Rezensionen

Nicoles Bewertung 03 Sterne.png

Seitdem ihr Vater, ein Pfarrer, starb, lebt die junge Jane Smith bei ihrem Vormund und dessen Frau. Janes Leben ist geprägt von ständigen Erniedrigungen, die sie durch das schroffe und kaltherzige Verhalten der Dame des Hauses und deren Tochter erdulden muss. Eines Tages bekommt die Familie hohen Besuch. Kein geringerer als Hawk St.Claire, der Duke of Stourbridge hat sich angekündigt. Als lediger Mann wäre er eine überaus gute Partie, doch als Janes Verwandte mitbekommen dass Hawk scheinbar mehr Interesse an Jane hat, als an deren Tochter, weisen sie Jane kaltherzig aus dem Haus und offenbaren ihr zuvor eine unglaubliche Geschichte.

Janes ist das Ergebnis einer leidenschaftlichen Liebe zwischen ihrer bereits verstorbenen Mutter und deren Liebhaber. So soll der Dorfpfarrer, der Jane großzog und mit dem ihre Mutter verheiratet war, gar nicht ihr wahrer Vater sein.
Jane ist entsetzt und sucht so schnell wie möglich das Weite. Obwohl Hawk ihre Bitte, sie nach London in seiner Kutsche mitzunehmen ablehnt, entschließt sich Jane als blinder Passagier mitzufahren. Doch als sie in einem Gasthaus vom Diener Hawks entdeckt wird, muss sie vor Hawk, der über alle Maßen erzürnt ist über ihr eigenmächtiges Verhalten, Farbe bekennen. Er weigert sich sie nach London zu bringen und nimmt sie stattdessen mit auf seinen Landsitz. Dort soll sie seiner Schwester Arabella als Gesellschafterin dienen. Doch Janes burschikoses Verhalten bringt Hawks Gefühle immer wieder in Wallung…

Der CORA Verlag hat ab März 2013 eine neue Liebesromanreihe gestartet und wenn ich auch sehr angetan von der Idee bin, Regencies, die zu einer Serie gehören, jeweils als Doppelband hintereinander herauszubringen, konnten mich die ersten Romane von Carole Mortimer, die hier Teil 1 und Teil 2 der Reihe um die Familie St.Claire erzählt, leider nicht so sehr für mich einnehmen. Das liegt jedoch keinesfalls am Schreibstil. Carole Mortimer drückt sich zeitgemäß und wohlklingend aus und auch die Übersetzung fand ich sehr gut. Auch die Stories an sich und die Lebhaftigkeit mit der die St.Claires miteinander umgehen, gefielen mir.

Etwas anderes sorgte schließlich dafür, dass ich mich teilweise sehr beim Lesen durch die Romane durchquälen musste und zwar die sehr stereotype Beschreibung der Heldenpaare. Sowohl Hawk als auch sein Bruder Lucian sind unsympathische, herrschsüchtige Romanhelden, die arrogant durchs Leben gehen und keine andere Meinung als die ihrige durchgehen lassen. Sie wollen zwar stets nur das Beste für ihre auserwählte Partnerin, schießen dabei jedoch stets weit über ihr Ziel hinaus und lassen die Frauen spüren, dass sie ihnen durch gesellschaftliche Regeln und weil sie schließlich das stärkere Geschlecht sind, in fast allen Belangen überlegen sind. Das mag zwar der Zeit entsprechend ein normales Verhalten gewesen sein, doch kleine Kompromisse um Historie und Gegenwart in Einklang zu bringen, hätten hier Wunder gewirkt.

Zwar hat Carole Mortimer diesen egozentrischen Alphamännern keine unterwürfigen Weibchen auf den Leib geschrieben, im Gegenteil! Doch auch Jane und Grace sind Heldinnen, die meine empfindlichen Lesernerven arg strapaziert haben. Sie bieten ihren Männern zwar Paroli, schießen dabei aber ebenfalls weit über das Ziel hinaus. So reiht sich eine Auseinandersetzung an die nächste bei denen sich alle nichts schenken, ärgerliche Missverständnisse noch und nöcher treten auf und die Damen der Schöpfung agieren so übertrieben rotzfrech, dass ihr Auftreten ebenfalls völlig überzogen und unglaubwürdig wirkt.

Eigentlich hatte ich mir zwei romantische, warmherzige Regency-Liebesromane erhofft, die ein wenig rosarote Stimmung versprühen, doch stattdessen bekam ich zwei äußerst streitbare Heldenpaare dargeboten, bei denen die Chemie eigentlich so gar nicht stimmt und man sich irgendwann nur noch fragt, warum sie überhaupt zueinander gefunden haben.

