Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Die Schauspielerin Anna Wheeler soll auf Wunsch ihres Lebenspartners und Produzenten Bruce Hardman einige Zeit in Schottland verbringen um sich damit besser, in der entsprechenden Kulisse, auf ihre nächste Filmrolle vorbereiten zu können. Nur widerwillig lässt Anna ihren Traum von der Sonne Kaliforniens zerplatzen und richtet sich im regnerischen Schottland ein. Als sie sich in einer stürmischen Nacht verfährt und Schutz in einer Hütte sucht, trifft sie auf einen seltsamen Fremden. Sie ist sich sicher, dass der offensichtlich verwirrte Mann, aus einem Krankenhaus entlaufen sein muss.
Der schottische Laird Duncan Cruachan dagegen begreift recht schnell, dass er eine Reise durch die Zeit gemacht haben muss und nun in einer für ihn fremden und unverständlichen Zeit festsitzt. Nachdem Anna ihn, auf das zu erwartende Schicksal Schottlands und seiner Königin Maria Stuart aufmerksam gemacht hat, gibt es für ihn nur noch eines, er muss in seine Zeit zurück und seine Königin retten. Jetzt gilt es nur noch Anna davon zu überzeugen. Aber Anna hält ihn nach wie vor für einen Spinner oder vielleicht auch für einen sehr, sehr guten Schauspieler. Als Duncan die Möglichkeit hat wieder durch das Zeitfenster, das in einem See zu liegen scheint, zu gehen, zögert er nicht. Aber da hat er nicht mit Anna gerechnet, die den armen verwirrten Mann auf keinen Fall ertrinken lassen möchte und ihn mutig zu retten versucht. Aber diesmal ist sie es, die mit einer anderen Zeit und einer befremdlichen Gesellschaft zu kämpfen hat. Denn Anna ist durch die Zeit in das Jahr 1566 gereist.

Was für eine tolle und wunderschöne Geschichte - nur die Tatsache, dass meine Augen nach stundenlangem Lesen vor Müdigkeit brannten, hat mich davon abgehalten das Buch an einem Stück zu lesen.
Zugegeben ich bin etwas vorsichtig an diesen Roman herangegangen, weil mir bis auf wenige Ausnahmen, das Genre Time Travel nicht so zusagt. Aber innerhalb kurzer Zeit hat es mich das Lese-Fieber gepackt.

Obwohl ich im Grunde ein Geschichts-Muffel bin, hat mich die Autorin mit ihrer Begeisterung für (englische) Geschichte, die man förmlich spüren konnte, angesteckt und mir einen zusätzlichen besonderen Lese-Genuss beschert.

Ebenso gefallen hat mir, dass die in die Vergangenheit gereiste Heldin Anna in jeder Hinsicht eine 'moderne' Frau geblieben ist, auch wenn sie sich im Mittelalter aus verschiedenen Gründen recht wohl gefühlt hat. Frau Michéle hat geschickt und mit viel Wortwitz die 'moderne' Aussagen und Ansichten Annas in ein (mögliches) Leben zur Zeit Maria Stuarts eingebunden. Meine Lieblingsstelle: Als die Heldin Anna, die gerade mal wieder vergessen hatte auf ihre 'moderne' Sprache zu achten und vor dem Hofstaat, über die gerade wieder genesene Königin, sagte: "Ich wusste doch diese Frau haut so schnell nichts um!"

Bleibt mir nun zu wünschen, dass auch die anderen sympathischen Figuren, wie die Geschwister Duncans Douglas und Helen, in einer Fortsetzung(en) ihre Liebe finden.

Monalous Bewertung 04 05 Sterne.png

Schottland 1666: Duncan Cruachan lebt als schottischer Laird im Hochland und ist ein treuer Anhänger der Königin Maria Stuarts. Er ist bereits einer Frau versprochen, doch diese liebt er nicht. Als er gerade verfolgt wird von den Gegnern der Königin, rettet er sich in den See Glen-Mal-Loch und reist unbeabsichtigt ins 21.ste Jahrhundert.

