Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Ganz ehrlich, wäre "Der Berg der Sehnsucht" nicht ein "Linda Lael Miller" gewesen, von dem ich vorher gewusst habe, was ich erwarten darf und was nicht, hätte mein Urteil wohl "langweilig bis einschläfernd" geheißen.
So jedoch war mir ziemlich klar worauf ich mich einließ und konnte mich entspannt zurücklehnen und den "Millerschen Bonus" von Heimat, Familie, Kleinstadt, Westernfeeling, Tierliebe auf mich zukommen lassen.

Nichtsdestotrotz finde ich es sehr schade, dass die Autorin vor lauter “Ein Hoch auf die Familie und die Kleinstadt” einfach nicht dazu kommt, auch mal die Figuren sprechen zu lassen. Dabei hätten beide durchaus einiges zu erzählen.

Die Charakterentwicklung und auch die der Liebesgeschichte bleibt hinter all dem zurück, was wirklich schade ist, denn sowohl Hutch, als auch Kendra sind durchaus interessante Figuren.

Zudem handelt es sich den beiden um ein Paar, welches bereits (als junge Erwachsene) glücklich zusammen war, sich trennt (wobei die Autorin, dem Leser hierfür, einen wirklich nachvollziehbaren Grund vorenthält) und nun wieder zum Paar wird (was viel zu schnell und viel zu glatt geht und viel zu schnell abgehandelt wird). Dazu kommt, dass ich wiederaufgewärmte Liebe in einem Liebesroman wenig spannend, selten fesselnd und kaum je glaubwürdig finde.

Um von der langweiligen Liebesgeschichte abzulenken, bietet die Autorin jedoch einiges. So konnte ich mich beim Lesen vielmehr auf die Kleinstadt und ihre Bewohner konzentrieren und die Hauptgeschichte an den Rand schieben.
Auch den flüssig und flott zu lesenden Erzählstil, sowie die immer wieder eingestreuten amüsanten Bemerkungen und Kabbeleien zwischen den Figuren, hat das Seine zu einem unterhaltsamen Lesenachmittag beigetragen.

Kurz gefasst: Auch wenn dies die Geschichte von Hutch und Kendra ist, so steht doch das "Hoch auf die Kleinstadt, die Familie und das Leben auf dem Land" im Vordergrund der Geschichte. Wer sich darauf einzurichten vermag und dem die Prise Romantik und Liebe ausreicht, wird sich mit diesem 3. Teil der "Parable, Montana"-Serie bestimmt gut unterhalten.
Für mich war es ein nettes Leseerlebnis, dass jedoch nicht lange im Gedächtnis bleibt, vor allem da mir wirklich ergreifende und mitreißende Hauptcharaktere gefehlt haben.