Rezensionen

Tinas Bewertung 04 05 Sterne.png

"Angelfire - meine Seele gehört dir", ist ein Roman, der meine Sicht auf Engel, sowie Gut und Böse auf den Kopf gestellt hat.

Courtney Allison Moulton hat eine Geschichte geschrieben, die so anders war, als wie ich es erwartet hätte. Die Autorin hat Action, Mystik und die Angst vor der Apokalypse zusammen in einen Topf geworfen, alles gut verrührt und daraus ein Abenteuer geschaffen, das einem beim Lesen die Luft anhalten lässt.
So leidet, liebt und fiebert man mit und fragt sich unwillkürlich, wie Ellie es nur schafft, das alles zu meistern - schließlich steht mit einem Mal ihr Leben plötzlich auf dem Kopf.

Ellie wächst wohlbehütet auf, hat Freunde und hält die Schule (manchmal) für ein lästiges Übel. Sie mag ihr Leben ... bis auf die Albträume und Ängste, die alles verändern. Und dann taucht plötzlich Will in ihrem Leben auf und versucht ihr zu erklären, dass sie sich schon sehr lange kennen und er ihr Beschützer ist.

Denn Ellie ist eine "Preliatin", und zwar die einzige auf der Welt, und ihre Aufgabe ist es die "Reaper- Seelenjäger" zu vernichten. Als wäre das alles so einfach....., aber lest selbst und macht euch auf einiges gefasst.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Ellie erzählt, so dass der Leser immer zusammen mit der Hauptfigur im Mittelpunkt des Geschehens steht.
Ich empfand den Anfang der Geschichte als ein wenig schwerfällig, aber je länger ich gelesen habe, umso tiefer bin ich in der Geschichte versunken und um so gefesselter war ich.
Courtney Allison Moulton versteht es geschickt, mit ihrer Erzählung die Spannungskurve optimal zu halten und ruhigeren Phasen immer wieder Höhepunkte folgen zu lassen.

Will und Ellie sind ein Duo, das es in sich hat. Will ist der Starke, mit einer Schwäche für Ellie, die nicht sein darf und Ellie ist die Ängstliche, die sich aber überwindet und eine Stärke an den Tag legt, die einfach bewundernswert ist.
In kleinen Rückblicken erfährt man etwas mehr über Ellie, doch leider bleiben dabei Will und sein Leben im Dunklen, etwas was ich persönlich sehr bedauert habe.

Teilweise musste ich schon schlucken, denn es geht in der Geschichte durchaus heftig zur Sache, die Kämpfe oder auch die Gefühlsachterbahn, die Ellie erlebt, sind nicht ohne. Der sehr anschauliche Erzählstil verstärkt das alles noch zusätzlich und bietet intensives Kopfkino.

Kurz gefasst: Ein Auftakt der besonderen Art, ein Beschützer der mit viel Herzblut agiert und eine Geschichte mit viel Action und einem Hauch von Liebe und Romantik.

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Obwohl ich im Vorfeld sehr unterschiedliche Meinungen zu diesem Buch gefunden habe, schwang doch darin genug Begeisterung mit, um mich neugierig zu machen.
Letztendlich hat mich das Buch jedoch mit sehr gemischten Gefühlen zurückgelassen, die aus mehr Ernüchterung als Lob bestehen.

Schon der Erzählfluß hat mich in meiner Einschätzung hin und her gerissen: Einmal "kaute" ich ewig auf den Seiten rum, die mir wie eine emotionslose Aufzählung von Ereignissen und Begebenheiten vor kamen (Highschool, Partys, Shopping) und dann wieder flogen die Sätze beim Lesen nur so vorbei, wie z.B. bei den detaillierten Kampfszenen.
Diese kam mir mitunter ein wenig zu pathetisch vor und mit wenig originellen Klischees und Phrasenwiederholungen gefüllt, aber doch auch ansprechend und fesselnd zu lesen.

Ich habe lange überlegt um mir darüber klar zu werden; worin dieses Gefühls-Hin-und-Her wohl begründet liegen mag, was mich zwischen Langweile und Interesse schwanken ließ. Denn das bezog sich nicht nur auf den Erzählfluss, sondern auch auf die Handlung und die Charaktere.

Ich denke, dass in Courtney Allison Moultons Geschichte für mich nichts zusammenpasste, dass die Geschichte für mein Empfinden nicht harmonierte.