Anna Wheeler, eine junge und erfolgreiche Schauspielerin, hat sich zur Vorbereitung auf ihre nächste Rolle in die schottischen Highlands zurück gezogen. Als sie jedoch erfährt, das ihr Freund Bruce Hardman sie betrogen hat, gerät sie nach einem Streit in ein Gewitter und findet Zuflucht in einer kleinen Hütte am Glen-Mal-Loch. Dort trifft sie auf Duncan Cruachan. Gleich fällt ihr auf, wie sehr er sich von ihr unterscheidet. Er ist sehr altertümlich angezogen, er spricht sehr komisch und seine Erzählungen, er käme aus dem Schottland zurzeit der Königin Maria Stuart, lässt Anna daran zweifeln, ob wirklich alles in Ordnung mit ihm ist. Jedoch belehren sein Verhalten und seine Reaktionen auf die technischen Errungenschaften sie eines Besseren. Dennoch glaubt sie ihm nicht.

Duncan muss zurück in seine Zeit, um seinem Treueschwur gegenüber der Königin Folge leisten zu können. Als er in den See zurückgeht und hoffe, in seine Zeit zurückzufinden, folgt Anna ihm und gerät ebenfalls in den Sog der Zeit. Anna erkennt, das Duncan die Wahrheit gesagt hat und muss sich nun in seiner Zeit zurecht finden. Und nicht nur das, ihr Wissen über Maria Stuart und das Leben soll Duncan helfen, die Königin vor einer Tragödie zu bewahren.

Sie verliebt sich in den riesigen Schotten und weiß nicht, ob ihre Liebe eine Chance hat. Denn sie fühlt sich in seiner Zeit nicht wohl und möchte nach der erfolgreichen Mission wieder ins London der heutigen Zeit.

Mein Fazit: Dies ist mein zweiter Zeitreise-Roman, den ich gelesen habe. Obwohl ich dem Genre nicht so sehr zugetan bin, hat mir dieser Roman ausgesprochen gut gefallen.

Die Autorin hat sehr gut recherchiert. Viele kleine Dinge sind eingeflochten in die Geschichte, die man nur wissen kann, wenn man sich intensiv mit dem altertümlichen Schottland beschäftigt hat. Und die Geschichte um Maria Stuart ist schon sehr ausgefeilt. Auch hat die Autorin es geschafft, die Gegensätzlichkeiten der Zeiten gut darzustellen. Sprachstil, Kleidung und Lebensweisen sind schön hervorgehoben!

Flüssig und glaubhaft wird die Geschichte um Duncan und Anna erzählt und zum Schluss wurde es richtig spannend. Dabei konnte man es nicht vorhersehen, wie es ausgeht. Auch ein Pluspunkt, den ich unbedingt hervorheben möchte.

Ein Roman, den ich unbedingt empfehlen möchte. Vielleicht finde ich dadurch ja doch mehr Gefallen an diesem Genre.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Monalous kleinem Bücherforum.

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Anna Wheeler, eine englische Schauspielerin, soll in ihrem nächsten Film eine Heldin aus vergangenen Zeiten spielen. Um sich besser mit ihrer Rolle und dem schottischen Dialekt vertraut zu machen, wird sie kurzerhand von ihrem Freund und gleichzeitigem Produzenten des Historienstreifens in die schottische Einöde „verfrachtet“ und soll dort in einem kleinen Cottage eine Weile bleiben, bis ihre Darstellung der Filmfigur authentisch wirkt.
Doch Anna denkt gar nicht daran allein dort zu bleiben und so becirct sie Bruce, ihren Freund, sie wenigstens für zwei Tage mit zum Drehort nach Inverness zu nehmen.
Bruce gibt sich schließlich geschlagen und in seiner Abwesenheit macht es sich Anna in dem luxuriösen Hotelzimmer bequem. Ihre Idylle wird jedoch jäh gestört, als eine Blondine vor ihrem Zimmer steht und ihr klar wird, dass Bruce eigentlich geplant hatte, Anna zu hintergehen.

