Rezensionen

Nicoles Bewertung 02 Sterne.png

Juliette Bergerine ist eine Französin die sich in England aufhält, weil sie dort hofft, etwas über den Verbleib ihres verschollenen, angeblich toten Bruder herausfinden zu können. Sie arbeitet als Näherin und lebt in sehr bescheidenen, fast ärmlichen Verhältnissen. Eines Tages beobachtet sie von ihrem Fenster aus, wie ein Mann von zwei Dieben ausgeraubt und niedergeschlagen wird. Die Gauner verhehlen nicht, dass sie den Mann der französische Sprachbrocken von sich gibt, umbringen wollen. Bevor es dazu kommt, greift Juliette beherzt ein, bewirft die Diebe mit Eiern und es gelingt ihr so, sie in die Flucht zu schlagen.

Juliette kümmert sich um den Verletzten und nimmt ihn zu sich. Als er kurz zu sich kommt, küsst er sie und fällt sogleich wieder in Ohnmacht. Am nächsten Morgen entpuppt sich der Mann jedoch als ungehobelter und äußerst stolzer Anwalt, der durchblicken lässt, dass er Juliettes Behausung so schnell wie möglich wieder verlassen möchte. Juliette, die verärgert über das Verhalten des angeblichen Anwalts Sir Douglas Drury ist, eilt zu seinem Freund, der ihn abholen soll. Eigentlich glaubt sie danach, ihre Wege würden sich nicht mehr kreuzen- doch weit gefehlt!
Als Juliette auf dem Marktplatz von einem der zwei Diebe festgehalten wird, die sie ausfragen wollen, ahnt sie, dass nicht nur Sir Douglas immer noch in Gefahr schwebt, sondern auch sie. Sir Douglas Freund, ein viel freundlicherer Herr als Sir Douglas selbst, überlegt daraufhin nicht lange und bietet ihr für die Zeit, bis die Diebe gefasst sind einen Platz in seinem Stadthaus an. Der Gesellschaft wird sie als Sir Douglas Cousine vorgestellt und um die Diebe und den Drahtzieher zu fangen der Sir Douglas töten will, geben sich Juliette und Douglas schließlich als Verlobte aus. Schnell wird aber aus Spaß Ernst…

Ich bin schon seit vielen Jahren ein Fan der Autorin und von ihren romantischen historischen Liebesromanen und hatte mich auch im Vorfeld schon sehr auf ihren neuen Roman gefreut. Doch leider wurde ich diesmal sehr enttäuscht. Ehrlich gesagt erkannte ich in „Der Kuss des Feindes“ nichts mehr wieder, was Margaret Moores Romane normalerweise für mich ausmachen. Weder waren die Romanfiguren sympathisch (hier möchte ich vor allem den Helden hervorheben, der sich der Heldin gegenüber sehr rüpelhaft benimmt, was ich nicht nachvollziehen konnte- als Grund wird angegeben, dass er von Franzosen im Krieg misshandelt wurde, aber warum behandelt er seine Lebensretterin um Himmels Willen nicht mit ein wenig mehr Freundlichkeit?) noch vermochte mich der Schreibstil der Autorin zu fesseln.
Besonders die ersten Seiten des Romans sind sehr holprig geschrieben und auch manche Ausdrücke der Übersetzerin empfand ich ehrlich gesagt nicht so wirklich gelungen.

In solchen Momenten wünsche ich mir stets, dass englische Originale, bevor sie für die deutschen Leser übersetzt werden, von Gutachtern erst Mal auf Herz & Nieren geprüft werden; denn belanglose oder mäßige Romances sind es nämlich, die den Ruf guter historischer Liebesromane schädigen bzw. Leser dazu bringen, alle Romane dieses Genres in einen Topf zu werfen, wie ich finde.

Als Leser beschleicht einen irgendwann das Gefühl, man hätte es hier mit einer schnell und lieblos herunter geschriebenen 0- 8-15 Geschichte zu tun, aus deren Plot man viel mehr hätte machen können, was ich sehr schade fand. Weder konnte ich nachvollziehen, wieso sich Held und Heldin ineinander verlieben, noch hat es mich im Laufe der Story überhaupt noch interessiert ob sich Juliette und Douglas am Ende einig über ihre Gefühle werden. Belanglosigkeit, Zank und Genörgel - Vorurteile und Douglas Snobismus haben mir das Lesen des Romans sehr schwer gemacht und so vergebe ich für „Der Kuss des Feindes“ obwohl es mir für die Autorin sehr leid tut deren Romane ich sonst so liebe- mit sehr viel gutem Willen 2 Punkte.

Kurz gefasst: Belanglosigkeit, Zank und Genörgel - haben mir das Lesen des Romans sehr schwer gemacht.