Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Lady Roslynns Ehemann hat sich des Hochverrats schuldig gemacht, was ihn am Ende sein Leben kostete. König John möchte nun denjenigen, der half, Rosylynns Gatte dingfest zu machen, belohnen. Dazu wählt er einen äußerst seltsamen Weg. Er bietet dem Waliser Lord Madoc ap Gruffydd, Lady Roslynn höchstpersönlich als zukünftige Ehefrau an. Roslynns Mitgift könnte Madoc gut gebrauchen, doch scheut er zunächst eine erneute Heirat, denn seine erste verlief nicht unbedingt glücklich. Nun ist der Witwer ein gebranntes Kind, doch auch Lady Roslynn trägt große Ängste mit sich herum. Ihr verstorbener Mann war ein grausamer Gatte, der sich ihr aufzwang und auf ein solches Eheleben kann sie in Zukunft gut verzichten. Lieber geht sie ins Kloster! Doch nachdem sich beide kennen gelernt haben, schwinden Roslynns Vorbehalte langsam. Als Madoc ihr einen Heiratsantrag macht, nimmt sie ihn an, ahnt jedoch nicht, welche Schwierigkeiten und Intrigenspiele auf sie und ihren Mann noch warten…

Margaret Moore gehört schon seit langer Zeit zu meinen „autobuy- Autorinnen“, denn ich mag ihre, zumeist sehr warmherzig geschriebenen Liebesgeschichten sehr, weil die Protagonisten darin nicht ganz so extreme Akteure sind und trotz aller Schicksalsschläge ihr gutes Benehmen nicht vergessen haben. Also könnte man schon sagen, dass Moores Romane durchaus einen kleinen Hang zur Gefälligkeit haben, was ich allerdings auch völlig in Ordnung finde, wenn die rosarote Brille zwischenzeitlich auch mal abgenommen wird und Probleme des Heldenpaars plausibel gelöst werden.

„Die Braut des stolzen Kriegers“ fällt dann auch in dieses Schema. Sowohl Lady Roslynn als auch Lord Madoc sind sympathische Figuren mit viel Ehrgefühl im Leib und auch Madocs Onkel Lloyd, hat mir mehrere Male beim Lesen ein breites Gesicht ins Gesicht gezaubert, denn seine Kommentare und Handlungsweisen sind amüsant und lockern die Story auf.
Ebenfalls hat es mir gefallen, dass Roslynns Ängste durchaus noch eine Weile weiter bestehen bleiben und ihr Vertrauen zu Madoc erst nach und nach zunimmt, was, hätte die Autorin diesen Punkt beschleunigt, völlig unrealistisch gewirkt hätte.
Im Gegenzug fand ich, dass Madocs schnell erwachte Liebe zu Roslynn dagegen etwas unglaubwürdig wirkte, zumal beide sich ja noch nicht lange kannten.

Die Nebenhandlung über die Bruderfehde zwischen Madoc und Trefor bietet ein wenig Abwechslung, wenn mir persönlich auch ein wenig die Spannungsmomente gefehlt haben. Auch einem Madoc nicht wohl gesonnenen Zeitgenossen, der auf dessen Land sein Unwesen treibt, gelang es leider nicht, mein Interesse mehr zu fesseln. Aber zumindest ist die Liebesgeschichte zwischen Madoc und Roslyn sehr süß und romantisch beschrieben, so dass mich die eher flach wirkende Nebenhandlung nicht so gestört hat.
Zwar gibt es durchaus auch bessere Romances der Autorin, doch ist „Die Braut des stolzen Kriegers“ durchaus als netter Zeitvertreib für Zwischendurch geeignet.
Eine kleine Anmerkung habe ich noch: Ein wenig irritierend fand ich es, dass sich die Akteure in diesem Roman anfangs „siezen“, anstatt sich mit „Ihr“ oder „Euer“ anzusprechen. Bei einem Roman der im Mittelalter spielt, klingt das etwas deplaziert.

Kurz gefasst: Nette, gefällige Historical Romance in dem sich ein sympathisches Paar zusammenraufen muss.