Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Nun ist endlich Brylees Geschichte dran, die man bereits als am Altar verschmähte Braut im 2. Teil der "Parable, Montana"-Serie (Der Berg der Sehnsucht) kennenlernen konnte. Natürlich ist sie mega-erfolgreich und wohl situiert, aber auch einsam und ein fünftes Rad am Wagen, nachdem ihr Bruder nun seine Liebe und eine Familie gefunden hat.

Als Partner hat Linda Lael Miller ihr Zane Sutton auf die Seite gestellt. Einen ehemaligen Rodeoreiter und zufälligen Hollywood-Star, der nun auf der Suche nach einem Sinn im Leben ist, der, wenn es nach ihm ginge in Haus, Ehe und Familie ein glückliches Ende findet.

Da ich mich in letzter Zeit schwer tue, mit der Weise wie Linda Lael Millers ihre Geschichten erzählt, ich aber gleichzeitig durchaus auch mal Bedarf an genau dieser Art "weiße Lattenzaun und perfektes Familienglück"-Happy Ends habe und die Autorin nach wie vor sehr gerne mag, lese ich ihre Bücher mit extra großem Abstand.

Das ist auch klug so, denn mir fällt es jedes Mal etwas schwerer über die manchmal doch übertrieben dargestellte "Ehe, Haus, Hund und Kinder"-Idylle hinwegzusehen. Vor allem da diese, beinahe identischen Einsatz in allen ihren aktuellen Büchern findet.

Dabei kann man der Autorin absolut nicht vorwerfen, dass bei ihren Figuren alles bestens läuft. Sie mischt stets eine große Portion "wahres" Leben in ihre Geschichte, wie Trennung, Einsamkeit, vernachlässigte und finanzielle Probleme. Und natürlich habe alle ihre Charaktere, die durchweg sympathisch sind, auch ein strahlendes Happy End verdient, aber manchmal wird es eben doch ein wenig langweilig das immer und immer wieder zu lesen.

So liest sich "Hochzeitsglück in Montana" auch leider wie ein gleichmäßig träge dahin fließender Fluss. Es gibt weder Überraschungen, noch unerwartete Wendungen, noch großartige Emotionen. Andererseits aber auch keine Missverständnisse, ein Punkt über den ich wirklich sehr dankbar bin, denn nichts mag ich weniger.

Es gibt auch ein paar Ansätze, die zum Träumen einladen, hier und da blitzt der wunderbare Humor der Autorin auf und die Charaktere sind grundsätzlich sehr sympathisch. Aber leider sind alle diese Eigenschaften nicht ausgeprägt genug um mich als Leser mitzureißen oder so zu bewegen, dass ich mit den Figuren hätte fühlen können. Was ich persönlich als sehr schade empfunden habe.

Kurz gefasst: Für Fans der Autorin und Liebhaber "heiler Welt"-Geschichten, schließlich braucht jeder mal ab und zu ein Happy End, ist die "Parable, Montana"-Serie und natürlich auch speziell dieser Teil absolut zu empfehlen. Für alle anderen bietet sich hier eine unaufgeregte Geschichte an, die einen verregneten Nachmittag auf durchaus unterhaltsame Art zu füllen weiß.