aidan lieben sich tief und stark. Aber tief verwurzelt ist auch Aidans Angst, Amber zu verletzen, oder gar zu töten, wenn ihn die Blutgier packt. Amber dagegen kämpft um ihre gemeinsame Liebe, auch wenn ihr das zusehend schwerer fällt. Zu augenfällig sind die Veränderungen, die Aidan als "Warrior" durchmacht.

Plötzlich taucht Samuel Duncan, der Sohn des hiesigen Schäfers auf. Amber fühlt sich gleichermaßen angezogen und abgestoßen von diesem attraktiven Mann. Samuel hütet ein dunkles Geheimnis. Er ist sehr mysteriös und es stellt sich die Frage: Was hat er mit Amber vor? Und seltsamerweise ist Amber bei ihm nicht fähig, eine Aura zu erkennen. Will Samuel die Schattenwelt erneut öffnen? Vor Amber und Aidan liegen schier unlösliche Probleme.

Auch in "Mond der verlorenen Seelen" zeigt Elke Meyer wahre Klasse, wenn es um den Aufbau von Spannung und Gänsehaut geht. Doch auch in diesem Teil, fand ich irgendwie keinen rechten Zugang zu Amber. Sie wirkte auf mich teils zickig wie ein trotziges Kleinkind, dann wieder erwachsen, dann wieder zu forsch hinein ins Unheil! Es fiel mir schwer - in gewissen Situationen - mich in ihr Handeln hinein zu versetzen. Nichtsdestotrotz liefert dieser Roman anregende, aufregende, wonnegruselnde Lesemomente. Der zweite Teil der "Monde der Finsternis" Serie bekommt von mir 4 Punkte.