Rezensionen

Tinas Bewertung 05 Sterne.png

Nach vielen Jahren wo man sich sporadisch mal gesehen oder auch telefoniert hat, treffen vier Freundinnen, die früher durch dick und dünn gegangen sind, sich wieder, in dem Haus mit den Apfelrosenhecken.

Doch das Leben hat seine eigenen Gesetze und auch Ideen, da läuft eben nicht immer alles so erfreulich, so ist es auch für Sanne, Fritzi, Mona und Kirsten nicht so ganz einfach Freundschaften wiederaufleben zu lassen, sich wieder zu trennen und Abschied zu nehmen von der gemeinsamen Vergangenheit und vielleicht auch von der Freundschaft.

Anneke Mohn lässt in "Apfelrosenzeit" jede der Frauen zu Wort kommen und berichtet von deren Leben, geheimen Träumen, Wünschen und auch Ängsten. Dabei lüftet sie Geheimnisse und lässt Sorgen offenbaren, die sich nicht immer verstecken lassen. So steht auch Wut, auf die eine oder andere Freundin, mit an der Tagesordnung, sowie viel Tränen, die lange nicht fließen durften.

Beim Lesen überträgt sich das Gefühl, dass alle angestaute Wut, Trauer und Ängste sich den Weg frei bahnen, was die Figuren belastet. Dass das alles sehr fesselnd und bewegend zu lesen ist, ist das große Verdienst der Autorin Anneke Mohn, finde ich.
Und während es, für einige der Freundinnen, wie ein Befreiungsschlag ist, der hilft sich wieder mit dem Leben, aber auch mit dem Alltag und unvermeidbaren Veränderungen, die das Leben so mit sich bringt, gestärkt entgegen zustellen, fühlt sich auch der Leser gestärkt und am Ende des Buches rundum wohl.

Aber es gibt auch einiges zum Nachdenken, denn die Geschichte zeigt auch auf, dass man sich von Gefühlen und Ängsten nicht immer allzu sehr unter Druck stellen lassen sollte, sondern auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen und erwidern muß: "Hallo, ich bin auch noch da und möchte etwas in meinem/unserem Leben ändern".

Kurz gefasst: "Menschen weinen nicht, weil sie schwach sind, sondern weil sie lange stark waren." Johnny Depp. Ein wunderbar berührender Roman, der trotz ein mehr aus Tränen, Mut macht.