Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Jan Clausens Frau starb vor 9 Jahren bei einem Unfall. Von diesem Tage an musste er sich allein um die damals einjährige Tochter Leevke kümmern und glaubte, er käme mit der Kindererziehung gut zurecht. Als jedoch die Kinder auf Föhr eine neue Lehrerin zugeteilt bekommen, die Leevke eine empfindliche Strafe aufgebrummt hat und Jan bei einem Elternabend den Grund dafür erfährt, fällt er aus allen Wolken, denn Leevke hat ihn tatsächlich das erste Mal angelogen. Auch sonst scheint sich das mittlerweile bereits zehn Jahre alte Töchterlein Sorgen um den alleinstehenden Vater zu machen, denn sie bietet ihm sogar unter Tränen an, dass sie auch auf ein Internat gehen würde, damit sie ihrem Vater bei der Suche nach einer neuen Frau nicht im Wege steht.

Jan ist entsetzt über die Gedanken, die Leevke umtreiben und beschließt, dass sich langsam mal etwas ändern muss, in ihrem recht beschaulichen und eintönigen Leben und vor allem muss er seiner Tochter mehr Aufmerksamkeit widmen. So fährt er etwa mit Leevke für einen Kurztrip nach Berlin und meldet sie, zurück auf Föhr bei einem Tanzkursus an, den die ehemalige Balletttänzerin Sina Hansen leitet. Doch Leevke wird nicht die Einzige bleiben, die in der Folgezeit tanzen lernt…

„Die Insel tanzt“ von Autor Janne Mommsen, war mein erstes Buch des Autors, auf den ich durch zahlreiche positive Meinungen in meinem Bekanntenkreis aufmerksam wurde. Von leichter, humoriger Urlaubslektüre mit schrulligen Charakteren, bildhaften Inselbeschreibungen bis hin zu anrührender Lektüre gingen die Meinungen, so dass ich mich schnell dazu entschloss, dem aktuellen Buch des Autors eine Chance zu geben.
Nach dem Lesen kann ich sagen, dass man „Die Insel tanzt“ durchaus bedenkenlos in die Kategorie „leichter, amüsanter Unterhaltungsroman“, stecken kann.

Und auch die Charaktere haben eine interessante Vorgeschichte, so dass die Ausgangssituation spannend ist. Da wäre der Witwer Jan mit seiner Tochter Leevke, den die Probleme eines Alleinerziehenden einholen, der jedoch mit allen Mitteln versucht, diese zu bewältigen und die kurz vor ihren fünfzigsten Geburtstag stehende Sina, die jüngst ihre Profikarriere als Balletttänzerin aufgeben musste und nun auf Föhr, mit einer Tanzschule neue berufliche Wege einschlagen möchte. Als sich Jan und Sina kennen lernen und ineinander vergucken, müssen sie lernen mit der neuen Situation umzugehen. Denn Leevke ist noch nicht so weit. Neben der Liebesgeschichte, bei der ich mir ein wenig mehr Tiefgang und Seitenzahlen gewünscht hätte, erzählt der Autor aber auch noch eine turbulente Nebenhandlung, die mir einige Lacher beim Lesen entlockt hat, denn Föhr ist, dank Sina, bald im Salsa-Fieber. Toll fand ich die Insulaner beschrieben, ihre knorrige Ader, aber auch ihre Hilfsbereitschaft wirken sehr lebensecht beschrieben und auch das Setting des Romans selbst wirkt so bildhaft, dass man direkt Lust auf einen Kurzurlaub auf Föhr bekommt.

Kurz gefasst: „Let’s Dance“ auf Föhr- Schöne, stimmungsvolle Urlaubslektüre.“