Da ist ein Teenager, der alles hat, was er will und braucht, diesen Dingen aber nach meinem Empfinden viel zu gleichgültig gegenübersteht, der mit Begriffen wie BMW, Jimmy Choo oder Valentino nur so um sich wirft, dessen Welt lediglich Highschool, Party und Shopping bedeutet.
Und da ist eine mythische uralte Kämpferin, die über erstaunliche Macht verfügt und diese auch spielend zu nutzen weiß.

Ich konnte diese beiden Seiten nicht zusammenbringen, da sie sich für mich weder ergänzten, noch einen reizvollen Gegensatz gebildet haben. Sie waren einfach zwei Seiten einer Medaille, denen die Verbindung fehlt.
Eine Verbindung, die vielleicht mit Humor hätte überbrückt werden können - Humor den ich jedoch in der Geschichte nicht finden konnte.

Vielleicht leg es für mich auch an der gewählten Ich-Erzählform, deren Möglichkeiten verschenkt werden. Die Hauptprotagonistin Ellie schildert dem Leser ihre Welt nicht intensiv genug, um fesseln zu können, so dass weder sie, noch die anderen Figuren, mich für sich einnehmen konnten.
Es ist nicht so, dass sie mir unsympathisch gewesen wären oder dass mich ihr Verhalten gestört hätte - auf keinen Fall, sondern sie waren einfach zu nichtssagend.

"Angelfire - Meine Seele gehört dir" hat definitiv eine interessante Hintergrundgeschichte zu bieten und einige fantasievolle und überraschende Momente wobei diese sich mit actionreichen Szenen abwechseln. Dazu gibt es einen geheimnisvollen attraktiven Fremden, einen weißer Ritter in schimmernder Rüstung, der sich zum Schutz der holden Jungfrau auf der Stelle opfern würde und der die Heldin in eine beinahe schon mystische Liebesgeschichte zieht.

Für mich hat die Geschichte nicht funktioniert, doch das ist ein ganz persönlicher Eindruck.

Schnees Bewertung 05 Sterne.png

„Angelfire“ war für mich ein richtiges Überraschungsbuch, denn oft ist es in den Büchern mit jugendlichen Protagonisten so, dass es um die erste Liebe geht und der weibliche Part ist dabei oft noch sehr mädchenhaft und geht nur sehr langsam aus sich heraus. Bei diesem Roman jedoch ist alles ein wenig anders.
An ihrem 17. Geburtstag begegnet Ellie einem jungen Mann, der ihr schon zuvor aufgefallen ist. Der durchaus attraktive Will erzählt ihr schier Unglaubliches. Ellie soll schon mehrere Male gelebt haben und immer am Tag ihres 17.Geburtstags bekommt sie besondere Kräfte, die sie gegen die dunklen Mächte einsetzen muss. Ellie hadert nicht lange und nimmt diese Herausforderung an, zwar ist sie ab und an genervt davon, ihre gesamte Freizeit nun beim Kampftraining zu verbringen, aber der anziehende Will versüßt ihr diese Aufgabe.

Ellie ist eine jugendliche Kick Ass- Heldin und wächst immer wieder weiter über sich hinaus. Die Entwicklung vom scheinbar normalen High School- Mädchen zur mutigen und schlagkräftigen Heldin war interessant zu beobachten. Ich mochte diesen Charakter auf Anhieb, sie ist kein All American Strahlemädchen, sondern eine junge Frau mit Ecken und Kanten, die mit Eltern gesegnet ist, die ich am liebsten immerzu geschüttelt hätte. Ellies Vater ist ein wahres Scheusal und ihre Mutter steht einfach nur daneben und schaut zu, wie ihr Mann absolut unwürdig mit Ellie umgeht. Oft hatte ich die Vermutung, dass Ellies Vater nicht er selbst ist und irgendein dunkler Dämon Besitz von ihm ergriffen hat, wer weiß…
Will bleibt noch ein bisschen geheimnisvoll, aber es wird deutlich, dass er ein treuer und loyaler Gefährte ist, der alles dafür tun würde um Ellie zu beschützen.

Wie der Name des Buchtitels schon verrät, geht es in diesem Roman um Engel. Aber keine Sorge, es ist kein 100. Engelroman nach Schema F. Die Autorin hat sich schon einiges einfallen lassen und gegen Ende hat sie noch einen richtigen Knaller in die Geschichte eingebaut. Was genau Will und Ellie sind, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Das Stichwort „Engel“ ist ausreichend und verrät noch nicht zu viel.

Der temporeiche, flüssige Schreibstil der Autorin machte es mir leicht der Geschichte zu folgen und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie die weiteren Bücher dieser Reihe ausfallen werden.