Rezensionen

Nicoles Bewertung 03 Sterne.png

Seit Lucian im Krieg gegen Napoleon kämpfte, gilt er als Held. Doch der Krieg hat seelische Narben bei ihm hinterlassen und es plagen ihn schlimme Albträume seitdem. Als er sich auf dem Weg zu seinem Bruder Hawk St.Claire und dessen Frau befindet, trifft er in einem Gasthaus auf den Vater eines alten Freundes, der im Krieg fiel. Nach einem gemeinsam eingenommenen Dinner, an dem auch dessen Bruder, Frau und Mündel teilnehmen, stellt Lucian fest, dass besonders das Mündel Grace nicht nur äußerst attraktiv ist, sondern zudem auch noch Köpfchen und eine eigene Meinung besitzt. Diese Mischung reizt ihn ungemein, doch als er nach ein paar Stunden Zecherei in der Gastwirtschaft sein Zimmer aufsucht, verwechselt er die Türen und betritt stattdessen splitterfasernackt den Raum von Grace, die ihn beherzt und weil sie glaubt einen Eindringling vor sich zu haben der sie bestehlen oder ihre Tugend rauben will, niederschlägt.

Als Lucian nach einer Stunde wieder erwacht, liegt er in Graces Bett und will ihr Zimmer erst wieder verlassen, wenn sie ihm einen Kuss schenkt. Doch dabei werden sie beide von Graces Tante erwischt und so bleibt Lucian nichts anderes übrig, als Grace zu heiraten. Doch die ist störrisch und weigert sich eine lieblose Ehe mit ihm einzugehen; selbst wenn ihr Ruf darunter leidet…

Der CORA Verlag hat ab März 2013 eine neue Liebesromanreihe gestartet und wenn ich auch sehr angetan von der Idee bin, Regencies, die zu einer Serie gehören, jeweils als Doppelband hintereinander herauszubringen, konnten mich die ersten Romane von Carole Mortimer, die hier Teil 1 und Teil 2 der Reihe um die Familie St.Claire erzählt, leider nicht so sehr für mich einnehmen. Das liegt jedoch keinesfalls am Schreibstil. Carole Mortimer drückt sich zeitgemäß und wohlklingend aus und auch die Übersetzung fand ich sehr gut. Auch die Stories an sich und die Lebhaftigkeit mit der die St.Claires miteinander umgehen, gefielen mir.

Etwas anderes sorgte schließlich dafür, dass ich mich teilweise sehr beim Lesen durch die Romane durchquälen musste und zwar die sehr stereotype Beschreibung der Heldenpaare. Sowohl Hawk als auch sein Bruder Lucian sind unsympathische, herrschsüchtige Romanhelden, die arrogant durchs Leben gehen und keine andere Meinung als die ihrige durchgehen lassen. Sie wollen zwar stets nur das Beste für ihre auserwählte Partnerin, schießen dabei jedoch stets weit über ihr Ziel hinaus und lassen die Frauen spüren, dass sie ihnen durch gesellschaftliche Regeln und weil sie schließlich das stärkere Geschlecht sind, in fast allen Belangen überlegen sind. Das mag zwar der Zeit entsprechend ein normales Verhalten gewesen sein, doch kleine Kompromisse um Historie und Gegenwart in Einklang zu bringen, hätten hier Wunder gewirkt.

Zwar hat Carole Mortimer diesen egozentrischen Alphamännern keine unterwürfigen Weibchen auf den Leib geschrieben, im Gegenteil! Doch auch Jane und Grace sind Heldinnen, die meine empfindlichen Lesernerven arg strapaziert haben. Sie bieten ihren Männern zwar Paroli, schießen dabei aber ebenfalls weit über das Ziel hinaus. So reiht sich eine Auseinandersetzung an die nächste bei denen sich alle nichts schenken, ärgerliche Missverständnisse noch und nöcher treten auf und die Damen der Schöpfung agieren so übertrieben rotzfrech, dass ihr Auftreten ebenfalls völlig überzogen und unglaubwürdig wirkt.

Eigentlich hatte ich mir zwei romantische, warmherzige Regency-Liebesromane erhofft, die ein wenig rosarote Stimmung versprühen, doch stattdessen bekam ich zwei äußerst streitbare Heldenpaare dargeboten, bei denen die Chemie eigentlich so gar nicht stimmt und man sich irgendwann nur noch fragt, warum sie überhaupt zueinander gefunden haben.

