Rezensionen

Chris' Bewertung 04 Sterne.png

Robin Goodfellow Blackthorn, auch Puck genannt, hat dem Festland und Paris den Rücken gekehrt und ist zurück in London. Hier will er auch die englische Gesellschaft aufmischen und ein Teil von ihr werden. Dies ist allerdings nicht so einfach – schließlich ist er einer der berüchtigten Blackthorn Bastarde. Jedoch ist Robin ein sehr umgänglicher und höchst charmanter Geselle. Für die Umstände seiner skandalösen Geburt kann er ja nichts.

Auf einem skandalösen Maskenball lernt Robin dann die bildhübsche Regina Hackett kennen und stellt voll Bedauern fest, dass sie eigentlich eine Unschuld ist und hier gar nichts verloren hat. Regina, die sehr unter ihrem bösartigen Vater und der ständig betrunkenen Mutter leidet, ist eher zufällig auf dem Maskenball gelandet. Ihre Begleitung – Cousine Miranda – hat sie dazu überredet. Doch dann verschwindet Miranda und obwohl Regina sich eigentlich von Puck fernhalten wollte, muss sie ihn um seine Hilfe bitten. Sie muss nach Hause und irgendwie muss sie Mirandas Verschwinden erklären …..

Und Puck erweist sich als wahrhafter Gentleman – aber auch als grandioser Schauspieler. Allerdings haben sie nicht mit dem Feind in den eigenen Reihen gerechnet und Reginas Leben ändert sich schlagartig. Genauso wie das von Puck, der in eine abenteuerliche Entführungsgeschichte hineingezogen wird.

Zu meinem Leidwesen beginnt der langerwartete zweite Teil der Blackthorn Brüder ein wenig schwerfällig. Und es dauert schon eine Weile bis man sich in der Geschichte zurechtfindet. Regina ist eine etwas anstrengende Heldin, die den Bogen schon gelegentlich überspannt. Puck hingegen ist eloquent, charmant, amüsant … ein toller Held, wenn auch mit ein paar kleinen Schwächen. Zu ihnen gesellt sich schon bald Pucks älterer Bruder – der unfassbare Black Jack. Er kommt und geht wie es ihm passt und auch wenn sich die Brüder mögen, so gibt es immer Reibereien zwischen ihnen.

Doch Jack und seine Freunde helfen Puck und Regina nach der verschwundenen Miranda zu suchen und decken dabei eine grausame Verschwörung auf.

An den ersten Teil kommt dieses Buch leider nicht heran. Das lag an dem schwerfälligen Start und auch an der etwas mühsamen Heldin. Außerdem fand ich die intimen Szenen des Buches nicht ganz so schön beschrieben wie erhofft. Dafür kommt aber die Romanze zwischen Puck und Regina sehr gut zum Tragen und dieser Teil der Geschichte ist auch sehr schön beschrieben.

Kurz gefasst: Eine nette Liebesgeschichte, die jedoch etwas schwerfällig beginnt.

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Ausgerechnet auf einem berüchtigten Maskenball in London lernt Robin Goodfellow Blackthorn, von allen nur kurz „Puck“ genannt, eine junge Dame kennen, die noch unberührt ist, wie er nach einem kurzen, hitzigen Wortwechsel, feststellen muss. Seine amourösen „Schweinereien“, die er in französischer Sprache in Regina Hacketts liebliche Öhrchen flüstert, lassen die Debütantin jedoch nicht so kalt, wie sie Puck, dem Liebling des französischen Hofes, nun nach England zurückgekehrt, zu verstehen gibt.

Eigentlich möchte Regina nichts lieber, als so schnell wie möglich die anrüchigen Lokalitäten wechseln, die sie lediglich auf Bitten und Betteln ihrer leichtfertigen und abenteuerlustigen Cousine Miranda aufsuchte. Doch Miranda ist wie vom Erdboden verschluckt und so bittet die aufgelöste Regina schließlich den einzigen bei ihrer Suche um Hilfe, den sie bereits auf dem Ball kennen gelernt hat- Puck.