Zumindest in Sachen Liebeszenen dürfen Fans von prickelnder Lektüre aufatmen; daran gibt es nichts auszusetzen. Und trotz meiner Kritikpunkte werde ich auch die beiden nächsten Romane der St.Claire Reihe weiterverfolgen, denn dann werden die Geschichten über Arabella und Sebastian St.Claire erzählt, die zumindest in diesen beiden Stories sympathischer wirkten, als ihre Brüder und ihre Frauen. Jeweils drei Bewertungspunkte vergebe ich für den gelungenen Schreibstil und die Plots- Punktabzüge allerdings für die, in meinen Augen, unmöglichen Heldenpaare dieser Geschichten.

Susannes Bewertung 04 05 Sterne.png

CORA hat eine neue Liebesromanreihe gestartet, deren Doppelbände jeweils zu einer Serie gehören.
Und da historische Liebesromane, die im Regency spielen, zu meinem Lieblingsgenre gehören, bin ich sehr gespannt, wie sich diese Reihe noch entwickeln wird. In dieser Ausgabe der Reihe geht es um Hawk St. Clair und um seinen Bruder Lucien St. Clair, aus der Feder von Carole Mortimer.

Der Erzählstil der Geschichten ist stellenweise amüsant, immer flüssig zu lesen und zeitgemäß geschrieben. Der Roman trifft im Großen und Ganzen meinen Geschmack, wie ein Historical halt für mich geschaffen sein sollte: Ein Alphaheld und eine Heldin, die sich nicht unterkriegen lassen und ein Geheimnis das es zu lösen gilt.

Hawk St. Clair, Duke of Stourbridge, ist hochmütig und arrogant. Ein typischer Alphaheld. Durch seine Arroganz gilt er als unnahbar und reagiert oft überheblich. Alles muss nach seinem Willen geschehen. Das bekommen auch oft seine Geschwister zu spüren.

Beide Brüder sind typische Vertreter ihrer Zeit. Hawk ist von Anfang an fasziniert von Jane, verhält sich aber zeitweise ungehobelt. Er widerspricht sich auch, weshalb er Jane mit zu sich nach Hause genommen hat.

Jane hat ihren eigenen Kopf. Sie ist liebenswert und musste sich immer anpassen. Ich hätte mir gewünscht, dass sie früher gegen ihre gehässige Tante angeht. Aus Jane’s Abstammung wird ein Geheimnis gemacht. Wer ist ihr Vater? Sie möchte es gerne wissen und möchte deshalb an den Ort zurückkehren, an dem sie teilweise aufgewachsen ist und somit mehr in Erfahrung bringen kann. Doch Hawk funkt immer wieder dazwischen. Aber Jane hat ihren eigenen Kopf und das bekommt Hawk immer wieder zu spüren. Jane weiß sich gegenüber Hawk zu behaupten. Die Dialoge zwischen Hawk und Jane fand ich spritzig, vor allem, wenn sie ihn immer wieder „Seine Gnaden“ nennt und er daran fast verzweifelt.

Ich empfehle euch diese Geschichte, weil sie für mich ein interessanter Auftakt über die Familie St. Clair war.

Die Brüder St. Clair sind nicht ohne, sodass mich die Beschreibungen von Hawks Geschwistern auch am meisten begeistert haben. Die Wortgefechte zwischen den drei Brüdern haben mir immer wieder gefallen. Sebastian, der jüngste der Brüder ist liebenswert und ein Schlitzohr. Er genießt es, sich in irgendwelche Skandale verwickeln zu lassen.

Nur eine Heldin, die sich behaupten kann, hat eine Chance, gegen die Brüder anzukommen. Aber auch ihre Schwester Arabella hat ihren eigenen Kopf. Sie lässt sich von ihren Brüdern nicht unterkriegen, behält dabei doch immer ihre liebenswerte Art.

Die Figuren fand ich sympathisch, trotz ihrer Ecken und Kanten und der Arroganz der Helden. Besonders Jane hat mir gefallen. Ich konnte nachfühlen, wie schwer sie es manchmal bei ihren Verwandten hatte. Aber auch Grace fand ich ganz nett, obwohl ich sie manchmal gerne geschubst hätte.

Alles in allem zwei kurzweilige Historicals. Ich freue mich schon auf die Geschichten von Sebastian und Arabella.

Kurz gefasst: Arrogante Helden und Heldinnen, die sich zu behaupten wissen. Auch gibt es ein Geheimnis zu lösen und eine folgenschwere Verwechslung.