Rezensionen

Tinas Bewertung 04 Sterne.png

Mathilda ist eine verträumte und sehr liebenswerte Person. Und auch wenn die Wünsche, die an die Organisation gestellt werden, sie öfters mal an den Rand ihrer Kräfte bringen, arbeitet sie gerne, genauso wie alle anderen dort.
So fährt sie schon einmal mit einem Pony in der S-Bahn, nur um einer alten Dame den Wunsch zu erfüllen, mit einem Pferd durch den Frühling zu reiten. Oder sie lässt es mitten im Sommer schneien, für eine Dame, die die Schneekönigin liebt.
Aber leider gibt es auch Menschen, die das alles schlecht aufnehmen und Mathilde und der Ärztin Ingeborg, das Leben schwer machen und sogar so weit gehen, dass alles zu einer gerichtlichen Angelegenheit wird.

Was darauf folgt und wie Mathilda und die anderen damit umgehen, verrate ich euch an dieser Stelle jedoch nicht, dass müsst ihr schon selber lesen. Aber Achtung dabei bleibt kein Auge trocken (und ich meine nicht vor Lachen) und die Geschichte wird den Leser mit Sicherheit auch nachdenklich stimmen.

Antonia Michaelis hat mit "Das Institut der letzten Wünsche" einen sehr feinfühligen, warmherzigen und sehr unter die Haut gehenden Roman geschrieben, der nebenbei auch sehr nachdenklich stimmt und mich als Leser dazu gebracht hat, mich mit mir und meinem Leben auseinanderzusetzen.

So ist es nicht immer ganz so einfach, sich mit dem Tod und dem Sterben zu befassen, denn auch wenn es uns alle betrifft, so ist dieses Thema, doch für viele von uns Leser sehr weit weg; was auch absolut richtig und normal ist. Leicht darüber zu lesen, ist es eben doch nicht immer.

Wenn es jedoch eines Tages so weit ist, dann wäre es einfach wundervoll, wenn es jemand wie Mathilda geben würde, der sich uns annimmt und hilft, genau das zu erleben, was man sich wünscht, um mit einem warmen und glücklichen Moment aus dem Leben zu scheiden.

Kurz gefasst: Hat nicht jeder von uns noch Träume und Wünsche, die er sich gerne erfüllen möchte? Deswegen lebt jeden Tag so als wäre er der letzte; dass lehrt dieser Roman. Ein schwieriges Thema, nicht immer ganz leicht zu lesen, aber von der Autorin sehr warmherzig umgesetzt.