Rezensionen

Nicoles Bewertung

Winter der Zärtlichkeit 05 Sterne.png

Sierra McKettricks erster Besuch, als sie in die ursprüngliche Heimat ihrer Familie mütterlicherseits zurückkehrt, ist der Familienfriedhof. Hier liegen alle Vorfahren der McKettricks begraben und dieser Besuch lässt Sierras widersprüchliche Gefühle ihrer eigentlichen Familie gegenüber noch mehr wachsen. Als ihre Mutter Eve einst die Scheidung von Sierras Vater einreichte, flüchtete dieser mit Sierra nach Mexico, wo sie aufwuchs. Viele Jahre lang glaubte das Mädchen, ihre Mutter wäre tot; ihr Vater ließ sie in dem Glauben, bis sie eines Tages, mittlerweile erwachsen, ein Bild ihrer Mutter in einer Zeitung entdeckte.

Sierra, mittlerweile selbst Mutter eines asthmakranken Jungen hat es in finanzieller Hinsicht in den letzten Jahren nicht leicht gehabt und so schlägt sie sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Besonders die horrenden Arztkosten für Liam, ihren Sohn, treiben sie an den Rand des Ruins- bis ihre Mutter der verzweifelten Frau einen Vorschlag macht, den sie nur um ihres Sohnes Willen annimmt. Sierra soll ein ganzes Jahr auf der Ranch der McKettricks leben- im Gegenzug kommt Eve für sämtliche Arztrechnungen die für Liam anfallen auf. Obwohl Sierra sehr stolz ist, kann sie es sich nicht leisten abzulehnen und so zieht sie mit äußerst gemischten Gefühlen auf die Ranch.

Während Sierra nur sehr langsam und zögerlich auftaut, schließt Liam sehr schnell Freundschaft mit Travis Reid, einem Freund der Familie, der auf der Ranch arbeitet und kurze Zeit zuvor einen schweren Schicksalsschlag erlitt. Sierra und Travis kommen sich schließlich näher, doch kann ihre Zuneigung überhaupt eine Zukunft haben? Schließlich muss Sierra zunächst ihre Vergangenheit aufarbeiten…

Die erste Geschichte in diesem Doppelband erzählt die Story der lang verschollenen Tochter von Eve McKettrick. Eve stammt aus dem Familienzweig von Holt McKettrick und seiner Frau Lorelei.
(Zur Erklärung für alle Serienfremden: Holt war ein Halbbruder von Rafe, Jeb, Kade und Kate McKettrick. Ihre Geschichten werden in den historischen Liebesromanen Zärtlichkeit, die Du mir schenkst“ (Rafe McKettrick)„Entflammte Herzen“ (Kade), „Stürmisches Feuer der Liebe (Jeb), „Wilde Rose der Prärie (Holt) erzählt, wobei diese Romane allesamt historische Liebesromane sind, die im Wilden Westen spielen. Später nachfolgenden Romane sind dagegen fast alles Contemporaries und erzählen von Nachfahren der Ur-McKettricks)

"Winter der Zärtlichkeit", spielt gleich auf zwei Zeitebenen, denn neben Sierras Story wird auch die Geschichte von Hannah McKettrick erzählt, die sich nach dem Tod ihres geliebten Mannes Gabriel (Gabe) McKettrick in ihren Schwager Doss verliebt. Beide Frauen, sowohl Sierra als auch Hannah verbindet die große Liebe zu ihren Söhnen und, hier gibt es auch einen kleine paranormalen Aspekt, können auf eine originelle Art und Weise miteinander in Verbindung treten. Während Sierras Geschichte in der Gegenwart spielt, liegt Hannahs Story ca. hundert Jahre zurück.

Serienfremde können diesen Roman aber problemlos lesen, denn alle Erläuterungen die wichtig sind für diese beiden Geschichten und auch zusätzliche Informationen, etwa wer wie miteinander verwandt ist, werden sehr gut von der Autorin mit in die Geschichte eingebunden, so dass man schnell hineinfindet.

Der Familiensinn und das besondere Zusammengehörigkeitsgefühl das die McKettricks auszeichnet, machen diesen Roman besonders lesenswert. Zudem wirken die Romanfiguren sehr lebensecht und Linda Lael Millers Schreibstil ist unterhaltsam.
Man liebt und leidet mit den Protagonisten mit, sowohl Sierras als auch Hannahs Geschichte wurde romantisch und dramatisch inszeniert und man kann den ersten Roman in diesem Doppelband durchaus nicht nur in der kalten Jahreszeit genießen, auch wenn "Winter der Zärtlichkeit" in der Weihnachtszeit spielt.

Nacht der Wunder 03 05 Sterne.png

Eigentlich ist Lizzie McKettrick auf dem Weg nach Hause, um Weihnachten zusammen mit ihrer Familie feiern zu können und um ihnen ihren Verlobten vorzustellen, der sie begleitet. Doch unterwegs gerät der Zug in eine Schneelawine und sie werden verschüttet. Mit im Zug ist auch der charismatische Arzt Morgan Shane, der sich unmittelbar nach dem Unglück sogleich um die verletzten Menschen bemüht. Lizzie, genau wie auch alle anderen McKettricks, ist eine zupackende junge Frau, die ebenfalls nicht untätig zusehen kann und so bietet sie dem Arzt ihre Hilfe an. Ihr Verlobter dagegen legt äußert egoistische Züge an den Tag und schließlich muss sich Lizzie fragen, ob sie ihre Zukunft tatsächlich in die Hände dieses weinerlichen Stutzers legen soll. Zudem ist Morgan ein sehr netter Mann. Doch all diese Überlegungen werden überflüssig, wenn die Verschütteten nicht rechzeitig gerettet werden können, da die äußeren Temperaturen fast arktisch zu nennen sind.
Wird Lizzie ihre Familie jemals wieder sehen?