Puck; der Frauen in Notlagen von jeher nicht widerstehen kann, erklärt sich einverstanden, doch Miranda ist unauffindbar. Um Reginas Ruf zu schützen, ersinnt Puck schließlich einen gewagten Plan und erfindet eine Entführung, der Miranda zum Opfer gefallen ist, doch wie so oft im Leben, können Lügen schneller wahr werden, als man denkt.
Mirandas und Reginas Familien sind aufgebracht und entsetzt, als sie von Puck über die Entführung Mirandas unterrichtet werden, doch seine Hilfe lehnen sie rigoros ab und verbieten ihm des Weiteren auch den Umgang mit Regina, da Puck, wie im ton allgemein bekannt ist, nur ein unehelicher Adelsspross ist.

Doch Puck wäre nicht Puck, wenn er sich so leicht abschütteln lassen würde, zumal Regina keinen Hehl daraus macht, dass seine Unterstützung unbedingt erforderlich ist, weil sie ihrer Familie nicht zutraut, Miranda zu finden, bevor deren Ruf hoffnungslos ruiniert ist.
Die Dringlichkeit Miranda zu entdecken, nimmt zu, als Puck erfährt, dass seit kurzer Zeit immer mehr weibliche Blondinen aus London verschwunden sind und man nie wieder von ihnen gehört hat. So wendet er sich an seinen Bruder Jack der für die Krone arbeitet, um mehr über die verschwundenen Frauen zu erfahren. Jack jedoch will Puck nicht allein recherchieren lassen und so hat die resolute Regina, die es sich ebenfalls nicht nehmen lassen möchte, ihre Cousine auf eigene Faust zu suchen, plötzlich gleich zwei „Blackthorn“ Brüder am Hals. Während sie gemeinsam einem Menschenhändlerring auf die Spur kommen, kommen sich auch Regina und Puck langsam näher…

Nachdem die Autorin in ihrem 1. Teil der Serie „Der Bastard und die Lady“ die beiden Brüder des Hauptakteurs des Buches, bereits als Nebenfiguren in Aktion treten ließ, war ich schon sehr neugierig auf deren eigene Geschichten. Während Puck vor allem mit seinem humorvollen Wesen punktet und aller Welt weismachen möchte, dass er ein liebeswerter Dummkopf ist, (dabei ist das absolute Gegenteil der Fall) ist Jack ein recht geheimnisvoller Charakter, der seine Brüder zwar über alles liebt, sie aber dennoch im Unklaren über seine geheimen Tätigkeiten und gewisse Tiefpunkte in seinem Leben, lässt. Er ist ein regelrechter Geheimniskrämer und doch harmonieren Puck und Jack durch ihre Unterschiedlichkeit sehr gut miteinander und lockern die Story durch ihre humorvollen brüderlichen Neckereien auf.

Obwohl ich mich mit Regina, der Heldin des Romans mehr anfreunden konnte, als mit Beaus Frau Chelsea, da Regina zwar ebenfalls sehr stur auftritt, doch ein wenig cleverer agiert, hatte ich zunächst einige Probleme damit, richtig in die Story eintauchen zu können, da ich die Romanpassagen über Reginas nervige (leider sehr schablonenhaft charakterisierte) Familie am Anfang des Romans kaum ertragen konnte. Erst ab dem Zeitpunkt, als Puck und Regina den Mädchenhändlerring näher kommen und ein Verdacht im Raum steht; als Jack ebenfalls involviert wird, nimmt die Geschichte endlich an Fahrt auf, doch bis es so weit ist, vergehen leider knapp 180 Seiten.
Dann jedoch wird es richtig spannend und auch die Liebesgeschichte zwischen Regina und Puck nimmt ihren Lauf. Apropos Liebesgeschichte: Ich muss leider zugeben, dass ich die beschriebenen Liebesszenen in diesem Roman furchtbar schwülstig ausgedrückt empfunden habe, so dass ich fürchte, dass Freunde gepflegter und ansprechender Liebesszenen hier schon etwas enttäuscht werden könnten.
Dafür stimmt jedenfalls ansonsten die Chemie zwischen dem Heldenpaar und man kann auch sehr gut nachvollziehen, wieso sich die beiden schließlich ineinander verlieben.

Kurz gefasst: Netter Nachfolgeband der „Blackthorn“ Reihe, wenn auch nicht ganz so gut, wie Teil 1 der Serie.