Rezensionen

Schnees Bewertung 04 05 Sterne.png

Nach „Wie verführt man einen Herzog?“ und „Walzer, Küsse und Intrigen“ ist dies nun der dritte Band der Daughtry Family- Reihe. Lady Lydia, die den Lesern schon sehr gut aus den Vorgängerbänden bekannt ist, ging immer im Glanze ihrer Schwester unter, aber dies war ihr auch ganz recht. Sie hatte nie den Drang danach, im Mittelpunkt zu stehen oder sich besonders auffällig zu geben. Sie ist eine sehr pragmatische junge Dame und wird nun völlig überrascht von ihren Gefühlen zu Tanner Blake. Tanner war es, der ihr die Todesnachricht von ihrer Jugendschwärmerei und Verlobten brachte und Tanner ist es auch, der ihr seitdem nicht von der Seite weicht. Er hegt schon längere Zeit tiefe Gefühle für Lydia, doch er hat Angst, sie nach ihrem Verlust zu überfordern…

Ein wunderbarer, kurzweiliger Historical, der einen mit einem zufriedenen und glücklichen Gefühl zurücklässt. Lydia ist eine durch und durch interessante Figur, es ist schön wie sie aus ihrem Kokon erwacht, ohne sich jedoch zu sehr zu verändern. Sie ist durch und durch bodenständig und ohne Zweifel sehr klug. Tanner passt mit seiner einfühlsamen, aber dennoch forschen Art, sehr gut zu Lydia und es ist einfach herrlich zu beobachten, wie aus einer zarten Freundschaft Liebe wird.

Ich mag den Schreibstil der Autorin, zwar ist ihre kleine Krimihandlung nicht der Rede wert, aber sie sorgt für ordentliche Unterhaltung und bietet einen beschwingten Lesefluss. Leider ist der Roman viel zu schnell vorbei, ich hätte überhaupt nichts gegen weitere Seiten einzuwenden gehabt, wahrscheinlich hätte die Autorin dann ihre Krimihandlung auch etwas ausführlicher aufbauen können.

Kurz gefasst: Ein schöner Liebesroman, dessen Krimihandlung nicht sehr einnehmend ist, aber dafür mit einer interessanten Geschichte überzeugt.

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Nachdem Lady Nicole, Lydias vorwitzige und abenteuerlustige Schwester den Mann fürs Leben gefunden hat; ihre Geschichte wird in „Walzer, Küssen und Intrigen“, erzählt, fehlt der etwas ruhigeren und vernünftigen Lydia Aufregung in ihrem Leben. Doch alle fassen sie, nachdem ihr Verlobter Fitz bei der Schlacht von Waterloo ums Leben kam, mit Samthandschuhen an, da Lydias Familie fürchtet, dass sie den Tod von Fitz selbst ein Jahr später noch nicht richtig verarbeitet hat. Auch der Duke of Malvern, Tanner Blake, gehört zu den Personen, die sie auf eine bestimmte Art ganz rasend machen- Tanner besonders, da sie genau weiß, dass er sich nur um sie bemüht, weil er es einst seinem besten Freund Fitz, kurz vor dessen Tod versprach, sich um Lydia zu kümmern. Dennoch fühlt sich Lydia zu Tanner hingezogen; allerdings will sie nur jemanden heiraten, der ihre Liebe auch erwidert. Während sich Tanner und Lydia uneinig scheinen, taucht eine Nebenbuhlerin um Tanners Gunst auf. Eine entfernte überaus schöne Cousine, die jedoch ihre ganz eigenen Pläne mit Tanner hat…

Ich war schon im Vorfeld sehr gespannt auf Lydias Geschichte, da sie mir in den vorangegangen Bänden als Nebenfigur bereits sehr ans Leserherz gewachsen war. Und für meinen Geschmack ist ihre Story auch bislang der beste Teil der „Daughtry- Familien“ Reihe.

Sehr gut hat Kasey Michaels die Ängste und Sorgen ihrer Heldin für den Leser transparent gemacht; man liebt und leidet mit der Hauptfigur mit und kann ihr Handeln stets gut verstehen. Lydia ist eine ganz andere Persönlichkeit als ihre schrille, stets im Mittelpunkt stehen wollende, Schwester Nicole. Zwar ist sie ebenso schön (beide sind Zwillinge), doch dabei eher zurückhaltend und scheu. Ab dem Zeitpunkt, als sie nun jedoch auf eigenen Füßen stehen muss, bzw. sich nicht mehr hinter ihrer Schwester verstecken kann, beginnt sie langsam aber sicher aufzublühen und plötzlich hat sie gleich zwei Bewunderer, die sie zu gerne heiraten möchten. Tanner und Justin, sein bester Freund, sind verzaubert von Lydias Schlagfertigkeit, ihrem Witz und ihrer Intelligenz, doch Lydia glaubt immer noch, dass Tanner sie rein aus Mitleid umwirbt.

Gottlob hat die Autorin auf ein ewiges Hin und Her zwischen Tanner und Lydia verzichtet. Statt auf Streitgespräche zu setzen, schrieb sie ihrem Heldenpaar viele unter die Haut gehende Dialoge auf den Leib, die beide Figuren immer vertrauter miteinander werden lassen, bis sie sich letztendlich in der Lage versetzt fühlen, sich dem anderen zu öffnen. Das sorgt für viele romantische Momente innerhalb der Geschichte. Justin, ein interessanter Nebenakteur, der im nächsten Teil (OT: How To Wed A Barron) seine eigene Story bekommt und mit einem feinen hintersinnigen Humor gesegnet ist, lässt die Geschichte nicht allzu melancholisch und traurig werden. Seine Dialoge sind spritzig und amüsant, auch wenn man sich als Leser schon jetzt darüber im Klaren darüber ist, dass auch er im Grunde seines Herzens mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat.
Übrigens, gegen Ende des Romans wird es nochmals sehr spannend, denn dann erfährt man, was es mit dem „Malvern-Juwelenraub“ und dem Mord an einem Beteiligten auf sich hat.

Kurz gefasst: Ich liebe die Historicals der Autorin, besonders wegen ihres Witzes, doch „Wie betört man eine Lady?“ hat mich vor allem wegen seiner wunderschönen Liebesgeschichte bezaubert und einem Heldenpaar, das ehrenhaft und sympathisch zugleich ist.