Hier wird die Geschichte von Lizzie McKettrick erzählt, Tochter von Holt McKettrick. Hinter dieser Story verbirgt sich ein historischer Liebesroman, der ein wenig kürzer ist, als der Vorgängerroman in diesem Doppelband, aber trotz der Kürze dennoch recht nett zu lesen ist: Vor allem für Fans der Serie stellt er ein Muss dar, da es hier ein Wiedersehen mit bereits bekannten und beliebten Hauptfiguren aus früheren historischen Liebesromanen der Autorin gibt. Leider bleibt die männliche Hauptfigur in diesem zweiten Roman ein wenig blass, ich hätte gerne ein wenig mehr über den Romanhelden und seine Arbeit erfahren, doch bei der Kürze an Seitenzahlen ist das wahrscheinlich auch ein fast unmögliches Unterfangen.

Lizzie ist sicherlich eine interessante Romanfigur- gerade aus diesem Grund hätte ich mir für die Heldin eine umfangreichere Story gewünscht.
Eine mysteriöse Nebenfigur sorgt für einen besinnlichen, weihnachtlichen Einschlag und obwohl die Story recht vorhersehbar ist, bereitet sie dennoch Lesespaß, wenn sie auch nicht so stark ist, wie „Winter der Zärtlichkeit“.

Ankes Bewertung

Winter der Zärtlichkeit 05 Sterne.png

Ich finde es einfach wunderbar, dass Linda Lael Miller mit ihren McKettricks eine viele Generationen umfassende Familien-Saga in mehreren Teilen geschaffen hat. Ich finde es ist sehr reizvoll, sowohl die Abenteuer der McKettricks in der Gegenwart als auch die der Vergangenheit verfolgen zu können.
"Winter der Zärtlichkeit" verbindet die Vergangenheit, das Jahr 1919, und Gegenwart auf geschickte Art und Weise und hat so natürlich einen ganz besonderen Eindruck auf mich gemacht.

Die beiden Erzählstränge beinhalten höchst unterschiedliche Geschichten und Charaktere, haben aber dennoch viel gemeinsam. So ist sowohl Hannah (in der Vergangenheit) eine Witwe mit Kind, als auch Sienna (in der Gegenwart). Beide Kinder kränkeln, Hannahs Sohn Tobias erholt sich noch immer von einer Lungenentzündung und Siennas Sohn Liam hat schweres Asthma und in beiden Geschichten tobte der Winter mit viel Schnee und Kälte.
Ich fand es sehr interessant, wie die Autorin, das doch in so vielen Punkten ähnliche Leben der beiden Frauen in verschiedenen Zeiten, erzählt und wie unterschiedlich ihre Denkweisen und ihre Möglichkeiten beschrieben sind. Dies in einem so direkten Vergleich lesen zu können war sehr spannend.

Der wunderbar flüssig zu lesende Stil des Buches, die tollen Charaktere und die romantischen Intermezzos, die hier gleich im Doppelpack geboten werden, haben ihr übriges getan um mir viel Vergnügen und ein höchst unterhaltsames Leseerlebnis zu bescheren.
Nicht nur für "McKettrick"-Fans ein Muss! Unbedingt lesen.

Nacht der Wunder 04 Sterne.png

Die Kurzgeschichte "Nacht der Wunder" erzählt von Elizabeth McKettrick. Zur Information: Holt McKettrick hatte die damals 10jährige Elizabeth in die Ehe mit Lorelei gebracht (Wilde Rose der Prärie). Mittlerweile ist es das Jahr 1896 und Elizabeth längst erwachsen geworden.

"Nacht der Wunder" ist eine nette kleine Novelle, die allerdings zu viele Geschichten erzählen will. So müssen die Hauptfiguren gezwungenermaßen ein wenig in den Hintergrund treten und Platz machen für die vielen anderen Mitwirkenden. Ich persönlich fand das ein wenig schade, weil so die Romantik der Liebesgeschichte zwischen Elizabeth und Shane ein wenig auf der Strecke bleibt. Linda Lael Miller hat, so erschien es mir, in "Nacht der Wunder" mehr Wert darauf gelegt eine Weihnachtsgeschichte denn eine Liebesgeschichte zu erzählen.

Für Weihnachtsromantiker ist das natürlich ein großer Pluspunkt und eine absolute Leseempfehlung. Für mich, die die Weihnachtsromantik im Allgemeinen nicht so sehr anspricht, war "Nacht der Wunder" dagegen schon ein wenig Kitsch-lastig und teilweise nur schwer zu ertragen.
Ich persönlich hätte lieber mehr über die Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen Elizabeth und Shane gelesen als etwas über eine "Nacht der (Weihnachts-)Wunder". Und so muss ich wegen des, für meinen Geschmack, recht hohen Weihnachts-Wunder-Kitsch-Faktors einen Punkt in der Bewertung abziehen.