Rezensionen

Nicoles Bewertung 03 05 Sterne.png

Nachdem bereits vor einer Weile, gewisse Geheimnisse eines gefährlichen Geheimbundes aufgedeckt wurden, nebst der Mitwirkung verstorbener Redgrave-Oberhäupter, versuchen die Redgrave Geschwister und Simon Ravenbill, Marquis of Singleton, dessen Bruder ebenfalls in die Fänge des Geheimbundes geraten war, was sein Ableben zur Folge hatte, nun fieberhaft, wichtige Aufzeichnungen und Tagebücher zu finden, in denen sämtliche Mitglieder des Bundes verzeichnet sind, damit diese nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Gideon, Valentine und Maximillien vermuten diese Tagebücher auf dem Familiensitz der Redgraves und haben aus diesem Grunde ihre Schwester, Lady Katherine auf den Landsitz verbannt, wo diese außer Gefahr ist und sich zugleich auf die Suche machen kann. Mit von der Partie sind Valentine und Simon. Zwar wundert sich Lady Katherine zunächst, was Simon auf dem Redgraveschen Ladsitz zu schaffen hat, gibt sich aber mit Valentins Erklärung, dass Simon ein alter Freund wäre, zufrieden.

Simonas Attraktivität lässt Katherine alles andere als kalt, doch als sie den wahren Grund für seinen Aufenthalt erfährt, ist sie darüber erbost, dass Simon und ihre Brüder versuchen, ihr wichtige und gefährliche Geheimnisse vorzuenthalten. Dabei ist sie dank ihrer Cleverness bereits absolut im Bilde über gewisse Vorkommnisse, auch wenn diese sie traurig stimmen. Immerhin muss sie damit leben, dass Großvater und Vater wahre Ungeheuer waren, die nun sogar im Verdacht stehen, ihr Vaterland verraten zu haben, bzw. im Begriff waren, es zu tun. Simon findet Katherines offene und ungekünstelte Art erfrischend und verliebt sich Hals über Kopf in den cleveren Wirbelwind, doch Katherine macht es ihm alles andere als leicht. Dennoch bündeln sie ihr Wissen, um auf Redgrave Manor nach dem geheimen Aufenthaltsort der Tagebücher zu suchen. Auch gewisse Geheimgänge die unter dem Anwesen verborgen liegen und ein leeres Grab, geben ihnen einige Fragen auf…

Nachdem ich den ersten Teil der neuen Redgrave Reihe von Kasey Michaels, „Die fünfte Mätresse des Earls“ so überragend, witzig und spritzig fand, habe ich mich schon sehr auf die Geschichte über Lady Katherine gefreut. Leider hielt sich meine Freude dann beim Lesen in Grenzen. Das lag vor allem daran, dass ich diesmal nicht zurecht kam, mit dem Schreibstil der Autorin. Auch „Der Verführer von Redgrave Manor“, wartet zwar mit reichlich humorigen Passagen auf, doch geraten die Akteure, in diesem zweiten Band, leider allzu oft ins „Schwafeln“ und so mancher Dialog mutet dazu recht modern an, so dass mein Lesefluss immer wieder ins Stocken geriet. Dabei ist Katherine eine so liebeswerte und clevere Romanheldin, die sich von der Männerwelt keinesfalls die „Butter vom Brot“ nehmen lässt, sondern trotz gewisser Stolpersteine im Leben, was auch für die geheimnisumwitterte Matriarchin Lady Beatrix gilt, stets ihren Weg geht. Dazu fand ich Simon einfach perfekt für Katherine.

Die Liebesgeschichte zwischen ihnen ist durchaus süß und romantisch gestrickt, dazu blitzt immer wieder Kasey Michaels Humor auf; etwa wenn die beiden sich spritzige Wortduelle liefern, doch manche Dialoge sind einfach zu lang oder zu belanglos für meinen Geschmack geraten und ich hätte mir, gerade weil Katherine ja auch unter dem drohenden Familienskandal leidet, mehr ernste Romanpassagen gewünscht.

Spannend geschrieben (im Gegensatz zu Band 1 der Reihe) , fand ich diesmal die Suche nach den Tagebüchern, die das Heldenpaar zu den skurrilsten Orten auf Redgrave Manor führt: Allerdings hat mich der gute Adam, vertrottelter Bruder der Heldin aus „Die fünfte Mätresse des Earls“, wahnsinnig genervt, so dass ich gut und gerne auf dessen Anwesenheit innerhalb der Story hätte verzichten können. Dennoch, wer humorige Historical Romances liebt, sollte dem Roman ruhig eine Chance geben. Und ich tröste mich mit der Hoffnung auf eine Steigerung in Teil 3 der Reihe, in der Valentine die Frau fürs Leben finden wird.

Kurz gefasst: Katherine und Simon- Solider zweiter Teil der Redgrave Reihe, allerdings viel schwächer als der grandiose erste Teil, weil die Protagonisten zwischenzeitlich einfach zu viel herumschwafeln…