Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Als Antonias Mann während eines gemeinsamen Urlaubes allein zum Tauchen geht, macht sie sich zunächst keine großen Sorgen, denn Pascal ist ein geübter Schwimmer und Taucher. Doch er kehrt nicht zurück und wenig später werden lediglich Teile seiner Ausrüstung gefunden. Trotz Untersuchungen und Ermittlungen der Behörden, wird Antonias Ehemann nicht gefunden. Alle gehen schließlich davon aus, dass Pascal ertrunken ist. Nur Antonia, die ihren Mann über alles geliebt hat, kann und will das nicht glauben und so versucht sie selbst einige Zeit später, auf eigene Faust Licht ins Dunkel zu bringen. Sie macht sich auf in die Schweiz, wo Pascals Familie lebte- doch dort erlebt sie zunächst eine herbe Enttäuschung. Ihre Schwiegermutter legt keinen großen Wert darauf sie kennen zu lernen und auch Pascals Bruder entpuppt sich als aalglatter Geschäftsmann mit Desinteresse.

Während ihres Kurzaufenthaltes dort lernt sie David Hilperth kennen, der ihre Nähe sucht. Er stammt aus Frankfurt- dort wo auch Pascal ein Haus besitzt, das Antonia nun wohl erben wird und arbeitet in der gleichen Branche- an der Börse. Zufall? Da David sich ihr gegenüber jedoch vorbildlich verhält hegt sie keinerlei Misstrauen ihm gegenüber und glaubt nach ihrer Abreise auch nicht, dass sich ihre Wege nochmals kreuzen werden. Doch weit gefehlt!

Als sich Antonia wieder in Kanada befindet, wo sie als Übersetzerin arbeitet und lebt, bekommt sie Besuch von Ray Stein, einem Ermittler des Frankfurter Betrugsdezernates, der ebenfalls fest davon überzeugt ist, das Pascal noch lebt. Allerdings glaubt er auch, dass Pascal als Investmentbanker hohe Summen veruntreut hat und nur aus diesem Grund seinen Tod vorgetäuscht hat. Antonia ist wie vor den Kopf geschlagen- kann es wirklich sein, dass ihr geliebter Mann Geheimnisse vor ihr hatte und eiskalt in Kauf genommen hat, sie unglücklich zu machen? So reist sie nach Deutschland und bittet David um Hilfe…

„Das Echo der Lüge“ entpuppte sich als sehr spannender Frauenkrimi der gleich mit mehreren undurchschaubaren Akteuren aufwartet, die scheinbar alle etwas zu verbergen haben. Im Mittelpunkt der Story steht Antonia, die von einem auf den anderen Tag gezwungen ist, ihre Ehe und ihre Liebe zu Pascal anzweifeln zu müssen. Hin und hergerissen zwischen Liebe, Zweifel und Misstrauen, will sie sich selbst davon überzeugen, ob ihr Mann Pascal tatsächlich noch lebt und muss sich zwischen David, Ray und Jessica (Pascals erster Frau) behaupten. Ich fand die Geschichte sehr spannend beschrieben und konnte den Roman erst zur Seite legen, als ich ihn ausgelesen hatte, was dank des sehr eingängigen, gefälligen Schreibstils der Autorin leider viel zu schnell geschah und mir dazu eine kurze Nacht bescherte.

Sophie Millers Schreibstil erinnert mich sehr an den von Charlotte Link und auch von der Thematik her, könnte dieser Roman auch durchaus aus der Feder der Autorin stammen, finde ich. Wer auf der Suche ist nach einem unterhaltsamen, spannenden aber unblutigen Frauenkrimi, kann hier ohne Bedenken zugreifen. Romantiker die jedoch nebenher eine Liebesgeschichte erwarten, werden vielleicht ein wenig enttäuscht sein denn auch wenn die Hauptakteurin Antonia durchaus jemanden trifft der ihr gefällt, bleibt dieser Handlungsstrang zum Ende hin eher offen, was mich persönlich jedoch nicht gestört hat.

Für den Grundgedanken des Romans hat die Autorin ein sehr aktuelles Thema gewählt und es gelingt ihr zudem dieses Thema nicht staubtrocken sondern informativ und spannend in diesen Roman zu involvieren.

Mit Antonia der Heldin kann man sich schnell identifizieren, sie ist eine sympathische junge Frau, die glaubt, mit Pascal ihre große Liebe verloren zu haben. Man leidet und fiebert mit ihr mit, wenn sie sich auf Spurensuche begibt; dennoch wird es nicht allzu düster- für einige heitere Momente innerhalb der Geschichte sorgt zum Beispiel Antonias schrullige aber liebenswerte Tante.

Kurz gefasst: Wer auf der Suche ist nach einem unterhaltsamen, spannenden aber unblutigen Frauenkrimi, kann hier bedenkenlos zugreifen!