Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Der Rancher Walker Parrish und die erfolgreiche Countrysängerin Casey Elder, pflegen seit Jahren eine Gelegenheitsbeziehung, haben zwei gemeinsame Kinder, halten dies jedoch (auf Caseys Betreiben hin) geheim und leben zwei getrennte Leben.

Doch als es nun Casey nach Parable, Montana zieht, muss sie erkennen, dass es dabei nicht nur darum geht, ihren Kindern eine Auszeit vom Tourleben und eine Heimat zu geben, sondern auch um in Walkers Nähe zu sein.

Denn die Anziehungskraft zwischen ihnen hat kein Stück abgenommen. Außerdem, so erkennt Casey, wird es nun Zeit, ihren Kindern zu erklären, dass Walker mehr als nur ein guter Freund der Familie ist.

Linda Lael Millers Romane muss ich stets gut dosieren, da ich schnell eine Überdosis von der wundervollen Welt bekomme - in der sich Probleme sanft in Luft auflösen, Männer ehrenhafte, wohlhabende und attraktive Cowboys sind und sich Patchwork-Familien immer harmonisch zusammenfügen - für die die Autorin ebenso berühmt, wie berüchtigt ist.
Aber da ich so lange mit der Serie pausiert hatte, hatten sich gleich mehrere Teile bei mir angesammelt und ganz gegen meine Gewohnheit habe ich nach dem 3. Teil der Serie, gleich darauf den 4. Teil "Zeit der Entscheidung" angefangen.

Zugegeben mich hat die gemeinsame Geschichte des Züchters Walker Parrish, der bisher nur am Rand in Erscheinung getreten ist und der erfolgreichen Sängerin Casey, die als Freundin der Hauptfiguren vorangegangener Bücher eingeführt wurde, sehr interessiert.

Eigentlich mag ich "sie waren schon einmal ein Paar und finden nun erneut zusammen"-Plots generell nicht so und finde es interessanter, wenn sich Paare erst neu kennenlernen und beschnuppern müssen, um herauszufinden warum sie sich so anziehend finden.
Zudem konnte ich in diesem Fall überhaupt keinen (nachvollziehbaren) Grund erkennen, warum Casey und Walker nicht schon längst ein Paar sind. Sie lieben und begehren einander und sind stolz auf ihre Kinder.

Auch fand ich es seltsam irritierend, dass die Liebesgeschichte im Grunde daraus bestanden hat, dass das Paar immer wieder sinnentleerte und mutwillig herbeigeführte Streitereien vom Zaun gebrochen hat, nur um dann, ohne Übergang, wieder gemeinsam ins Bett zu fallen.

Das alles mag man ja noch als temperamentvolle Beziehung abtun, doch woher dann das Happy End kam, was mich als Leser so unvermittelt und überraschend überrollt hat, konnte ich dagegen nicht verstehen.

Kurz gefasst: "Zeit der Entscheidung" ist keine tiefschürfende Geschichte, wartet nicht mit einer intensiven Charakterentwicklung auf und sollte nicht allzu sehr hinterfragt werden. Einfach zurücklehnen und sich von der Autorin in ein Stück heile Welt entführen lassen.