Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Seit dem frühen Tod ihrer Eltern ist Constance ein Mündel ihres Onkels. Da dieser äußerst raffgierig ist, handelt er schleunigst eine Verbindung zwischen ihr und dem zukünftigen Herrn von Tregellas aus und lässt sie auch sogleich in der Obhut ihres zukünftigen Schwiegervaters, einem kaltblütigen, aufbrausenden und grausamen Mann, zurück.
So wächst sie langsam heran, ängstlich darauf bedacht, weder ihrem zukünftigen Gatten, Merrick, der grausame Späße mit ihr treibt, noch ihrem Schwiegervater in spe, Grund dafür zu geben, auf sie aufmerksam zu werden.

Die Jahre vergehen und nachdem Merrick fortgeschickt wird, um Knappe zu werden und eine Ritterausbildung zu erhalten, wiegt sich Constance fast in Sicherheit. Doch als ihr Schwiegervater stirbt, kehrt der von ihr verhasste Merrick zurück; um nicht nur die Burg einzufordern, sondern auch sie, seine Braut.
Doch Merrick scheint sich seit seiner Kindheit gewandelt zu haben. Wo er früher zu Grausamkeit neigte, zeigt er nun Milde, was auch die Dorfbewohner überrascht zur Kenntnis nehmen. Außerdem gibt er Constance gegenüber zu erkennen, dass ihre Gefühle ihm keineswegs gleichgültig sind. Zudem ist er ein attraktiver Mann geworden, ein Zustand, der Constance zudem noch weiter verwirrt, als er sie das erste Mal küsst.

Sie willigt schließlich ein, seine Frau zu werden, doch kurz nach der Hochzeit, trotz aller Leidenschaftlichkeit zwischen den Beiden, geschehen einige Dinge, die Constance an Merrick zweifeln lassen- trotz aller Beteuerungen seinerseits, dass er keinesfalls so skrupellos wie sein Vater sei, ist Constance hin und hergerissen. Der Zwist zwischen den Eheleuten entzweit sie fast vollkommen und beide sind mehr als unglücklich über die Situation.
Auch ist der Zeitpunkt dafür mehr als ungünstig, denn ein Mordanschlag auf Merrick und Constance wurde von langer Hand geplant und soll in diesen Tagen ausgeführt werden.

Doch Merrick hat zwei tapfere Freunde mit auf seine Burg gebracht, die nicht nur versuchen zwischen den streitenden Liebenden zu vermitteln, sondern Merrick auch im Kampf gegen die Intriganten unterstützen wollen.
Werden Merrick und Constance jemals wieder zueinander finden? Können sie dem Mordanschlag entgehen? Und, welches dunkle Geheimnis umgibt Constance Ehegemahl?

Nachdem mir Margaret Moores letzter im Cora Verlag veröffentlichter Historical nicht ganz so gut gefallen hat, weil er leichte, inhaltliche Schwächen und Ungereimtheiten offenbarte, ist dieser neue Historical der Autorin jedoch wieder ein absoluter Lesetipp, den ich Fans von Ritterromances unbedingt ans Herz legen möchte. Nicht nur die Hauptfiguren des Romans, sondern auch die Nebenfiguren sind bis ins kleinste Detail sehr lebensecht beschrieben und durch die sehr bildhafte Schilderung von Margaret Moore hat man das Gefühl, man befinde sich mitten im Geschehen.

Merrick ist ein „tortured hero“ der seit seiner Kindheit ein Geheimnis mit sich herum trägt, dass ihn bei Bekanntgabe völlig ruinieren und eventuell sogar in Gefahr bringen könnte. Trotz allem, was er in seiner Vergangenheit erlebt hat, verbergen sich hinter seiner kühlen Fassade und seinem stetigen unterschwelligen Misstrauen anderen Menschen gegenüber, ein großes, mitfühlendes Herz und ein ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit, welcher ihm jedoch im Laufe der Zeit fast zum Verhängnis wird. Sehr romantisch fand ich auch seine Liebeserklärung der Heldin gegenüber.
Constance ist eine sehr aufrichtige Heldin, die zudem oftmals sehr freimütig, öffentlich über ihre politische Gesinnung redet, was Merrick fast an den Rand der Verzweifelung bringt.
Doch auch sie hat ihr Herz am rechten Fleck und beschützt die Menschen und Tiere die ihr anvertraut wurden und die sie liebt.
Im Grunde geht es im Buch hauptsächlich darum, ob beide Hauptfiguren irgendwann genug Vertrauen zueinander aufbauen können, um eine glückliche Beziehung führen zu können.
Die Gründe für Constance und Merricks Zögern sind durchaus verständlich in Szene gesetzt worden und wurden zu meiner vollsten Zufriedenheit aufgelöst.
Für ein paar Lacher in dem Roman sorgte Merricks leichtfüßiger Freund und Schwerenöter Henry, jedoch war mir sein zweiter Freund, der etwas besonnenere Ranulf, dessen Humor auch eher verhaltener war, eine Spur lieber.

Kurz gefasst: Für mich einer der besten Margaret Moore Romane, den ich je las, einem Helden ganz nach meinem Geschmack- ein Roman mit viel Herz und somit eine uneingeschränkte Leseempfehlung!