Rezensionen

Chris' Bewertung

Es könnte besser laufen für Maggie Abendroth. Die einst erfolgreiche Drehbuchautorin hat einen geistigen Hänger und kommt in ihrer Arbeit nicht mehr weiter. Doch leider muss sie aus ihrem schicken Penthouse in Köln ausziehen und endet schließlich hochverschuldet, vom Lover getrennt und auch noch mit einer Schreibblockade in einer 22 m² Kellerwohnung in Bochum. Schlimmer kann es da nicht werden, oder doch?

Doch es kann. Und zwar wenn man sich vor Leichen ekelt und als Sekretärin in einem Bestattungsunternehmen landet. Ihr Chef – Herr Sommer – wälzt gern so viel wie möglich auf Maggie ab und Matti, der finnische Einbalsamierer, spricht wenig und lässt sich nur mit Kaffee aus seinem Refugium hervorlocken. Ihr soziales Leben ist völlig zum Erliegen gekommen und Maggies Konfektionsgröße in ungeahnte Höhen geschossen.

Der Serienauftakt um Maggie ist ziemlich chaotisch und witzig geschrieben. Leider brauchte ich gut 100 Seiten um mit der Protagonistin warm zu werden. Maggie ist ziemlich leidend und winselnd. Ihr egoistisches und egozentrisches Wesen machen es nicht gerade einfach sie zu mögen. Aber mit der Zeit legt sich das und Maggie lernt mit den Gegebenheiten umzugehen.

Leichen sind ihr noch immer zuwider, aber langsam entwickelt sich so etwas wie ein sozialer Kontakt mit Herrn Matti. Der ist es auch, der Maggie auf eine unheimliche Spur von gelben Flusen bringt, die er immer wieder auf Leichen älterer Menschen findet. Maggie und Matti wittern einen Skandal und glauben einem Serienkiller auf der Spur zu sein.

Natürlich wird Maggie auch ein Polizist zur Seite gestellt. Winnie! Alberner Name, aber so ist es halt. Überhaupt sind die Protagonisten von Frau Minck mit albernen Namen und seltsamen Ticks geschlagen. Doch das macht sie amüsant und die Geschichte gut lesbar.

Wer allerdings hofft, dass es für Maggie in liebestechnischen Dingen ein gutes Ende nimmt, der wird herb enttäuscht. Aber dafür bekommen Maggie und der Leser jede Menge neuer Freunde, an die man sich gewöhnen kann.

Kurz gefasst: Ein amüsanter und kurzweiliger Ausflug ins Bestattermillieu.