Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Sheriff Boone Taylor hat lange und intensiv um seine 1. Frau getrauert, sodass er nicht einmal mehr fähig war, sich um seine kleinen Söhne zu kümmern. Doch nun sind die Kinder - zunächst etwas widerwillig - zurück und Boone muss sich nicht nur dieser Situation stellen, sondern auch mit der Anziehungskraft seiner neuen Nachbarin gegenüber fertig werden.

Für Tara ist dagegen nicht nur der schrottreife Trailer, der in Sichtweite ihrer neu erworbenen Farm steht, ein Dorn im Auge, sondern auch der attraktive Sheriff. Ausschließlich jedes Mal, wenn Tara Boone begegnet, geraten sie aneinander, dabei hat Tara doch ganz andere Probleme! Dass kann nur Abneigung sein und nicht wie Taras Freundinnen behaupten Anziehungskraft, oder?

Meine Erfahrung mit Romanen von Linda Lael Miller hat mich gelehrt, möglichst lange Pausen zwischen den Büchern einzulegen. Nur so ist es mir möglich, die manchmal doch recht überladenen Geschichten auch wirklich genießen zu können.

Auch "Am reißenden Fluß" ist angefüllt mit Beschreibungen von einer wundervollen Welt, wo Familie, Kinder, Tiere und Nachbarschaft noch harmonisch miteinander zurechtkommen oder sich nach einem kleinen Scharmützel zusammenreißen, jeder für jeden da ist, selbstlos hilft und nebenbei nicht nur die Zeit für einen Vollzeitjob zu haben scheint, der kaum Freizeit bietet, sondern sich auch noch stürmisch verlieben kann.

Während Erwähntes recht ausführlich in diesem 3. Teil der "Parable, Montana"-Serie der Autorin ein Thema ist, so bleibt die Liebesgeschichte doch leider Randerscheinung und wird eigentlich in einer (kurzen) Liebesszene abgehandelt.

Mir zumindest hat das nicht gereicht, um mich von der Anziehungskraft und der Leidenschaft des Paares zu überzeugen. Dazu hätte die Autorin sich mehr auf die Entwicklung der Beziehung zwischen ihren Hauptfiguren Tara und Boone konzentrieren müssen.

An einer gemeinsamen Chemie hat es den Figuren auf jeden Fall nicht gefehlt, denn die ehemalige New Yorkerin Tara und der Montana Sheriff Boone Taylor passen wirklich gut zueinander.
Zudem hat die Autorin hier wirklich zwei interessante Charaktere geschaffen. Und es war spannend und unterhaltsam, sie als Leser durch die Geschichte zu begleiten.

Doch vor lauter Kind & Kegel und der Klärung komplizierter Familiensituationen beider Figuren, bleibt einfach zu wenig Raum. Und Boone und Tara blieben eindimensional und farblos gestrickt. Zwar konnte ich durchaus erahnen, dass da so einiges unter ihrer Oberfläche schlummert, doch das kam nicht bis ans Tageslicht.

Doch was auf der einen Seite meine Kritik ausgelöst hat, hat auf der anderen Seite aber auch das seine für meine Unterhaltung getan. Denn über all die alltäglichen Probleme anderer zu lesen, lässt die eigenen vergessen. Zumal wenn sie ansprechend erzählt werden - denn eines kann man Linda Lael Miller nicht nachsagen, dass sie langweilige Geschichten erzählen würde.

Kurz gefasst: Eigentlich mehr eine Familiengeschichte, mit einem kleinen intimen Extra, als ein Liebesroman. Doch als das, wirklich unterhaltsam zu lesen.