Außer sich vor Zorn und Enttäuschung schnappt sich Anna die Autoschlüssel von Bruce und fährt mit seinem schicken Cabriolet wieder zurück in das kleine Cottage. Doch unterwegs verfährt sie sich und sucht, nachdem sie von einem starken Gewitter und strömenden Regen überrascht wird, schließlich Schutz in einer nahegelegenen, einsamen Hütte.
Doch kaum hat sie es sich dort etwas bequemer gemacht, betritt ein Fremder die Hütte, dessen Verhalten sie völlig irritiert. Er trägt historische Kleidung und stellt sich ihr gegenüber als Laird dieses Ortes vor und hat recht antiquierte Ansichten hinsichtlich ihres optischen Auftretens. ;-)
Am nächsten Morgen, als Duncan aus der Hütte tritt und ihr Auto sieht, benimmt er sich noch seltsamer. Er fürchtet sich und behauptet schließlich er stamme aus der Regierungszeit der einstigen, schottischen Königin Maria Stuart.
Anna hat Mitleid mit Duncan, denn sie befürchtet, dass er minderbemittelt und verwirrt ist.
Selbst als Duncan ihr seine Geschichte erzählt, nämlich dass er im Jahre 1566 auf der Flucht vor Gegnern der Königin war und durch einen scheinbar verzauberten See schwamm, der ihn schließlich ins Jahr 2006 katapultierte, hält Anna alles nur für unglaubwürdig und Duncan für einen zwar attraktiven, aber armen Irren.

Ihre Meinung muss sie allerdings revidieren, als Duncan in den See steigt, um wieder zurückzugelangen in seine Zeit und Anna ihm aus Angst, dass er ertrinkt, nachschwimmt.
Beide werden von einem Sog erfasst und als Anna wieder zu sich kommt, befindet sie sich plötzlich im Jahre 1566 und ist auf ganz Duncans Gnade und die seiner Familie angewiesen. Doch bis sie begreift, dass sie sich tatsächlich in der Vergangenheit befindet, vergeht noch einige Zeit. Wertvolle Zeit, die eigentlich beide benötigen um die Königin zu beschützen und somit den Fall Maria Stuarts zu verhindern. Während ihres Rettungsversuches kommen sich beide schließlich näher, doch es scheint, als ob ihrer Zuneigung keine Zukunft hat, denn Duncan ist bereits mit der schönen aber kalten und intriganten Alice Skelton verlobt und die Hochzeit steht kurz bevor...

Ich habe nun bereits mehrere Romane der Autorin gelesen. Die meisten davon waren in „Ich-Form“ gehalten und obwohl sie durchaus unterhaltsam waren, hatte ich doch immer wieder arge Probleme mit den männlichen Hauptcharakteren ihrer Bücher.
Daher bin ich eher mit gemischten Gefühlen an diesen aktuellen Roman von Rebecca Michele gegangen. Doch nachdem ich das Buch innerhalb eines Tages, sozusagen in einem Rutsch gelesen habe, bin ich positiv überrascht!

„Die Treue des Highlanders“ ist meiner Meinung nach, die bisher beste schriftstellerische Leistung der Autorin. Das Buch hat eine interessante Ausgangssituation, beinhaltet spannende sowie auch ergreifende Momente und wartet diesmal mit einem sympathischen Helden auf, der sich nach seiner Zeitreise erst einmal in der Gegenwart zurecht finden muss.
Zugegeben ich bin ein erklärter Fan von Zeitreiseromanen, dennoch denke ich, dass dieser Roman auch durchaus etwas für LeserInnen sein dürfte, die um dieses Genre vielleicht sonst eher einen großen Bogen machen.
Ein weiterer Pluspunkt war die geschichtliche Einflechtung bzw. die geschichtlichen Hintergründe, die schließlich zu Maria Stuarts Abdankung führten. Sie werden dem Leser interessant vermittelt, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
Neben den vielen positiven Aspekten, die ich hier erwähne, möchte ich jedoch auch noch zwei kleine, persönliche Kritikpunkte anmerken.
Da ich Duncan als Romanhelden sehr interessant fand, hätte ich mich über einige etwas längere Kuss oder Liebeszenen sehr gefreut. ;-)
Und wenn man schon mehrere Zeitreiseromane gelesen hat, weiß man, dass es bestimmte „No-Go´s gibt, die man beim „Zeitreisen“ beachten sollte.
So ist es zum Beispiel eigentlich unmöglich zu einem Zeitpunkt in die Vergangenheit zu reisen, wo sich sein eigenes „Ich“ ebenfalls schon dort befindet, denn man könnte sich theoretisch ja dann selbst begegnen. ;-)

Abgesehen davon hatte ich beim Lesen viel Spaß und kann den Roman nur empfehlen!