Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Nachdem Boutiquenbesitzerin Nella und Arzt Paul bereits im Vorgängerband „Die Nächte Bitte!“ zusammenfanden, wird ihre Geschichte nun in „Alles eine Frage der Technik“ weiter erzählt. Mittlerweile hat sich ein wenig Routine und Stillstand in Sachen Beziehung eingeschlichen. Zudem ist Paul ein so dermaßen in sich gekehrter Workaholic geworden, dass Nella sich total vernachlässigt fühlt. Aber jedes Mal, wenn Nella ihren Paul auf diese Probleme ansprechen möchte, oder ein gemeinsamer Abend geplant ist, drückt sich Paul, um sich lieber schnell hinter seinem Schreibtisch zu vergraben. Überhaupt, auf Diskussionen hat er sowieso keine Lust, denn man(n) weiß ja schließlich, dass Frauen gerne aus einer Mücke einen Elefanten machen und zudem muss der Kredit abbezahlt werden und wie soll das anders funktionieren, als sich arbeitsmäßig voll hineinzuknien.
Dumm nur, dass Nella Pauls Argumenten gegenüber nicht wirklich empfänglich ist und schließlich sogar eine beginnende Beziehungskrise heraufbeschwört. Ein gemeinsamer Urlaub soll ihr Liebes und Beziehungsleben wieder in Schwung bringen, doch ausgerechnet Pauls, wie er denkt, geniale Idee mit dem Urlaub gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können, sorgt für allerhand Turbulenzen im Urlaub. Paul hat nämlich eine Woche in einem Golfhotel in Portugal gebucht.

Dort will er zusammen mit Nella das Golfspielen lernen (die noch nichts von ihrem „Glück“ weiß) und praktisch ganz nebenbei, spielerisch wichtige, berufliche Kontakte knüpfen.
Doch Nella, die dachte Paul wäre endlich in sich gegangen und würde ihr vielleicht sogar einen Heiratsantrag im Urlaub machen wollen, fällt in Portugal schließlich aus allen Wolken. Als sie Paul auch noch in weiblicher Begleitung antrifft, reißt ihr der Geduldsfaden und sie beschließt das Angebot des lässigen und attraktiven Golftrainers Dan anzunehmen, der ihr eine Extrastunde versprochen hat. Wie wird Paul darauf reagieren?

Zugegeben, ich bin nicht gerade ein Golf-Fan und kann diesem Sport, genauso, wie die Romanheldin Nella, nicht viel abgewinnen. Ein Grund trotzdem zu der Fortsetzung von „Die Nächste Bitte“ zu greifen, war für mich vor allem Mia Morgowskis schöner, trockener Humor, der auch in ihrem aktuellen Roman wieder aufblitzt und mir sehr oft ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert hat beim Lesen.
Außerdem müssen Golfsportfremde keinesfalls befürchten, nun seitenlang mit zahlreichen Fachausdrücken und Anleitungen bombardiert zu werden. Das Golfspiel dient eigentlich lediglich als bunte Kulisse für Pauls und Nellas turbulente Erlebnisse, rund um das exklusive Golfhotel und seine zahlungskräftigen Bewohner, die schräger nicht sein könnten.

Während im ersten Teil Nella lediglich aus dem Off, durch ihre zahlreichen Tagebucheinträge zu Wort kam, hat sich die Autorin in diesem Teil entschieden, sowohl Nella als auch Pauls Sicht auf die Dinge, jeweils im Wechsel aus der Ich-Perspektive zu erzählen, so dass man als Leser Einsicht in beiderlei Gedankenwelten erhält. Zudem übt sich Nella diesmal als fleißige Bloggerin, wobei ich ihre Blogbeiträge als nette Abwechslung, innerhalb der erzählten Story empfand.

Natürlich darf das gewisse Klischeedenken, dass Männer über Frauen und auch umgekehrt, haben, wieder nicht fehlen, das weibliche Leserinnen des Romans sicherlich ebenfalls zum Schmunzeln bringen wird. Die eine oder andere Situation wird einem als Leser dabei wahrscheinlich ebenfalls bekannt vorkommen. Zumindest ging es mir so, doch diesmal, auch wenn ich Mia Morgowskis Bücher ansonsten so witzig und kurzweilig finde, übertreiben es sowohl Nella als auch Paul hier zu sehr. Ihre Art ständig aneinander vorbeizureden, sich nicht einander anzuvertrauen und stattdessen die „beleidigte Leberwurst“ heraushängen zu lassen, hat meine Lesernerven dermaßen strapaziert, dass ich leider keine 5 Sterne Bewertung vergeben kann. Pauls und Nellas Zickigkeit zieht sich leider wie ein roter Faden durchs Buch und lässt das Heldenpaar leider über lange Strecken recht unsympathisch wirken.
Wenn man diesen Kritikpunkt einigermaßen ausklammern kann, wird man dennoch viel Lesespaß mit der Fortsetzung von „Die Nächste bitte“ haben. Mein romantisches Highlight in diesem Roman: Pauls gesungenes Ständchen, das mich dann doch sehr angerührt und für die Zickigkeit der Protagonisten etwas entschädigt hat.

Kurz gefasst: Nella & Paul die Zweite! Turbulente Abenteuer im Urlaub, nebst Beziehungskrise, lassen dennoch viel Raum für den Angriff auf die Lachmuskeln.