Zumindest in Sachen Liebeszenen dürfen Fans von prickelnder Lektüre aufatmen; daran gibt es nichts auszusetzen. Und trotz meiner Kritikpunkte werde ich auch die beiden nächsten Romane der St.Claire Reihe weiterverfolgen, denn dann werden die Geschichten über Arabella und Sebastian St.Claire erzählt, die zumindest in diesen beiden Stories sympathischer wirkten, als ihre Brüder und ihre Frauen. Jeweils drei Bewertungspunkte vergebe ich für den gelungenen Schreibstil und die Plots- Punktabzüge allerdings für die, in meinen Augen, unmöglichen Heldenpaare dieser Geschichten.

Susannes Bewertung 04 Sterne.png

CORA hat eine neue Liebesromanreihe gestartet, deren Doppelbände jeweils zu einer Serie gehören.
Und da historische Liebesromane, die im Regency spielen, zu meinem Lieblingsgenre gehören, bin ich sehr gespannt, wie sich diese Reihe noch entwickeln wird. In dieser Ausgabe der Reihe geht es um Hawk St. Clair und um seinen Bruder Lucien St. Clair, aus der Feder von Carole Mortimer.

Der Erzählstil der Geschichten ist stellenweise amüsant, immer flüssig zu lesen und zeitgemäß geschrieben.

Lucian St. Clair ist arrogant und ein Lebemann. Doch der Schein trügt. Er hat immer noch starke Alpträume vom Krieg. Er gilt als Kriegsheld, was ihm aber überhaupt nicht passt. Lucien hat eine dunkle und melancholische Erscheinung, ist aber auch mürrisch und unnahbar. Er blockt alles ab und lässt auch seine Geschwister deshalb nicht näher an sich heran. Er kann es nicht überwinden, dass er fast alle Freunde im Krieg verloren hat.

Grace lebt noch nicht sehr lange bei ihrem Onkel George Wynter, dem Duke of Carlyne und ihrer Tante. Grace hatte ihre Eltern durch einen Bootsunfall verloren. Interessant war für mich, dass jeder der Brüder Wynter eine andere Mutter hatte. Unterschiedlicher konnten die Brüder nicht sein, denn alle gerieten mehr nach der Mutter als dem Vater. Lucien war mit dem Sohn des Dukes befreundet. Doch leider ist dieser im Krieg gefallen. Aber auch mit dem Bruder des Dukes, Darius, war Lucian befreundet. Der jüngste Bruder, Francis, war mir unsympathisch. Er hat gegen seine Familie intrigiert und hatte es auch auf Grace abgesehen. Durch ein Missverständnis ist Grace gezwungen Lucian St. Clair zu heiraten. Doch Grace ist alles andere als einverstanden. Sie möchte die Verlobung lösen, hat jedoch nicht mir der Hartnäckigkeit von Lucien gerechnet. Grace reagiert oft übertrieben. Beide hätten sich viel früher aussprechen müssen. Grace möchte keine Vernunftehe. Sie möchte eigentlich eine Liebesheirat eingehen. Doch langsam lernt sie Lucien besser kennen und ihn auch schätzen.

Ich empfehle euch diese Geschichte, weil sie für mich ein interessanter Auftakt über die Familie St. Clair war.

Die Brüder St. Clair sind nicht ohne, sodass mich die Beschreibungen von Hawks Geschwistern auch am meisten begeistert haben. Die Wortgefechte zwischen den drei Brüdern haben mir immer wieder gefallen. Sebastian, der jüngste der Brüder ist liebenswert und ein Schlitzohr. Er genießt es, sich in irgendwelche Skandale verwickeln zu lassen.

Nur eine Heldin, die sich behaupten kann, hat eine Chance, gegen die Brüder anzukommen. Aber auch ihre Schwester Arabella hat ihren eigenen Kopf. Sie lässt sich von ihren Brüdern nicht unterkriegen, behält dabei doch immer ihre liebenswerte Art.

Die Figuren fand ich sympathisch, trotz ihrer Ecken und Kanten und der Arroganz der Helden. Besonders Jane hat mir gefallen. Ich konnte nachfühlen, wie schwer sie es manchmal bei ihren Verwandten hatte. Aber auch Grace fand ich ganz nett, obwohl ich sie manchmal gerne geschubst hätte.

Alles in allem zwei kurzweilige Historicals. Ich freue mich schon auf die Geschichten von Sebastian und Arabella.

Kurz gefasst: Arrogante Helden und Heldinnen, die sich zu behaupten wissen. Auch gibt es ein Geheimnis zu lösen und eine folgenschwere Verwechslung.