Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Lady Alina, ein bezauberndes junges Ding, lässt das Herz des zynischen Barons Justin Wilde, der glaubte nichts würde ihn mehr in seinem Leben erfreuen oder überraschen, schneller schlagen bei ihrer Ankunft am Hafen. Lady Alina reist mit einer ganzen Eskorte, denn angeblich soll sie in Gefahr sein und getötet werden. Und all das wegen eines Stückchen Landes, das zu ihrem Erbe gehört und auf das sowohl der österreichische Kaiser, als auch einige Angehörige der Roma hoffen.

Ausgerechnet Justin, der einst inkognito für die Krone unliebsame Verräter aus dem Weg schaffte, soll nun Lady Alina heiraten. Ein recht mehrwürdiger Befehl des englischen Prinzregenten, doch Justin muss kooperieren, wenn er nicht dessen Gunst wieder verspielen will. Und Justin war zuvor viele Jahre bei Hofe in Ungnade gefallen, da er sich einst duellierte und bei dem sowieso verbotenen Duell auch nicht alles mit rechten Dingen zuging.

Die blutjunge und etwas naive Alina, die lediglich die Wahl zwischen einem Fremden (Justin) und einem Mann hatte, den ihre bösartige Tante für sie vorgesehen hatte, fühlt sich zunächst etwas überfordert von Justins Verhalten ihr gegenüber. Auf der einen Art scheint er sie zu bewundern, auf der anderen Art schickt er sie gleich nach ihrer Ankunft zu Freunden aufs Land, anstatt sie dem Prinzregenten in London vorzustellen. Auch gibt er ihr zu verstehen, dass er sie nicht heiraten kann. Die Gründe dafür offenbart Justin ihr aber erst, nachdem er ohne Alinas Wissen damit begonnen hat, in Erfahrung zu bringen, wer seiner Verlobte in spe Böses will und welche gefährlichen Intrigen um ihn und ihre Person gesponnen werden.
Wird Justin rechtzeitig Licht ins Dunkel bringen können um Alina zu retten? Und wird Alina, die Justin sehr zugetan ist, Justin davon überzeugen können, dass auch er Liebe verdient?

„Ein Abenteurer und Gentleman“ ist ein weiterer Band der Daughtry-Reihe, doch diesen kann man, auch wenn die Paare aus den Vorgängerbänden hier kleine Auftritte haben, auch gut ohne Vorwissen lesen. Die Verbindung zwischen den Mitgliedern der Daughtry- Familie und Baron Justin Wilde besteht darin, dass Justin ein Freund der Helden der vorangegangenen Bände ist.

Justin ist ein charismatischer Held, der sich, um seine Schuld tilgen zu können, für die Krone als eine Art Auftragsmörder zur Verfügung stellen musste. Diese Tätigkeit hat Justin mit der Zeit abstumpfen lassen, doch obwohl er lediglich die „bösen Buben“ ausschalten musste, fällt es ihm sehr schwer, sich in einem guten Licht sehen zu können. Für die Außenwelt hat er sich eine Art Panzer zugelegt. Er kleidet sich wie Beau Brummell und sein Humor und sein Sarkasmus sind dabei legendär. Dennoch zögert der ton immer noch ihn wieder in ihrer Mitte aufzunehmen. Das soll sich jedoch ändern, wenn Justin Alina heiratet.

Alina weiß zunächst nicht was sie von Justin halten soll. Er ist ihr einige Jahre an Lebenserfahrung voraus und dadurch, dass sie früh zur Waise wurde und von ihrer Tante kaum beachtet wurde, legt sie noch eine etwas kindliche Naivität an den Tag, die Justin völlig entwaffnet.

Normalerweise dauert es in Liebesromanen stets eine Weile, bis sich das Paar für seine Gefühle im Klaren ist, doch hier sind es weniger die Gefühle füreinander die eine wichtige Rolle spielen (denn diese werden von Beginn an offen gelegt) , sondern ob Alina und Justin überhaupt jemals ein Paar werden können.
Die Nebenhandlung ist dann auch sehr spannend und abwechslungsreich von der Autorin inszeniert worden, so dass man als Leser auch lange im Dunklen tappt, ob der Intrigenspiele Anderer.

Die Auflösung des Ganzen hätte zwar meiner Meinung nach dann etwas spektakulärer gestrickt werden können, dennoch möchte ich mich nicht beschweren, da Kasey Michaels hier, trotz dieses kleinen Kritikpunktes einen unterhaltsamen Liebesroman abgeliefert hat.
Zugegeben, Alinas Naivität dann und wann hat mich beim Lesen einige Male fassungslos zusammenzucken lassen, doch da der Grund für ihre Weltfremdheit ganz einleuchtend klang, konnte ich selbst darüber hinwegsehen. Ein wenig mehr Zögerlichkeit hätte ich mir aber zumindest in den Situationen gewünscht, als Alina erfährt was Justin einst tat. Ihre blindes Vertrauen Justin gegenüber fand ich ehrlich gesagt etwas unrealistisch.
Man kann sich dagegen sehr gut in Justin hineinversetzen und seine Vorbehalte gegen eine Eheschließung mit Alina verstehen. Auch die Art und Weise, wie Justins Freunde versuchen zwischen Alina und Justin zu vermitteln, fand ich sehr warmherzig und süß beschrieben.

Kurz gefasst: Ein abwechslungsreicher Historical der Daughtry-Reihe, der mit einem tollen Helden aufwartet!