Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Lady Allis ist die älteste Tochter des Earl of Montclair, der seit dem Tode seiner Frau vor einigen Jahren schwermütig geworden ist.
So gut es geht, versucht sie ihrer jüngeren Schwester Isabella und ihrem Bruder Edmond nun Mutter und Vater zu ersetzen und gleichzeitig den Pflichten der Burgherrin nachzugehen. Da Lady Allis alles Menschenmögliche versuchen möchte, um ihren Vater aus seiner Depression zu holen, wird ein Ritterturnier auf der Burg veranstaltet, von dem sie hofft, dass es die Lebensgeister des Earls wieder zu wecken vermag. Doch Allis plagen noch weitere Sorgen. Ihr Vater versprach sie schon vor einiger Zeit Baron Rennick. Einem skrupellosen und gefährlichen Mann, der es nicht nur auf sie, sondern auch auf den Besitz des Earls abgesehen hat. Immer mehr bedrängt Rennick, Allis und erwartet eine baldige Verkündung ihrer Verlobung.
Am Vortag des Turniers lernt sie einen Teilnehmer des Wettkampfes kennen. Es ist Sir Connor, ein ehemaliger Kreuzritter und Freund von König Richard Löwenherz. Seit den Kreuzzügen hat er sich jedoch mit dem König im Streit überworfen und seitdem sind er und seine Familie am Hofe in Ungnade gefallen. Um die erhöhten Steuern auf den Besitz seiner Familie aufbringen zu können, verdingt sich Sir Connor als Kämpfer bei Ritterturnieren.

Während Lady Allis und Sir Connor sich zufällig im Garten der Burg begegnen, werden sie vom Knappen des Barons entdeckt und dieser eilt umgehend zu seinem Herrn, um ihn von seiner Entdeckung zu erzählen.
Verärgert heckt Baron Rennick einen Plan aus, um dem walisischen Kreuzritter eine Lektion zu erteilen.

Am Turniertag treffen auch beide Kontrahenten im Kampf aufeinander. Obwohl Sir Connor eigentlich der weitaus überlegenere Gegner ist, wird er von Baron Rennick mit seiner Lanze aus dem Sattel gestoßen. Connors Lanze zersplittert bei dem Zusammenstoß in mehrere Einzelteile und er selbst wird bei dem Kampf an der Schulter verletzt. Connor ahnt gleich, dass jemand versucht haben muss, seine Lanze zu manipulieren, doch ihm fehlen die Beweise. Er teilt sich jedoch Lady Allis mit, die insgeheim ahnt, dass der Baron zu solchen ruchlosen Taten fähig ist.

Während der langsamen Genesungszeit freunden sich Edmond und Isabella mit Connor an. Und obwohl Allis, Connor zunächst in seine Schranken weist und ihm erklärt, sie wäre die Verlobte Baron Rennicks, verlieben sich beide hoffnungslos ineinander. Doch scheint es für die beiden jedoch keine Hoffnung auf gemeinsames Glück zu geben...

Dieser aktuelle Roman von Margaret Moore ist wieder ein sehr unterhaltsames Buch, das mit zwei sympathischen Hauptprotagonisten besticht. Jedoch sind mir bei diesem Medieval einige Dinge aufgefallen, dich mich ein wenig gestört haben.
Zunächst einmal fand ich es seltsam, dass nachdem ein Knappe scheinbar eines natürlichen Todes stirbt, Sir Connor gleich richtig vermutet, dass er mit Fingerhut vergiftet wurde. Kurz vorher wird erwähnt, dass diese Mordmethode noch ziemlich unbekannt ist; daher fand ich Sir Connors „Erleuchtung“ ein wenig zu unglaubwürdig.
Dann etwas zur Heldin des Buches. Lady Allis wird das ganze Buch über als pflichtbewusste Burgherrin beschrieben, die sehr hohe, moralische Grundsätze vertritt. Daher passte es meiner Meinung nach weniger, dass sie, obwohl mit dem Baron verlobt und noch nicht sicher weiß ob die Verlobung noch gelöst werden kann, mit Connor schläft, ohne sich Gedanken um ihren Ruf zu machen.
Connor dagegen war ein Held nach meinem Geschmack. Allerdings gibt es eine Stelle am Ende des Romans, als er anders reagiert, wie ich es gehofft habe. (ich kann leider die Stelle nicht näher erläutern, da ich sonst zu viel über den Inhalt des Buches verraten würde) Den Grund für sein „Einlenken“ konnte ich zwar verstehen, doch ich finde die Autorin hätte das klärende Gespräch zwischen ihm und dem König ein wenig anders gestalten können.
Positiv an der Geschichte von Margaret Moore fand ich dagegen, dass die Gefühlswelt des Helden und der Heldin sehr gut beschrieben wurde und auch, dass sie mit Connor einen Helden geschaffen hat, der genug Einfühlungsvermögen besitzt, um gleich zu durchschauen, wieso Lady Allis, Baron Rennick ehelichen will, obwohl sie ihn scheinbar hasst.

Kurz gefasst: Trotz kleiner inhaltlicher Schwächen ein unterhaltsamer Roman für einen verregneten Nachmittag.