Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Schon seit dem 1. Teil der Serie bin ich ein begeisterter Hörer von Marissa Meyers "Luna Chroniken". Dass die fantastische Vanida Karun die Hörbücher gelesen hat, war natürlich ein Bonus, aber vor allem hat mich die Mischung der Reihe aus intergalaktischem Roadtrip, Action, Romantik und Märchen so gefesselt, sodass ich alle Teile förmlich inhaliert habe.

So ist es nicht verwunderlich, dass ich, als mein Bruder mir gestern Abend aus heiterem Himmel - (dass ich mich aber auch immer wieder von Veröffentlichungsdaten überraschen lasse, obwohl ich auf einem Bücherblog poste, ist dabei eine ganz andere Frage!) - sein Exemplar des 4. Teiles "Wie Schnee so weiß" unter die Nase hielt, ein wenig die Nerven verloren habe (auch weil ich aktuell noch keine Ankündigung für die Hörbuchausgabe gefunden habe), das Buch umgehend annektiert und mich auf der Stelle ans Lesen gemacht.

Das lunarische Volk zu einer Revolution anzetteln und mit ihnen zusammen die böse Königin Levana stürzen, ist der Plan, den unsere Helden um Cinder aka Prinzessin Selene, beschlossen haben. Doch die Umsetzung ist nicht so ganz einfach und wird immer wieder durch Probleme verhindert.

Als Levana beschließt ihre Stieftochter, Prinzessin Winter, aus dem Weg zu räumen, schließlich darf niemand Schöner sein als sie, erhält die Gruppe eine Verbündetet, die großen Einfluss auf die lunarische Bevölkerung und es gilt das Volk zu überzeugen sich endlich gegen die Königin zu erheben.

Eine durchlesene Nacht und Unmengen Kaffee später, hatte ich mich endlich durch die 848 Seiten gelesen und meine Helden ins "Und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage" gebracht.

Aber wow, was war das für ein Ritt gewesen.
Nun ist es jedoch tatsächlich nicht einfach sich durch einen solchen Wälzer (und ich meine das sehr liebevoll, denn ich habe jede Seite davon genossen) zu lesen. Und so muss ich zugeben, dass ich in meiner Gier, zu wissen wie alles enden wird, die ein oder andere Seite lediglich überflogen habe; was mir jedoch noch einiges an Entdeckungspotential gibt, sollte auch zu diesem Teil ein Hörbuch veröffentlicht werden.

So kann ich nicht wirklich behaupten, dass es mir gefallen hat, dass die Autorin ihren Helden nichts, aber auch nichts erspart hat.
Denn tatsächlich zog sich das Buch auf diese Weise schon ein klein wenig, weil immer noch was und noch was passierte und die Geschichte nicht wirklich voran kam.
Andererseits traten hier nun so viele Figuren gleichermaßen in Aktion und es wäre natürlich langweilig (und unrealistisch, wenn man davon bei einem fiktionalen Roman überhaupt sprechen kann) gewesen, wenn sie alle mit denselben oder gar keinen Problemen zu kämpfen gehabt hätten.

Da muss natürlich Abwechslung her und so kamen eben alle Stolpersteine dran, die sich eine Autorin nur ausdenken kann und diese brauchten Raum um ausreichend in Szene gesetzt zu werden. Was ich wiederum vollkommen in Ordnung fand.

Was gab es sonst noch? Nun da gab es auch noch ein Paar, dass zueinander finden sollte, deren Schneewittchen-Geschichte zwar perfekt in den Rahmen der allgemeinen Ereignisse passte, aber für meinen Lesegeschmack dabei doch einen Ticken zu kurz kam.

Aber wirklich beschweren will ich mich nicht, Winter und Jacin sind wirklich sympathisch und wundervoll und alles, aber mein Lieblingspaar sind eben immer noch Wolf und Scarlet (die mir übrigens mit jedem Teil sympathischer geworden ist, aus "Wie Blut so rot"), da ist es schon okay, wenn erstere zugunsten letzterer (und Cinder, Kai, Cress und Thorne) ein wenig beiseite rutschen müssen.

Was ich unglaublich toll finde, und das gilt nicht nur für diesen Teil, sind die Ideen der Autorin. Und dass sie es schafft, auch in einem 4. Teil immer noch neue Sachen zu bringen. Und alles mit scheinbarer Leichtigkeit zu einem harmonischen und runden Großen und Ganzen zusammen fügt. Das macht mich vor Bewunderung wirklich sprachlos.

Überhaupt in diesem Teil, in dieser Serie, stimmt einfach alles. So ist es kein Wunder, dass man förmlich durch die Seiten fliegen kann, denn es liegen zwar den Charakteren viele Steine im Weg, aber der Leser kann ohne Stolperfallen lesen, das rasante und atemlos machende Tempo genießen und zum Happy End in letzter Minute verträumt seufzen.

Kurz gefasst: "Aschenbrödel", "Rotkäppchen", "Rapunzel" und "Schneewittchen" (eine Mechanikerin, Gemüsegärtnerin, Hackerin und Prinzessin) retten zusammen mit ihren "Prinzen" (ein Kaiser, ein mutierter Wolfs-Soldat, ein Abenteurer und ein Garde Wächter), nicht nur eine, sondern gleich zwei Weltfrieden und besiegen am Ende die böse Königin/Tante/Stiefmutter in Personalunion und ihre Handlanger und das märchenhaftes Team am Ende ein romantischen "Und sie lebten glücklich...." bekommt. Was kann ein Leser mehr verlangen? Unbedingt lesen!